FDF DachNews - Ausgabe 3/2018
6 Wer von uns kennt das nicht? Ein Termin jagt den nächsten, der E-Mail-Account läuft über und das Telefon klingelt ohne Unterlass. Keine Zeit zum Einkaufen, Kochen, Essen, Familie, Hobbys. Auf dem Weg zur Firma holen wir uns beim Bäcker eine Kleinigkeit, trinken zu viel Kaffee, mittags essen wir etwas aus der Imbissbude und abends schla- fen wir vor dem Fernseher ein. Solche Tage ab und zu sind kein Problem. Auf Dauer besteht jedoch die Gefahr, dass sie krank machen. Die moderne Gesellschaft mit demAnspruch der ständigen Erreichbarkeit und Perfektion, ihrer Schnelllebigkeit und Informationsflut bieten einen Nährboden für Erschöpfungs- krankheiten. Besonders Menschen mit einem hohen Pflichtbewusstsein und Verantwor- tungsgefühl können in die Burnout-Falle tap- pen. Aber nicht nur Manager sind gefährdet. Auch chronische Krankheiten, belastende Lebenssituationen, das Gefühl der Ausweglo- sigkeit, die Pflege eines Angehörigen, ständige Über- oder Unterforderung u.v.m. können in einer tiefen Erschöpfung enden. Denn all diese Aspekte lassen unsere Stresspegel dauerhaft ansteigen. Vereinfacht ausgedrückt, steuern Gefühle über das Hormon- und Nervensystem Organfunk- tionen und Körperregelkreise. Diese Vorgänge können nicht mit dem Willen beeinflusst wer- den. Wir kennen das alle, wenn wir vor einer Prüfung mit Durchfall zu kämpfen haben oder vor Aufregung stark schwitzen. Diese Mecha- nismen erklären, warum körperliche Beschwerden zu den quälenden psychischen Auswirkungen hinzukommen. Hält der Zustand über längere Zeit an, besteht die Gefahr, dass wir auch körperlich krank werden. Stecken wir im Hamsterrad fest, fällt es beson- ders schwer, der Stressspirale zu entgehen. Kleine Auszeiten helfen, die Balance im Leben wieder zu finden. Die folgenden Tipps geben Ihnen Anregungen, wie Sie wieder zur Ruhe kommen und ein Gleichgewicht zwischen An- und Entspannung finden können. Suchen Sie sich zu Beginn einen der Vorschläge heraus und versuchen Sie, diesen in Ihr Leben zu inte- grieren. Bereits kleine Schritte können viel bewirken. Ein Kurzzeit-Coaching kann helfen, die persönlichen Stressfallen zu entdecken und individuelle Lösungen zu finden. Gesund ernähren. Eine Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst, Voll- kornprodukten und gesunden Ölen versorgt unseren Körper mit den wichtigen Vitaminen, Spurenelementen, Mineral- stoffen u.v.m. Fastfood, Fertig- gerichte, Weißmehl, Zucker und Konservierungsstoffe soll- ten soweit wie möglich ver- mieden werden. Entspannungsmethoden erlernen. Methoden wie Achtsamkeitstechniken, Autogenes Training, Yoga, Tai Chi oder Medi- tation helfen, die Anspannung abzubauen und das Gedankenkarussell anzuhalten. Einmal erlernt helfen schon ein paar Minuten täglich das Stresslevel zu senken. Auch einige Hobbys wie z.B. Malen, Handwerkern oder Bogen- schießen eignen sich gut. Regelmäßig bewegen . Walken, Schwimmen, leichtes Jogging, Rad fahren o.ä. Moderate Bewegung norma- lisiert die Stresshormone. 2 bis 3 Mal wöchent- lich 30 Minuten reichen bereits aus. Leistungs- sport bewirkt jedoch das Gegenteil. Die Dosis ist entscheidend. Genügend schlafen. Schlaf wirkt Wunder. Im Schlaf laufen wichtige Regenerationsprozesse für Körper und Geist ab. Wie viele Stunden Schlaf benö- tigt werden, ist individuell unterschiedlich. Alkohol und das Blaulicht von PC, Smartphone oder Tablet stören den Schlaf- Was war zuerst da: Das Ei oder das Huhn? Nicht nur über die „Huhn oder Ei-Frage“, auch über die Ursachen eines Burnouts kann man wunderbar philosophieren. Denn es gibt zwei Wege, wie diese Erschöpfungs-Krank- heit entstehen kann. 1. Eine körperliche Krankheit kann zu einem dauerhaften Erschöpfungsgefühl führen. Dies kann viele Ursachen haben. Beispielsweise eine chronische Entzündung, z.B. von einem wurzelbehandelten Zahn, oder ein erkranktes Organ. Auch eine Unterversorgung mit Mine- ralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen ist ein großes Problem. Natürlich führt nicht jede körperliche Erkrankung in ein Burnout. Viele Faktoren müssen zusammenkommen. Je nach persönlicher Situation kann es jedoch passieren, dass aus einer körperlichen Erkran- kung auf Dauer psychische Beschwerden ent- stehen. 