FDF DachNews - Ausgabe 2/2025

18 19 Deutscher Holzbaupreis 2025: Das sind die Sieger Studierendenwohnheim ‚Collegium Academicum‘ in Heidelberg Der Beitrag greift viele aktuelle Themenstellungen auf, alle überzeugend durchdekliniert vom partizipativen Planungsprozess über den Entwurf bis ins konstruktive Detail. Suffiziente und flexible Wohnformen wurden im studentischen Kontext entwickelt, umgesetzt und erprobt. Die Verbindung von Flächensparen, hoher Lebensqualität und langlebiger Funktionalität ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch relevant und wurde mit gestalterischer Qualität verwirklicht. Der gewählte konstruktive Ansatz weist als Bausystem ein innovatives Potenzial auf, über die Holzverbindungsmittel eine gute Rückbaubarkeit und Kreislauffähigkeit zu gewährleisten. Für alle Verbindungsdetails wurden sortenreine, form- und kraftschlüssige Verbindungen auf Basis traditioneller Zimmereitechniken entwickelt und die Fügungselemente in die Bauteilgeometrie integriert. Die handwerklichen Arbeitsschritte auf der Baustelle beschränkte man dabei auf ein Minimum, da keine zusätzlichen Verbindungsmittel eingebracht werden müssen. Mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und soziale Interaktion weist das herausragende Projekt ‚Cube 68‘ den Weg für eine neue Form gemeinschaftlichen Wohnens. Gestaltgebendes Element für dieses Konzept sind Holzmodule, deren gleichartiges Volumen sich in der Summe als erstaunlich variantenreich und anpassungsfähig erweisen. Ihr Vorfertigungsgrad ist sehr hoch, so waren sie bereits bei der Ankunft auf der Baustelle bis zur Leuchte am integrierten Schreibtisch eingerichtet. Wand- und Deckenelemente in den Wohnungen sind ohne Bekleidung in HolzSichtqualität. Dies ist im Geschosswohnungsermöglicht einen flexiblen Lebenszyklus des Gebäudes. Durch die Koppelung von Modulen und Zuordnung von Terrassen entstanden 57 Wohneinheiten und vier Wohnungstypen von 43 bis 113 Quadratmetern, die in vier Etagen aufeinandergestapelt wurden. Allen Wohneinheiten stehen mindestens zwei Außenbereiche zur Verfügung. Mikroappartementhaus ‚Cube 68‘ in Dinkelsbühl Kultur- und Sporthalle in Alfter Mit dem signifikanten Bauwerk hat die Gemeinde Alfter im Rahmen der Neugestaltung des Ortskerns einen neuen kommunalen Treffpunkt erhalten. Das Gebäude wird über drei Etagen genutzt: die Event- und Sportfläche unterirdisch, die Foyerebene mit Quartierscafé und Tribünenbereich ebenerdig und über dem Terrain eine schwebende Dachlandschaft mit Sportfeld und Fitnessareal als öffentlich verfügbarer Freiraum. Das funktionsbedingt große Volumen der Halle ist äußerst behutsam in den kleinteiligen Gebäudebestand des Ortes integriert. Die Fachwerkträger-Konstruktion aus Buchenholz schwebt auskragend auf V- förmigen Holzstützen. Bemerkenswert ist die Wiederentdeckung des Treppenversatzes, also die stufenförmige Verbindung von Holzbauteilen zur wesentlichen Reduzierung der Querschnitte. Hochgedämmte Gebäudehüllen, Wärmepumpentechnik und Kreislauffähigkeit unterstreichen den nachhaltigen Ansatz. Gemeindesaal in Legau Es liegt schon eine gewisse Zeit zurück, als in Deutschland wohl fast jede Gemeinde über ein Gasthaus mit Festsaal verfügte. Oftmals blieben diese für das Gemeinde- oder Dorfleben enorm wichtigen Einrichtungen gleichsam in der Zeit stehen und fanden so nicht mehr genügend Zuspruch. Auch der alte Gasthof zum Löwen in Legau erlitt dieses Schicksal. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten gab man sich in Legau jedoch nicht damit zufrieden und schuf an gleicher Stelle einen zeitgemäßen Ersatz. Behutsam wurden hierfür zwei wohlproportionierte Baukörper in die Ortsmitte eingefügt, in denen sich neben dem Gemeindesaal auch eine Gastwirtschaft befindet. Versetzt angeordnet bilden beide Gebäude ein Ensemble, das gleichzeitig den Außenraum durch einen Platz und Biergarten belebt. Beide Baukörper wurden als Effizienzhaus 55 im Holzbau erstellt, der nicht nur die Konstruktion, sondern auch den Innenausbau und die Fassadengestaltung bestimmt. Während die außenliegende Bekleidung durch vertikale Fichtenlatten geprägt ist, wurde für die Innenbekleidungen Tannenholz verwendet. Das Holz stammt aus der Region. Eine Besonderheit stellt die als Faltwerk konstruierte Dachkonstruktion aus gedämmten Holzkastenelementen dar. bau bei Gebäudeklasse 4 eine nennenswerte Besonderheit. Die Module sind überwiegend mit Schraubverbindungen errichtet, um eine zügige Montage des Gebäudes, die Demontage oder den Rückbau und die Wiederverwendung zu erlauben. Das zeigt eine starke Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, Der Deutsche Holzbaupreis wird seit 2003 regelmäßig alle zwei Jahre unter der Federführung von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmerermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen der Holzwirtschaft ausgelobt. Vier Holzbauprojekte wurden in diesem Jahr mit dem renommierten Preis ausgezeichnet: das Studierendenwohnheim ‚Collegium Academicum‘ in Heidelberg, das Mikroappartementhaus ‚Cube 68‘ in Dinkelsbühl, der Gemeindesaal in Legau und die Kultur- und Sporthalle in Alfter. Geehrt wurden gleichermaßen Bauherren, Architekten, Tragwerksplaner und Holzbaubetriebe der ausgezeichneten Beiträge. Das Verfahren für metallfreie punktgestützte Flachdecken aus Holz, Gradient Density, wurde mit einem Sonderpreis gewürdigt. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wurde der Deutsche Holzbaupreis 2025 verliehen. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Weltleitmesse für die internationale holzbe- und -verarbeitende Industrie, LIGNA, in Hannover statt. Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, hob in ihrem Grußwort die vielen Vorteile des Holzbaus hervor: „Holz ist nicht nur nachwachsend – es ist nachdrücklich. Es steht für klimagerechtes Bauen, für regionale Wertschöpfung und für eine Architektur, die nicht nur in die Höhe wächst, sondern auch ins Herz. Diese Vorteile wollen wir verstärkt nutzen und z. B. mit der Holzbauinitiative stärken. Der Deutsche Holzbaupreis würdigt Projekte aus der Praxis und zeigt, wie Holz beim Neubau und der Sanierung eingesetzt wird. Fotos: Thilo Ross Urh. Nr. 4026999, Quelle: DGJ Architektur GmbH Fotos: David Matthiessen Fotos: Margot Gottschling Foto: Brigida González Geschäft hat sich in den letzten, mitunter turbulenten Jahren als erstaunlich konstant erwiesen – und die derzeitigen Herausforderungen im Neubaubereich lassen uns weitgehend unberührt. Wir sind deshalb auch mit der aktuellen Geschäftsentwicklung sehr zufrieden.” Im regionalen Umkreis von rund 50 Kilometern beliefert der Fachhandel Handwerker mit Dach- und Fassadenbaustoffen und präsentiert sich dabei als Vollsortimenter für Flach- und Steildach sowie im Fassadenbereich. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Schiefer, dem traditionellen Baumaterial des Bergischen Landes für Dach und Fassade. Was das Unternehmen dabei über so viele Jahre erfolgreich macht, fasst Ralf Kurth zusammen: “Unser großer Trumpf bei den Handwerkskunden liegt in unserer Fachkompetenz bei der Beratung: Unser Team besteht hauptsächlich aus ehemaligen Dachdeckern – auch in der Logistik. So stellen wir sicher, dass von der Angebotserstellung bis zur Anlieferung auf die Baustellen jedes Detail sitzt. ” Und noch einen Erfolgsfaktor betont Peter Kurth zum 60. Firmenjubiläum: Schon seit 1988 ist der Bedachungsfachhandel in der FDF-Kooperation. “Der Zusammenschluss von Bedachungshändlern regelt für uns vor allem die Abstimmung zu den Lieferanten. Ohne großen Wasserkopf hält die Kooperation hier den Rücken frei. Wir können uns somit voll auf unsere Kunden konzentrieren. Die FDF ist somit das Beste, was uns passieren konnte. Denn als Einzelunternehmen ohne Kooperationsanschluss kann man im Markt als Händler heute nicht mehr überleben“, so Ralf Kurth abschließend. Bedachungsfachhandel Dieter Kurth GmbH mit 60stem Firmen-Jubiläum Mit dem Erfolgsrezept top-kompetenter Beratung feiert der Bedachungsfachhandel Dieter Kurth GmbH aus Burscheid sein 60-jähriges Bestehen. Geführt wird das Unternehmen noch immer von den beiden Söhnen des Gründers. Aber die dritte Generation ist bereits mit im Familienbetrieb und ein Standortwechsel mit Neubau ist für kommendes Jahr geplant. Der Bedachungsfachhandel wurde 1965 von Dieter Kurth in seinem Burscheider Wohnhaus gegründet. Heute wird der Fachhandel von den beiden Söhnen des Gründers Ralf und Peter Kurth geführt. Peter ist seit 1977 für die kaufmännische Führung des Betriebes zuständig, während Ralf seit 1982 als gelernter Dachdecker für Fachfragen rund ums Dach zuständig ist. Seit 1975 sitzt der Familienbetrieb schon im Hahnensiefen 2 in Burscheid. Als einer der ganz wenigen Gewerbebetriebe im Landschaftsschutzgebiet zwischen Feldern und Wiesen genießt der Standort Bestandsschutz. Trotzdem ist für nächstes Jahr der Umzug ins benachbarte Gewerbegebiet ‘Straßerhof’ in Burscheid geplant. Das Betriebsgelände wird dann mit 5.000 qm deutlich größer sein. Vor allem der Neubau der Halle mit 60 x 20 Meter soll das Entladen von LKWs deutlicher vereinfachen, sowie die Möglichkeit zur Produkterweiterung bieten. “Wir wollten in Sachen Umzug eigentlich schon weiter sein, aber als Corona kam, haben wir das Projekt Neubau zeitlich nach hinten geschoben”, erzählt Peter Kurth. “Gleichzeitig haben wir die Unternehmensnachfolge inzwischen geregelt, was die Investition in die Zukunft am neuen Standort natürlich nochmal sinnvoller macht”, so Peter Kurth weiter. Mit den beiden Kindern von Ralf Kurth ist die Unternehmensweiterführung durch die dritte Generation gesichert. Marco Kurth ist als gelernter Dachdecker schon seit 2018 mit viel Fachwissen im Unternehmen tätig. Seit 2021 hat zudem Lisa Kurth den Familienbetrieb als kaufmännische Angestellte verstärkt. “Wir sind hauptsächlich im Renovierungs- und Sanierungsmarkt unterwegs”, erzählt Peter Kurth. “Das hat derzeit sicher eher Vorteile. Unser Familienunternehmen im Bedachungshandel (v.l.n. r.): Marco Kurth, Ralf Kurth und sein Bruder Peter sowie Lisa Kurth.

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