FDF DachNews - Ausgabe 2/2018

6 N EWS D ACH 2/18 7 Die evangelische Kirchengemeinde Nieder- Roden hatte sich entschlossen, ein bereits beste- hendes Gemeindezentrum auszubauen. Zurück blieb die bauliche Hülle der 1961/62 erbauten Christuskirche, die ein privater Bauherr erwor- ben und zum eigenen Wohnhaus umgebaut hat. Dabei bewahrte der neue Besitzer die Grund- struktur der zwei verschieden hohen Kirchen- schiffe mit ihrem hellen Außenputz und den flachgeneigten Pultdächern. Lediglich die ver- änderte Fenstergeometrie deutet an, dass sich dahinter eine neue Baustruktur auf nunmehr zwei Etagen verbirgt. Selbst den markanten Glockenturm aus Klinkermauerwerk hat der Bauherr erhalten und saniert, so dass die Geschichte des Bau- werks weiterhin erkennbar bleibt. Die gestalterische Klammer, die das gesamte Ensemble architektonisch zu einer Einheit zusam- menfasst, bildet der Werkstoff Titanzink. Die Dächer und die Dachentwässerung wurden ebenso mit diesem Material in der Rheinzink-Qualität prePatina schiefergrau ausgeführt wie die Fassadenbeklei- dung an einer Turmseite und an zwei Erkern. Die ehemaligen Schallluken im Turm erhielten eine Bekleidung mit Titanzink-Streckmetall, das die ehemalige Funktion dieser Öffnungen noch erahnen lässt, auch wenn hier heute keine Glo- cken mehr läuten. Schalungsbahn als Gewerkegrenze Nachdem der Zimmermann den Dachstuhl soweit erforderlich erneuert, eine Zwischen- sparrendämmung eingebaut und die Schalung samt Schalungsbahn aufgebracht hatte, über- nahm Spenglermeister Klaus-Peter Gerhart aus Kleinwallstadt die Ausführung aller Metallar- beiten. Die Schalung besteht aus 22 mm dicken OSB-Platten, auf denen als diffusionsoffene Schalungsbahn (sd ca. 0,02 m) eine Delta-Vent S Plus verlegt wurde. „Wenn ich rechtzeitig in die Absprachen ein- gebunden bin, versuche ich stets, diesen Auf- bau und diese Gewerkegrenze zu vereinbaren“, erklärt Klaus-Peter Gerhart. „Denn der Zim- mermann kann mit der Schalungsbahn seine Arbeit vor Niederschlägen schützen und wir haben eine Behelfsdeckung bis zum Beginn der Dacharbeiten. Gleichzeitig finde ich eine glatte und bei Bedarf leicht zu reinigende Flä- che vor, auf der ich dann die strukturierte Trennlage verlege.“ Bei einem solchen Aufbau benötigt die Struk- turmatte keine eigene Folie, weshalb AIR-Z von RHEINZINK zum Einsatz kam, ein Struk- turgeflecht ohne Folienkaschierung. Das Struk- turgeflecht sorgt für eine sichere Abführung der Feuchtigkeit unter den Scharen, die auf den Pultdächern der ehemaligen Kirche mit 7° Regeldachneigung verlegt wurden. Angesichts der geringen Neigung erhielten die Hauptdach- flächen eine Doppelstehfalzdeckung, während das knapp 30° geneigte kleine Dach des Turms die optisch prägnantere Winkelstehfalzde- ckung zeigt. Eine besondere Herausforderung war die Inte- gration von zwei niedrigen Gauben in das ohnehin schon sehr flach geneigte südliche Pultdach. Mit einer elegant ausgeführten rück- seitigen Kehle und einer leicht erhöhten Attika auf der Vorderseite gelang auch hier eine saubere Was- serführung. Diese Details wie auch alle Abschlüsse der Pultdächer an First und Traufe, an den Ortgängen sowie an der aufgehenden Wand stellte die Spenglerei Gerhart in handwerklicher Präzision mit selbst gefertigten Zuschnitten her. Lediglich für die vorgehängte Dachrinne und die Regenfallrohre kamen industrielle Formteile aus dem RHEINZINK-Sortiment zum Einsatz. Offene Bauweise beibehalten Wenn die rund 200 m² Dachfläche auf der ehe- maligen Christuskirche auch den mengenmä- ßig größten Anteil der Arbeit darstellte, waren die Arbeiten am Turm die technisch und archi- tektonisch spannendere Herausforderung – schon allein, weil der Turm einen markanten Blickfang