FDF DachNews - Ausgabe 2/2025

Nahtverbindungen von Abdichtungsbahnen werden im Regelfall direkt auf der Baustelle hergestellt und unterliegen somit witterungsbedingten und baustellenspezifischen Einflüssen. Dieser Umstand darf trotz steigender Ansprüche an eine Naht, gerade bei einlagigen Abdichtungen, nicht aus den Augen verloren werden. Regelmäßige Schweißnahtprüfungen sind bei Kunststoffdachbahnen gerade im Herbst und Winter besonders wichtig. Generell und materialunabhängig ist die Nahtverbindungsqualität von zahlreichen baustellenspezifischen Faktoren, die im positiven Sinne zur gleichen Zeit vorhanden sein müssen, abhängig. Hier einige Parameter für dauerhaft funktionstaugliche Schweißnahtverbindungen: Lufttemperatur, Materialtemperatur, Kunststofftyp, Luftfeuchtigkeit, Feuchtigkeit auf der Oberfläche der Abdichtungsbahnen, Temperatur des Schweißgases (Luftstrom aus der Heißluftdüse), Breite der Heißluftdüse, Schweißnahtbreite, Trocknungszustand des Nahtreinigungsmittels (zur Vorreinigung des Schweißbereichs), Druckfestigkeit der Rücklage, auf der die Dachbahn aufliegt, horizontale Zugspannungen, Abschrägen von T-Stoßverbindungen, Verunreinigung der Heißluftdüse (Verkrustungen), Fortbewegungsgeschwindigkeit der Heißluftschweißdüse (Handschweißung oder Automatenschweißung), Anpressdruck der Andrückrollen (Handschweißung – Handroller, Automatenschweißung – Einsatz von Zusatzgewichten), Lagerung der Abdichtungsbahnen auf der Dachfläche und letztlich auch das Ausbildungsniveau der Handwerker. Dies sind viele Faktoren, die über die Leistungsparameter des Materials hinaus gehen. In Abhängigkeit von den Nahtfügungstypen werden auf Baustellen zerstörungsfreie und die Dachabdichtung zerstörende Schweißnahtprüfungen vollzogen. Zerstörungsfreie Prüfungen wie zum Beispiel die Beurteilung der ausgetretenen Schweißraupen am Beispiel von RESITRIX kommen großflächig zum Einsatz, beinhalten jedoch nur die durch Augenschein beurteilte Schweißnahtverbindung. Als zerstörungsfrei gilt auch die Schweißnahtprüfung mittels Prüfnadel, welche mit angemessenem Druck entlang der Schweißnahtverbindung geführt wird, wie am Beispiel von SUREWELD TPO/FPO. Beide Prüfmethoden müssen während des Verarbeitungsprozesses laufend erfolgen, sowie abschließend zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Abdichtung. Diese Prüfung ist jedoch keine eindeutige Sicherstellung für eine langfristig funktionstaugliche Schweißnaht, es könnten durchaus auch nur wenige Millimeter Schweißnahtbreite vorhanden sein. Deshalb können mit der Prüfspitze primär nur gänzlich offene Schweißnähte oder Schweißfehler an der Nahtkante lokalisiert werden. Dementsprechend wird bei allen CARLISLE Produkten die Erstellung einer Schweißprobe vor Beginn der Arbeiten empfohlen. So kann bei Anzeichen einer mangelnden Haftung direkt reagiert werden. Speziell bei frei bewitterten Dachabdichtungsbahnen, die zur Windsoglagestabilität mechanisch befestigt werden, wirken hohe vertikale und horizontale Kräfte ein. Vertikale Kräfte (mit unterschiedlichem Winkel) resultieren primär aus den Windsoglasten, horizontale Kräfte werden zusätzlich noch durch temperaturbedingte Längenänderungen und Spannungen in der Dachbahn verstärkt. Wird nun eine Schweißnaht nicht mit der Mindestschweißnahtbreite verschweißt, ist das Risiko auf Jahre gesehen besonders hoch, dass es zu einem Ablösen der Schweißnahtverbindung kommt. Aus diesem Grund muss gerade bei einlagigen Abdichtungen der Nahtfügung ein besonderes Augenmerk gewidmet werden. Zerstörende Schweißnahtprüfungen sind im Regelfall während des Verarbeitungsprozesses zu klar definierten Gegebenheiten durchzuführen. Die Prüfungen werden in Form von sogenannten Schäl- und Schertests durchgeführt. Dazu wird ein normal zur Schweißnaht der Abdichtungsbahn verlaufender – bei KunstSichere Nahtverbindungen bei Kunststoff-Abdichtungsbahnen stoffdachbahnen circa fünf Zentimeter breiter - Streifen herausgeschnitten und beide Bahnenenden V-förmig auseinandergezogen. Der Schältest gilt dann als bestanden, wenn der Streifen der oberen Lage in der Schweißnaht abreißt (kohäsiver Bruch), jedoch die