FDF DachNews - Ausgabe 3/2018
fort automatischer Fenster mit einem energie- autarken Betrieb, wie ihn Velux Integra Solar- dachfenster ermöglichen. Die Sonne lädt dabei über ein außen in das Fenster integrier- tes PV-Paneel einen Hochleistungsakku, der den Betrieb auch bei Nacht oder an trüben Tagen sicherstellt. Auf einen elektrischen Anschluss des Fensters und den zugehörigen Verkabelungsaufwand kann dadurch komplett verzichtet werden. Sowohl innen als auch außen optisch integriert Velux Integra Solardachfenster können in Hausautomationssysteme oder Programm- automatiken eingebunden werden, aber alter- nativ auch nach den individuellen momenta- nen Bedürfnissen mit Funkfernbedienungen angesteuert werden. Der stets enthaltene Regensensor schließt die Fenster bei einset- zendem Niederschlag automatisch, so dass ein Vergessen der offenen Fenster sicher aus- geschlossen ist. Die möglichen Verglasungen reichen von wärmedämmendem Zwei-Schei- ben-Isolierglas bis hin zu passivhaustaugli- chen Drei-Scheiben-Gläsern. Die äußere Scheibe besteht dabei jeweils aus Sicherheits- glas mit erhöhtem Hagelschutz. Außerdem können die Fenster mit ebenfalls automati- sierbarem Verdunkelungs- oder Hitzeschutz- lösungen kombiniert werden. Bei den sechs jeweils 66 x 98 cm großen Dachfenstern des Wohn-, Ess- und Kochbe- reichs der Bauherrenwohnung konnte auf diese Zusatzmaßnahmen verzichtet werden. Hier ging es neben der Funktion vor allem um die optische Integration der Fenster, die mit dem klar lackierten Holz nahtlos an die Bal- ken und die Sichtschalung der Innenansicht anschließen und mit dem dunklen Alumi- nium-Eindeckrahmen auch außen ohne Farb- kontrast in der Ziegeldeckung liegen. Verdunkelungs-Rollos kamen hingegen bei den zwei weiteren Dachfenstern zum Einsatz, die mit einer Größe von jeweils 66 x 118 cm eines der Kinderzimmer versorgen. Dadurch entstand ein attraktiver Raum. Aus ursprüng- lich etwa 150 m² Wohnfläche wurden unter Einbeziehung des Stadels und der Stallbereiche vier neueWohnungen mit zusammen rund 350 m² nutzbarer Fläche. Heuboden 2.0 An dem über 100 Jahre alten Bauernhof in Garmisch hatte der Zahn der Zeit gleich in mehrfacher Hinsicht genagt. Nach Jahrzehnten ohne grundlegende Renovierung war die Bau- substanz verschlissen und die Haustechnik ver- altet, gleichzeitig entsprachen die Innenräume in Zuschnitt und Nutzung kaum noch heutigen Vorstellungen. Abriss wäre also durchaus eine Option gewesen, doch die neuen Eigentümer entschieden sich für eine Totalentkernung und einen anschließenden Wiederaufbau, der den Charme und die regionaltypischeAusstrahlung des ursprünglichen Gebäudes mit moderner Funktionalität kombiniert. Selbst die Anmutung des früheren Stadels, also des Heubodens im Obergeschoss, konnte mit einer bis ins Detail sorgfältig geplanten Holzbauweise bewahrt und zeitgemäß inter- pretiert werden. Im Inneren stehen hingegen funktionale Raumzuschnitte, moderne Hei- zungs- und Energiestandards sowie ein völlig neuer Umgang mit dem Tageslicht für das Leben und Wohnen nach heutigen Maßstäben. Einen besonderen Raum entwickelteArchitekt Josef Schmid mit dem nach oben offenen Wohn-, Ess- und Kochbereich im Oberge- schoss, der mit sechs Velux Integra Solardach- fenstern großzügig belichtet und zugleich sehr effizient automatisch belüftet wird. Von der alten Bausubstanz konnten nur die 36,5 cm dicken Außenwände auf dem Grund- riss von ca. 16 × 8 m erhalten werden. Alles andere ist Neubau, was neben der kompletten Gebäudetechnik sowie den Innenwänden und Fenstern speziell für das Dach und den ehema- ligen Heuboden gilt – auch wenn gerade diese Bauteile so wirken, als hätten sie schon immer in dieser Form zum Gebäude gehören müssen. Ein Eindruck, der durch die Entscheidung für traditionelle Bauweisen und handwerkliche Holztechniken unterstützt wird. Konstruktiv wurden die verbretterten Außen- wände des Stadels durch modernes wärmege- dämmtes Mauerwerk ersetzt, das am nach Nordosten orientierten Giebel von großen, über zwei Geschosse reichenden Verglasungen durchbrochen wird. Diese moderne Bauaus- führung, die eine