darstellt, der jedem Vorbeigehenden sofort ins Auge fällt. Die nach Norden orientierte Turmseite war schon bei der Erbauung geneigt ausgeführt worden, was dem ganzen Kirchengebäude eine gewisse Leichtigkeit und wenn man so will Beschwingtheit verleiht. Die geneigte Fassade bietet allerdings der Witterung mehr Angriffs- fläche, was den Klinkern zwar selbst nach über 50 Jahren kaum anzusehen war, wohl aber den Fugen. Um nicht in einigen Jahrzehnten eine erneute Fugensanierung durchführen zu müs- sen, entschloss sich der Bauherr zu einer end- gültigen Lösung und ließ die Nordseite eben- falls mit Titanzink bekleiden. Durch die hier wiederum verwendete Winkelstehfalzdeckung entstand am Turm eine so vorher gar nicht vor- handene Einheit aus Dach und Wand. Zusätzlich betont wird diese Einheit durch die ebenfalls aus Titanzink prePatina schiefergrau hergestelltenAbschlüsse der Schallluken in der Ost- und Westwand. Waagerecht orientierte Lamellen aus Eiche Natur hatten hier vorher die Glocken gegen die Witterung geschützt, gleichzeitig aber ihr Läuten hinaus dringen las- sen. Auch wenn diese Funktion heute nicht mehr benötigt wird, erinnern die Öffnungen im Streckmetall, mit denen die Schallluken heute verschlossen sind, noch an den alten Zweck. Zunächst war erwogen worden, den alten Glo- ckenraum komplett mit Plexiglas hinter dem Streckmetall abzuschließen. „Dann hätten wir allerdings einen geschlossenen Hohlraum erzeugt, dessen Feuchtigkeit nicht entweichen kann“, erklärt noch einmal Klaus-Peter Ger- hart. „Deshalb haben wir für eine offene Bau- weise mit einem Insektengitter plädiert.“ Aus den plan gelieferten Titanzink-Streckgit- tern 700 x 4.500 mm fertigten die Spengler 600 mm hohe, doppelt umgekantete Kassetten, in deren Randprofilierung ein Nylonnetz einge- legt wurde, welches mit U-Profilen fixiert ist. Die so vorbereiteten Elemente konnten anschließend mit Blindnieten auf den ebenfalls neu eingebauten Aluminiumrahmen innerhalb der Schallluken montiert werden. Es entstand eine waagerechte Textur, die Assoziationen an die ursprünglichen Eichenholzlamellen weckt. Kann eine Kirche in ein modernes Wohnhaus umgebaut wer- den ohne ihre Historie aufzugeben? In Nieder-Roden 30 Kilo- meter südlich von Frankfurt hat das mit der 1961 erbauten Christuskirche geklappt. Markantes Baumaterial ist Titan- zink. Es wurde nicht nur für die Dachdeckung genutzt, son- dern auch als Bekleidung für den Glockenturm. Kirche wird zum Wohnhaus METALL Neues Flachdachprogramm von Klöber Klöber, der Spezialist für professionelles Dachzubehör hat ein neues Entlüftungs- und Entwässerungsprogramm für Flachdächer. Das komplett überarbeitete Portfolio setzt neue Maßstäbe bei den Ablaufwerten von Dachabläufen und Abluftleistungen bei Lüf- tern. So übertrifft die Ablauf- leistung bei einer Freispiegel- entwässerung mit dem Dachab- lauf Flavent pro beim Durch- messer DN 70 den fünffachen Ablaufwert nach DIN. Auch die Abläufe in den weiteren Durchmessern mit DN 100, DN 125 und DN 150 zeichnen sich durch deutlich höhere Ablauf- werte aus. So liegt der Ablauf- wert für den Flavent pro Dach- ablauf DN 100 in senkrechter Ausführung bei einer Anstau- höhe von 65 mm sogar bei 23 l/s. Damit liegen die Leistungen der neuenAbläufe aus dem Fla- vent® pro-Programm deutlich über den Leistungen vergleich- barer Wettbewerbsprodukte. In der Folge werden weniger Dachabläufe zum sicheren Entwässern von Flachdächern benö- tigt. Dies spart Kosten und Arbeitszeit. Die Produkte werden anwendungsgerecht als Komplett-Set geliefert oder können im Bau- kastensystem selber zusammengestellt wer- den. Die Verarbeitung der aufeinander abge- stimmten Elemente wurde vereinfacht und ermöglicht eine sichere Montage auf