2. Oder die Ursache liegt im psychisch/emo- tionalen Bereich. Die Gründe sind hier so vielfältig, wie es Menschen gibt. Häufig sind besonders die Personen betroffen, die sehr engagiert sind und alles perfekt machen möchten. Traumatische Erfahrungen, wie z.B. der Verlust eines Menschen, können uns auch viele Jahre später noch einholen. Prägungen aus der Kindheit beeinflussen unser Verhalten und unsere Gefühle als Erwachsener. Ängste, Probleme in der Familie, aber auch Über- oder Unterforderung sind weitere Gründe. All das bringt unter Umständen unser Nerven- und Hormonsystem aus dem Takt und ist je nach individueller Situation mitverantwort- lich für körperliche Krankheiten. Welche Anzeichen gibt es? Ein Burnout entsteht nicht über Nacht. Es ist ein schleichender Prozess und die Anzeichen subtil. Je nach Typ, Veranlagung und Fort- schreiten der Erschöpfung treten u.a. folgende Symptome auf: Kopf-, Rücken-, Magen- schmerzen, Übelkeit, Schwindel, Herzrasen, erhöhter Puls und Blutdruck, Schlafstörun- gen, innere Leere, Stimmungsschwankungen, bleierne Müdigkeit, Reizbarkeit, Ängste, depressive Gefühle, Verzweiflung, Konzen- trationsstörungen. Vernachlässigung von sozialen Kontakten und Hobbys. Nicht selten versuchen die Betroffenen mithilfe von Dro- gen wie Kaffee, Alkohol oder Schlaftabletten leistungsfähig zu bleiben. Viele der Symp- tome kommen auch bei anderen Erkrankun- gen vor. Deshalb wird ein drohendes Burnout oft erst spät erkannt. Eine medizinische Abklärung ist unerlässlich. Wer die Anzeichen nicht beachtet und früh- zeitig die Notbremse zieht, schlittert grade- wegs auf den kompletten Zusammenbruch zu. Aber egal, zu welchem Zeitpunkt der Betroffene Hilfe sucht, es gibt viele ganzheit- liche Therapieansätze. Und ein Burnout kann auch als Chance genutzt werden. Denn die tiefe Erschöpfung kann als eine Notbremse unseres Körpers ver- standen werden. Nun sind wir gezwungen, uns den unangenehmen Themen zu stellen und die Probleme anzugehen. Ist das geschafft, kann das Leben neu beginnen. Dauerstress bringt unser Hormonsystem gehö- rig aus dem Takt. Bei Stress produziert unser Körper verschiedene wichtige Hormone. Wenn wir in der Steinzeit von einem Säbelzahntiger angegriffen wurden, war Kampf oder Flucht die Devise. Adrenalin und Co. halfen uns dabei, denn sie erhöhen die Herzschlagfre- quenz, steigern die Durchblutung der Musku- latur und der Lungen und halfen uns so, die Beine in die Hand zu nehmen und wegzulau- fen. Innere Organe werden in diesem Stress- modus nicht mehr gut versorgt. Schließlich wird alle Energie für Flucht oder Kampf benö- tigt. Was einst unser Überleben sicherte, schießt heute weit über das Ziel hinaus. Denn wirklich lebensbedrohliche Situationen erleben wir zum Glück nur noch selten. Die Stresshor- mone werden trotzdem produziert. Kommen weitere Faktoren hinzu, besteht die Gefahr, dass wir auf Dauer krank werden. Es gibt eine Vielzahl von Therapiemöglichkei- ten, wenn der Stress zu viel wird. Der Königs- weg ist sicherlich die Prävention. Wer in einer frühen Phase Hilfe sucht, hat gute Aussichten, erst gar nicht in die totale Erschöpfung zu rut- schen. Aber auch bei einem fortgeschrittenen Stadium gibt es viele Behandlungsmethoden, die zum Ziel haben, das körperliche und psy- chisch/emotionale Gleichgewicht wiederher- zustellen. Die Handwerker App für Dachprofis ß Einfach ß Praktisch ß Schnell ß Gratis JETZT DOWNLOADEN! Wach-Rhythmus empfindlich. Der Schlaf wird weniger erholsam. Deshalb am Abend lieber lesen, Musik hören oder einen Spaziergang machen. Erholungstage einbauen . Nehmen Sie sich immer wieder mal einen Tag Zeit für sich selber. Ohne Pläne, ohne Zeit- druck oder Verpflichtungen. Leben Sie in den Tag hinein und machen Sie nur Dinge, über die Sie sich freuen. Die Stresshormone können runterfahren und Erholung stellt sich ein. Soziale Kontakte pfle- gen. Freundschaften, Familie, Partner- schaft - das Gefühl gebraucht zu wer- den und Rückhalt zu erfahren, ist enorm wichtig. Halten Sie sich regelmäßig Zeiten für Ihre Lieben frei. Am besten tragen Sie diese Zeiten als feste Termine in