FDF DachNews - Ausgabe 2/2019
In der neuen Produktionsstätte des Sensoren- Hersteller Elobau in Probstzella befindet sich der Werkzeugbau. Die Vorgaben für die hoch- präzisen Maschinen in der 1150 m² großen Werkshalle: zulässige Temperaturschwankun- gen in der Produktion ± 1°C. Um dieses Ziel klimaneutral sicherzustellen, mussten Wärme- dämmung, Heiz- und Klimatechnik und der Sonnenschutz exakt stimmen. Dicke Dämmpa- kete in der Fassade und auf dem Flachdach, Dreifachverglasung mit außenliegenden Jalou- sien, Photovoltaik auf dem Dach und auf den Freiflächen und eine Geothermie-Kollektoran- lage zur Kühlung machen es möglich. Die ers- ten Erfahrungen mit dem Neubau bestätigen die in der Planung simulierte Energiebilanz, dass das Bauwerk mehr Energie produziert als es selbst verbraucht. Mit einer sogar positiven Klimabilanz sieht sich das Unternehmen in sei- ner Branche als Vorreiter am Produktionsstand- ort Deutschland. Fü r Menschen gebaut: Der hohe ethische Anspruch der Unternehmensleitung fordert neben der klimaneutralen Produktionsstätte auch ein Bauwerk, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Natürliche Baustoffe waren daher erste Wahl. Schiefer ist ein solcher Bau- stoff, ein hochwertiges langlebiges Deckungs- material, sozusagen Natur pur. Neben dem Schiefer an der Fassade sind es moderne leis- tungsfähige Holztragwerke, die das Werk prä- gen. Prägende Schieferfassade: Über dem 3,5 Meter hohen, waagerechten Fensterband erstreckt sich eine 6,5 Meter hohe Schieferfas- sade. Sie besteht rundum aus insgesamt 50 tra- Eigentlich sind Schieferfassaden in Probstzella nichts Ungewöhnliches. Der Ort liegt schließlich unweit des Thž üringer Schiefergebirges. Die Fassade der Elobau sprengt allerdings einige Maßstäbe. Sie ist groß, dennoch voller Bewegung, mit der Dyna- mischen Rechteckdeckung aus Rathscheck Schiefer überaus modern gestaltet und dazu hoch gedämmt. Dahinter steckt ein Bauherr mit Prinzipien und Architekten, die seine Visionen vorbildlich umsetzten. Abwechslungsreiche Schieferfassade für einen Wirtschaftsbau pezförmigen Flächen. Die einzelnen Fassaden- abschnitte sind in unterschiedlichen Winkeln leicht vertikal gekippt. Sie wirken dadurch fel- senhaft aber auch dynamisch und lebhaft und nehmen dem großen Gebäude die Mächtigkeit. Die trapezförmigen Fassadenflächen bestehen aus mehreren Basis-Segmenten, die sich rund um das Gebäude unmerklich wiederholen. Die- se Basisflächen wurden von den Architekten F64 aus Kempten im Allgäu nicht nur in ihrer Größe, Geometrie und Neigung vorgegeben. Auch die Beschieferung, die Größe der Schie- fer und die Höhen der Gebinde wurden geplant und bemustert. Die geneigten Fassadenunter- konstruktionen wurden vom Ingenieurbüro für Tragwerksplanung Merz Kley und Partner aus Dornbirn bemessen. Dazu haben sich die Architekten im Vorfeld der Planungen vom Schieferlieferanten Rathscheck Schiefer aus Mayen beraten lassen. Für die großen Fassa- denflächen wurden auch große Schieferforma- te gewählt. Die Wahl fiel auf Rechteckschiefer der Größen 60 x 30, 50 x 30, 50 x 20, 40 x 25, 40 x 20 und 30 x 15 cm. Für die Dynamische Deckung werden die Schiefer in Läu- ferverbänden wild verlegt und erzeu- gen dabei ein Deckbild, das einem exakt geschnittenen Bruchsteinmau- erwerk aus Schiefer ähnelt. Bei einer Mindesthöhenüberdeckung von 4 cm entstanden Deckgebinde mit den Höhen 26, 21, 16, 11 und 9 cm. Im Ergebnis verbindet diese beson- dere Deckart die Tradition histori- scher Schieferdeckungen mit einer modernen geradlinigen Optik. In der Größe und Vielfalt präsentiert sich diese Deckart am Elobau- Objekt allerdings in einer bisher nicht bekannten Dimension. Die trapezförmigen Fassadenabschnitte sind in unterschiedlichen Winkeln leicht vertikal gekippt.
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