der Bau- stelle. Insbesondere bei Verwendung des Bau- kastensystems wird mit der einzigartigen Click-Technik von Klöber durch ein deutlich hörbares „Click“ signalisiert, dass alle Bauteile richtig zusammengefügt sind. Durch die Kombination ver- schiedener Bauteile lassen sich Endprodukte für jede Anforde- rung zusammensetzen. Insge- samt können über 900 Lüfter, Dachabläufe und Dachdurch- gänge auf der Basis von nur 105 Modulelementen zusammenge- stellt werden. Vorteilhaft ist auch, dass 31 verschiedene Anschlussarten die sichere und homogene Anbindung an die unterschiedlichen Abdichtungs- arten der führenden Flachdach- bahnen-Hersteller erleichtern. Die Produkte der Flavent pro- Linie werden unter anderem aus PPO, einem hochwertigen Kunststoff gefertigt. Dieses High-tech Material ermöglicht eine lange Lebens- und Funktionsdauer der neuen Pre- mium-Produkte aus dem Hause Klöber. Die einzelnen Elemente kön- nen im Baukastensystem zu- sammengestellt werden, hier am Beispiel eines Flavent pro Dachablaufs. Flachdachziegel für den Denkmal-Speicher Der Flechtheimspeicher im Hafen von Münster wurde Ende des 20. Jahrhunderts errichtet und steht heute als Gebäudekom- plex unter Denkmalschutz. In den 1930er Jahren erfolgte mit dem sogenannten Rhe- nusspeicher ein Anbau, der mit insgesamt zehn Stockwerken deutlich höher ist. Nun wurde der Speicher aufwendig saniert und dabei mit dem Flachdachziegel J13v in naturrot von Jacobi Walther Dachziegel ein- gedeckt. Die einst als Getreidespeicher gebauten Spei- cher zählen heute zu den wenigen verbliebenen Nutzgebäuden, die in der Hochzeit der Indus- trialisierung in der zeitgenössischen typischen Klinker- und Backsteinarchitektur errichtet wurden. Das Gebäudeensemble prägt heute das Hafenbild von Münster und setzt im sonstigen urbanen Industrieumfeld einen historischen Akzent. ter, die seit 1968 Eigentümerin des Bauwerkes sind, entschieden hochwertige Büroflächen und Praxisräume zu schaffen. Unter der Lei- tung der planenden Architekten Pfeiffer Eller- mann Preckel GmbH wurde der Flachdachzie- gel J13v in naturrot von Jacobi Walther Dach- ziegel ausgewählt eingedeckt. Insgesamt rund 11.700 Dachziegel wurden auf einer Dachflä- che von ca. 900 m² benötigt. Mit einer Nutz- fläche von rund 8.400 m² bietet das Gebäude viel Platz im Hafengelände der Stadt Münster, unweit des historischen Verladekrans. Der Flachdachziegel J13v im klassischen naturrot schafft Aufmerksamkeit und strahlt gegen das grau-monotone Erscheinungsbild des Hafens. Premium-Ziegel für alle Regionen Beim Verlegen des J13v erreicht man durch seine ausdrucksstarke, geschlossene Krempe ein markantes Deckbild, das in ganz Deutsch- land gefragt ist. Mit vielen unterschiedlichen Oberflächen und Farben, vor allem aber mit hochwertigen Glasuren punktet der Premium- Flachdachziegel. Mit einer Verschiebbarkeit von bis zu 30 Mil- limetern bietet sich Architekten, Dachdeckern und Bauherren ein großer Spielraum bei der Planung von Neubauten und Sanierungen. Eine einfache Seitenfalzklammer sorgt bei dem Flachdachziegel für vollständige Windsogsi- cherheit, und die 4-fach-Überdeckung im Vier- ziegeleck schafft zusätzlichen Halt. Aufwendige Dachsanierung Seit den Errichtungen wurden Flechtheim- und Rhenusspeicher lange Zeit als Getreidespei- cher genutzt, weil die Stadt Münster als wich- tiger Umschlagsort für Getreide galt. Auch nach der Lagerung von Getreide blieb das Gebäude Lagerstätte für unterschiedlichste Waren und Güter. Seit 2007 stand der Gebäu- dekomplex bis zur Umsetzung eines alternati- ven Nutzungskonzeptes leer. In den Jahren 2014 und 2015 wurde der Spei- cher aufwendig saniert. Die Stadtwerke Müns-

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