Mindestbreite der Schweißnahtverbindung haften bleibt. Deshalb hat CARLISLE CM Europe als Mitglied der IQDF - Interessengemeinschaft Qualitätsmanagement für Dächer und Flachdachabdichtungen - die Nähte seiner Produkte durch einen unabhängigen Dritten prüfen und validieren lassen. Im Applikationslabor für Dachbahnen der Firma Leister in der Schweiz wurden die CARLISLE Dachbahnen zur Ermittlung der optimalen Schweißtemperatur untersucht. Das Ergebnis: alle Bahnen wiesen ein sehr großes Schweißfenster auf, bei dem SURE-WELD TPO/FPO hervorzuheben ist. So bieten die CARLISLE Abdichtungsbahnen dem Verleger trotz aller weiteren Rahmenbedingungen eine maximale Sicherheit bei der Nahtfügung. Der Autor des Beitrags Dipl.-Ing. Architekt Thomas Schneide leitet die Anwendungstechnik D/A/CH bei CARLISLE. Bild links: Testverschweißung mit dem neuen Leister VARIMAT 700. Bild oben: Original Leister Schweißnaht-Prüfschablone. Bild rechts: Mittels einer Schweißnaht-Prüfschablone wird ein Schnittbild zur Prüfung erzeugt. 15 14 Mit der Ausführung der Dachsanierung wurde die Firma Weha Bedachungen in Dinkelsbühl beauftragt. Das auf Sanierungen, Fassadendämmungen und Renovierungen spezialisierte Unternehmen schlug den Projekbeteiligten eine Dämmung mit LINITHERM PAL N+F vor. Die PUR-Dämmelemente hatten für Dachdeckermeister Dominik Wegert, der das Unternehmen in zweiter Generation führt, gegenüber der ursprünglich geplanten Holzfaserdämmung zwei entscheidende Vorteile: „Bei einer Holzfaserdämmung hätten wir für eine vergleichbare Effizienz eine 40 mm starke Aufdach- und eine Zwischensparrendämmung gebraucht. Zum einen hätte die Verlegung der Dämmung in zwei Arbeitsgängen erheblich länger gedauert, zum anderen bringt die Holzfaserdämmung einiges an Gewicht aufs Dach. Das kam angesichts des alten Dachstuhls – das Gebäude stammt aus dem Jahr 1900 – nicht wirklich in Frage. Wir hätten die gesamte Dachstatik neu berechnen und den Dachstuhl möglicherweise ertüchtigen müssen.“ Mit LINITHERM PAL N+F war es kein Problem, beide Problemfelder in einem Zug zu entschärfen. Die leichten Dämmelemente erhöhten die Dachlast nur minimal – zumal man angesichts ihrer Dämmeffizienz mit λ 0,023 nur die Aufdachdämmung benötigte, um den Wunsch des Bauherrn nach einem niedrigen U-Wert und den des Denkmalschutzes nach einer weitgehenden Erhaltung der Dachgeometrie zu erfüllen. Man brauchte hier fürs Verlegen also nur einen Arbeitsgang und war deutlich schneller. Da die PU-Dämmelemente mit ihrem geringen Gewicht außerdem ein zügiges Arbeiten unterstützen, sich unkompliziert mit handelsüblichen Werkzeugen zuschneiden und danach drehen und auf der anderen Seite von Grat, Kehle oder Gaube wieder anlegen lassen, sparte man zusätzlich Zeit. So war es für die Dachdecker kein Problem, die Dämmung auf der 1000 m2 großen Dachfläche in etwa vier Wochen zu verlegen. Die energetische Berechnung für das Dach übernahm der Dämmstoffhersteller aus Riedlingen. Für Dominik Wegert ein wichtiges Argument, beim bewährten System zu bleiben: „Der Kontakt zum Außendienstmitarbeiter Stefan Bloß ist hervorragend, wir bekommen in allen technischen Fragen eine prompte und sehr gute Unterstützung. Da das unkomplizierte Handling der Dämmelemente außerdem sehr gut bei meinen Mitarbeitern ankommt, sind wir jetzt schon seit etwa zehn Jahren als Fachverleger von LINITHERM-Produkten tätig.“ Gauben: vormontiert Die unkomplizierte Verarbeitung der Dämmung erwies sich in Dinkelsbühl auch deshalb als Vorteil, weil angesichts von zwölf neuen Gauben einiges an Zuschnitt und Detailarbeit anfiel. Die LITEC GBS Gauben stammten ebenfalls aus Riedlingen. Sie wurden als Bausatz an Weha Bedachungen geliefert und dort zusammengebaut. Für Dominik Wegert eine Lösung ohne Alternativen: „Linzmeier ist bei den Gauben für uns preislich ohnehin schon sehr interessant. Bei zwölf identischen Gauben ist das Preis-/Leistungsverhältnis dann so gut, dass eine Fertigung mit eigenen Mitteln erheblich teurer wäre.