zeitgemäße Energieeffizienz und Behaglichkeit in den Innenräumen sicher- stellt, erhielt von außen eine hinterlüftete Wandbekleidung aus 28 mm dicken Brettern. Um den alten Charakter des Stadels optisch wieder aufleben zu lassen, verwendete die Zimmerei Saffer dabei bewusst Bretter mit unterschiedlicher Breite, die außerdem mit einem speziellen, vorne abgerundeten Hobel „geschrobbt“ wurden. Diese traditionelle Bear- beitungstechnik schafft eine lebendige Holz- oberfläche und vermeidet in Kombination mit der unregelmäßigen Brettgeometrie eine künst- lich und allzu akkurat erscheinende Fassade. Stattdessen entsteht ein individueller Rhyth- mus, der durch die Plastizität der Boden- Deckel-Anordnung der Bretter zusätzlich unterstützt wird. Besonders anschaulich beschreibt diesen Effekt die regionale Bezeich- nung, spricht man hier doch von den Deckeln als „überlugenden Brettern“. Die Holzfassade befindet sich nicht nur vor geschlossenen Wandbereichen, sondern am Nordostgiebel teilweise auch vor Fensterflächen. Hier wurden jedoch die „Überluger“ wegge- lassen und die Bretter auf Lücke gesetzt, wodurch in den Innen- räumen ein an den früheren Sta- del erinnernde Streiflicht ent- steht. Zur modernen Funktionali- tät in der traditionellen Bauweise gehört dann wieder, dass die Bekleidung vor den Fenstern aus einzeln herausnehmbaren Modu- len gefertigt wurde. So sind auch eine Veränderung der Lichtstim- mung und vor allem ein unproblematisches Fensterputzen möglich. Tiefer Dachfenstereinbau Auch beim Neuaufbau des Dachs wurden tra- ditionelle Bauweisen mit zeitgemäßen techni- schen Lösungen kombiniert. So besteht der komplett erneuerte Dachstuhl aus massivem Balken und nicht etwa aus Leimholz. Künftige Trocknungsrisse in den Balken wurden dabei bewusst in Kauf genommen, weil sie zusam- men mit der wiederum handgeschrobbten Oberfläche der sichtbar gelassenen Konstruk- tion einen eigenen Charakter verleihen und einen offenkundig neuen, sterilen Eindruck vermeiden. Die Dachflächen bestehen aus einer raumseiti- gen Sichtholzschalung mit PUR-Aufsparren- dämmung sowie sorgfältig geplanten wind- und luftdichtenAnschlüssen speziell im Bereich der Holzfassade. Die äußere Dachansicht wird vom Kupfer der Gaubenbekleidungen und der leben- digen Textur der schwarz engobierten Doppel- muldenfalzziegel geprägt. Am auffälligsten in dieser äußeren Ansicht ist aber gerade das, was eigentlich gar nicht auf- fällt: Das Dach enthält acht moderne Dach- fenster, die in den Innenräumen eine großzü- gige Versorgung mit Tageslicht nach heutigen Vorstellungen sicherstellen, dabei jedoch in der mit traditionellen Techniken und Materialien ausgeführten Dachlandschaft nicht als Fremd- körper auffallen. Möglich wurde dies durch die Verwendung von Velux Eindeckrahmen EDJ „Ziegel für vertieften Einbau“, mit denen die Fenster 4 cm tiefer als beim Standardeinbau zu liegen kommen. Diese Reduzierung der Ein- bauhöhe mag zunächst nicht sehr groß erschei- nen. Tatsächlich sorgt sie aber dafür, dass die Fenster kaum noch aus den Dachziegeln herausragen, wodurch speziell in der Schräg- ansicht eine ungestörte, dem vertrauten Bild entsprechende Dachflächenoptik entsteht. Automatisch steuerbare Querlüftung Sechs der insgesamt acht Dachfenster befinden sich im Herzstück des umgebauten Gebäudes: dem großzügigen, nach oben offenen Wohn-, Ess- und Kochbereich des Bauherrn. Dieser Raum ist schon durch die großflächige Vergla- sung des Nordostgiebels gut mit Tageslicht versorgt. Der zusätzliche Einbau von jeweils drei Velux Dachfenstern auf beiden Seiten der Dachschräge erlaubte es sogar, eine offene Galeriefläche von ca. 10 m² in zweiter Ebene zu errichten, ohne dass dadurch dunkle Ecken oder schattige Nischen entstanden sind, die den sehr hellen Charakter des Raums beeinträchti- gen würden. Die Dachfenster sind jedoch nicht nur Teil des Belichtungs-, sondern auch des Belüftungs- konzepts. Ihre Positionierung an den gegen- überliegenden Seiten des Dachs ermöglicht am Hochpunkt des Raums eine besonders effek- tive Querlüftung, die warme und verbrauchte Luft auf der einen Seite abführt