Ihren Kalender ein. Dabei sollten auch Phasen von ungezwunge- nem Stunden mit Spaß und Lachen nicht feh- len. Denn Lachen ist ein effektiver Stresskiller. Grenzen setzen . Wer niemals Nein sagt und es allen recht machen will, missachtet seine eigenen Bedürfnisse. Nein-Sagen fällt am Anfang schwer. Widerstehen Sie dem ersten Impuls, einer Bitte sofort zuzustimmen. Erbitten Sie sich Bedenkzeit. Dann können Sie in Ruhe überlegen, ob, unter welchen Umständen und in welchem Umfang Sie der Bitte zustimmen können. Multitasking abschaffen. Das Erledigen mehrerer Aufgaben gleichzeitig spart scheinbar Zeit. Aber Multi- tasking ist ein Mythos. Das Gehirn schaltet bei zwei komplexen Aufgaben, z.B. telefonieren und gleichzeitig eine Mail schreiben, zwischen den Tasks hin und her. Die Konzentration lei- det. Besser ist es, die Aufgaben nacheinander zu erledigen. Dem Burnout vorbeugen Acht effektive Anti-Stress-Tipps Elke Hugot ist Heilprakti- kerin und Burnout-Coach. Sie blickt auf über 20 Jahre Erfahrung im Projektma- nagement zurück. Die Auswirkungen der enor- men Veränderungsge- schwindigkeit, Informati- onsflut und fehlenden Lebensbalance sind ihr Über die Autorin: wohlbekannt. So führte sie ihr Weg zu einer neuen Berufung. Für Firmen bietet sie Seminare und Coa- chings zu den Themen Stressmanagement, Burnout, Achtsamkeit und allgemeiner Gesundheitsprävention an. Mit einer großen Portion Pragmatismus zeigt sie Wege auf, wie der Einzelne die Themen Gelassenheit und Gesundheit angehen kann. info@heilpraktikerin-hugot.de 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Die konjunkturelle Lage für Bau-Handwerker sieht blendend aus. Die Kehrseite voller Auftragsbücher sind aber Chefs und Mitarbeiter am Rande der Belastbar- keit. Vorsicht, es droht die Burnout-Falle. Unsere Autorin ist Heilpraktikerin und Burnout-Coach. Was sind die Symptome? Wie können Sie gegensteuern? Gestresst, ausgebrannt, erschöpft Burnout kann jeden treffen GESUNDHEIT Bild: Fotolia.de, strichfiguren.de Bild: Fotolia.de, strichfiguren.de Bild: Fotolia.de, strichfiguren.de Anzeige Klöber mit neuer Flüssigabdichtung In diesem Jahr präsentierte Klöber die leistungsstarke und umweltfreundliche Flüssigabdichtung HydroStopEU Alpha- Hybrid 5300. Das System ist nach ETAG 005 (ETA-13/0654) geprüft. Die Flüssigab- dichtung auf Basis eines terminierten Polyethers ist lösemittelfrei und enthält keine Weichmacher oder Gefahrstoffe. Das innovative und hochwertige Abdich- tungssystem kann nahezu witterungsunabhän- gig eingesetzt werden, da es sich auch bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuch- tigkeit gut und sicher verarbeiten lässt. Alpha- Hybrid 5300 kann auf unterschiedlichsten Untergründen eingesetzt werden und benötigt bei zahlreichenAnwendungen keine zusätzli- che Vorbehandlung durch Grundierung. Mit einem systemeigenen Primer können zudem auch Abdichtungen auf anspruchsvollen Oberflächen realisiert werden. Das AlphaHybrid 5300 System eignet sich auch für Abdichtungen mit stehendemWasser inWasserläufen oder Regenrinnen. Das Mate- rial zeichnet sich durch eine hohe Dehnfähig- keit und Zugfestigkeit aus und wirkt rissüber- N EWS D ACH 3/18 7 brückend gemäß den Vorgaben der ETAG 005. Der vollflächige Haftverbund mit dem Untergrund verhindert die Gefahr der Unter- läufigkeit. In den Standardfarben Schiefer- grau, Anthrazit undWeiß genügt AlphaHybrid 5300 auch gestalterischen Ansprüchen. Die Verarbeitung des Systems ist handwerks- gerecht, einfach und sicher. AlphaHybrid 5300 wird auf den trockenen Untergrund auf- getragen und das Polyestervlies 5300 zur Armierung eingelegt. Darauf erfolgt ein wei- terer Anstrich „nass in nass“. Auch für vertikale Bauteile: Mit dem Sys- tem HydroStopEU AlphaHybrid Vertikal, das auf Basis von AlphaHybrid 5300 entwi- ckelt wurde, erhält der Verarbeiter eine dickflüssigere Variante speziell für den Ein- satz bei vertikalen Flächen und Dachdurch- dringungen. Durch die hohe Viskosität lässt sich das System auch bei diesen Detailan- wendungen fachgerecht und sauber für ein sicheres und optisch ansprechendes Anwen- dungsergebnis einsetzen. 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