“ Bei der Ausführung entschied sich Dominik Wegert für die Gaubenvariante mit integrierten Montageschwellen: Diese Gauben werden direkt auf die Sparren aufgesetzt. Mit CADSystemen geplant und auf modernen CNCMaschinen vorgefertigt, weisen sie eine konstant hohe Präzision auf und lassen sich problemlos von unten verschrauben. Luftdichtheit: unkompliziert Auch wenn die Kantenausbildungen eines LINITHERM PAL N+F Dämmelements gemäß Prüfung luft- und winddicht sind, wird die luftdichte Ebene auf dem sanierten Dach durch eine zum Dämmsystem gehörende LINITHERM L+D Pro Bahn gebildet. Das Verlegen dieser Bahn ist nach Abschluss der vorbereitenden Arbeiten der erste Arbeitsgang. Für den luftdichten Anschluss an Ortgang und Traufe empfiehlt Linzmeier verschiedene Varianten, die auf die jeweilige Ausbildung der Dachränder hin optimiert sind. Beim ehemaligen Amtsgericht tat man sich diesbezüglich leicht: Da es keine Dachüberstände gab, ließ sich die L+D-Folie unkompliziert mit dem aufgehenden Mauerwerk verkleben. Um einen sauberen Anschluss zu gewährleisten, mussten lediglich Teile der unregelmäßigen Mauerkrone an der Traufe ausbetoniert werden. Ähnlich verhielt es sich am Ortgang, wo man den geschweiften Giebel stellenweise mit einem neuen Glattstrich versehen musste, Ein Umbau mit Dachausbau wandelte das alte Amtsgericht in Dinkelsbühl (Bayern) in ein Wohngebäude mit Eigentumswohnungen um. Zu den Arbeiten gehörte auch ein Dachausbau. Neben einer Aufsparrendämmung sorgten vorgefertigte Gauben für einfachen und schnellen Baufortschritt. um durch Verkleben mit der L+D Pro Bahn einen luftdichten Anschluss zu erreichen – auch dies eine unkomplizierte Lösung. Die Gauben – in der Dachdeckerei mit Fassadenbahn plus Konterlattung versehen und verblecht – wurden in Dinkelsbühl wie von Linzmeier empfohlen auf der L+D Pro Bahn montiert. Der luftdichte Anschluss erfolgte durch Verkleben der Bahn mit der OSB-Platte an der Gaubeninnenseite. Den Blower-Door-Test nach Abschluss der Dachsanierung bestand das Gebäude problemlos – die erste Voraussetzung für einen hohen Energiestandard. Energiestandard: gehoben Nach Montage der Gauben verlegten die Dachdecker die Linitherm PAL N+F Dämmelemente. Dabei achteten sie auf einen sauberen Anschluss an die Gauben, damit Gauben und Dämmung nach dem Verlegen eine vollflächige, homogene Dämmebene über der bestehenden Holzkonstruktion bildeten. Den Beginn der Verlegearbeiten markierte die Montage einer Traufbohle am traufseitigen Dachrand. Anschließend verlegten die Dachdecker die Dämmelemente von unten nach oben, wobei sie die Nut- und Feder-Verbindungen satt ineinander steckten. Nach zwei bis drei Reihen begannen sie mit der Montage der Konterlattung, die schmale Kerbe zwischen den passend zugeschnittenen Dämmelementen am First schlossen sie mit LINITHERM Spritzschaum. Überquellender Schaum wurde nach Aushärtung sauber abgeschnitten. Der Dachraum vor der Sanierung. Dachausbau mit Aufsparrendämmung und vorgefertigten Gauben SPEZIAL DÄMMSTOFFE Mit zunehmenden Technologien auf Flachund Steildächern in Form von PV-Anlagen, Klimaanlagen, Schornsteinanlagen nehmen die Herausforderungen an die Arbeitssicherheit beim Begehen der Dächer zu. Flexible Systeme die ortsveränderlich den Ansprüchen der EN 516 gerecht werden, sind gefragt. Daher erweitert FLENDER FLUX die Produkte seines Sicherheitskonzeptes um folgende Schienensicherungssysteme: - C Gleiter 500 - C Gleiter 250 Der C-Gleiter stellt einen, mit einer Hand zu befestigenden, Schienengleiter dar, in den die persönliche Schutzausrüstung eingehangen Neue C-Schienensysteme mit Anseilsicherung von FLENDER-FLUX werden kann. Dieses System besticht durch die einfache Montage und Demontage des Gleiters in und aus der C-Schiene. Kreuzungspunkte und Eckpunkte der Laufwege auf der Dachfläche können mit nur einem Gleiter überbrückt werden. Das einzigartige System bietet eine selbsterklärende Montage. Durch Einhängen des Karabinerhakens ist das System in sich gesichert. Durch die Systembauweise von Schiene und Gleiter sind selbst kurze, variable Anseilsysteme über PV-Anlagen kostengünstig zu realisieren. Die bewährte Befestigungstechnik, nach EN 516 geprüft, bietet nachweislich einen sicheren Halt auf geneigten Dächern.

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