und auf der anderen Seite gleichzeitig Frischluft zuführt. Wegen der hohen Einbaulage war eine elektri- sche Fensterbedienung unabdingbar. Architekt Josef Schmid ging jedoch noch einen Schritt weiter und kombinierte den Bedienungskom- In einem früheren Bauernhaus in Garmisch entstanden vier neue Wohnungen, die die heutigen Lebensvorstellungen und Wohnfunktionen elegant in die handwerklich geprägte regionale Bautradition integrieren. Den spannendsten Raum bildet der ehemalige Heuboden, der mit seiner Giebelvergla- sung und den elektrischen Dachfenstern höchsten Anforde- rungen gerecht wird und trotzdem Tradition wahrt. Kaum wieder zu erkennen: Das ehemalige Bau- ernhaus in Garmisch vor und nach dem Umbau. Die Velux-Fenster über dem Bereich Küche/Essen können über eine Programmautomatik oder per Funkfernbedienung angesteuert werden. In der hier gewählten Ausführung als Solarfenster ist keine zusätzliche Stromversorgung erforderlich. Die Belichtung über die Gauben wird durch die Dachfenster ergänzt, so dass weder in der Küche noch auf der Galerie des Dachgeschosses dunkle Ecken oder Teilbereiche entstehen. Die Wohnfläche im umgebauten Haus konnte mehr als verdoppelt wer- den, wie im Bild rechts etwa um die Kinderzimmer. Bild oben: Der Blick in die entkernten Mauern – hier bereits mit erneuertem Dach – lässt den desolaten Zustand des ursprüngli- chen Gebäu- des erahnen. Blick in das Dachgeschoss während der Bauphase. Rechts ist die galerieartig geöffnete Ebene über dem Wohn-, Ess- und Kochbereich zu erkennen. Flachdach und Terrasse Schlanke Dachlösung Besonders bei der Sanierung oder Moderni- sierung steht für eine zeitgemäße Dämmung oft wenig Platz zur Verfügung. Die Linz- meier Bauelemente GmbH aus Riedlingen präsentieren dazu zwei Lösungen, die eine hochwirksame Dämmung mit wenig Bau- raum ermöglichen: das neue LINITHERM Hybrid-Dach sowie die Flachdach- und Ter- rassendämmung LINITHERM PQP mit Vakuumkern. Mit diesen schlanken Dach- konstruktionen lassen sich auch die strengen Anforderungen der Energieeinsparverord- nung (EnEV) erfüllen – für eingedeckte Dächer genauso wie für Flachdächer. Flachdach- und Terrassendämmung Die Flachdach- und Terrassendämmung LINITHERM PQP mit Vakuumkern ermög- licht die wirkungsvolle Dämmung von Räu- men unter Terrassen oder Balkonen. Da die Zugänge nach der Dämmung weiterhin frei bleiben sollen, steht für die Isolierung der Räume darunter oft nur wenig Höhe zur Verfügung. LINITHERM PQP kombiniert eine hohe Dämmqualität mit niedriger Höhe und erreicht bei einer Dämmstärke von nur 40 mm einen U-Wert von 0,27 W/(m 2 K). Flachdachdämmung mit Vakuumkern LINI- THERM PQP Dachaufbau von außen nach innen: Kies/Terrassenplatte, Abdichtungsbahn, LINITHERM Gefälledämmung, LINITHERM PQP, Bitumenbahn, Beton. LINITHERM Hybrid-Dach, Dachaufbau von außen nach innen: Dacheindeckung, Dachlat- tung, Konterlattung, LINITHERM Aufspar- rendämmung, LINITHERM L+D-Folie Luft- dichtheitsschicht, Sparren, Zwischensparren- dämmung, LINITHERM LiFo Pro Dampf- sperre, raumseitige Bekleidung. LINITHERM Hybrid-Dach Die Dämmung eines Satteldachs für ein Effi- zienzhaus 55 würde beispielsweise so ausse- hen: Unter der Lattung wird eine 100 mm dicke LINITHERM Aufsparrendämmung verlegt. Die LINITHERM L+D-Folie auf den Sparren dient als PP-Dampfbremse und Luftdichtheitsfolie. Zwischen den Sparren wird mit 160 mm dicker Mineralfaser gedämmt. Und unter den Sparren schützt die LINITHERM LiFo Pro-Folie vor Feuchtig- keit aus den Innenräumen. Das Ergebnis ist eine schimmel- und feuch- teresistente Dämmung, die einen U-Wert von 0,12 W/(m 2 K) erreicht – und das bei einem besonders schlanken Dachaufbau. Bei einer Sanierung kann die Dicke der Däm- mung einfach den in der Energieeinsparver- ordnung vorgegebenen Dämmwerten ange- passt werden. Zudem sind die LINITHERM Dämmele- mente gut zu verarbeiten: Dank der speziel- len Kantenverbindungen lassen sie sich schnell und dicht verlegen. Und bei Bedarf erleichtern die aufgedruckten Raster den Zuschnitt. 8 3/18 N EWS D ACH BELICHTUNG 9
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