FDF DachNews - Ausgabe 2/2021
9 Aufgeteilt in kleinere Räume soll das L-förmi- ge Gebäude Freiberuflern ebenso wie Künst- lern, Musikern oder Einzelhändlern die Chance bieten, tageweise oder dauerhaft einen Schreib- tisch, einen Raum oder auch eine Fläche anzu- mieten. Um die Mieten bezahlbar zu halten, setzten die Bauherrn auf günstige Baustoffe und brachten viel Eigenleistung ein. Das früher ungedämmte Flachdach wurde mit einem neu entwickelten Aufbau aus Holz, Steinwolle und Dachabdichtung preisgünstig und schnell auf Neubauniveau saniert. Innerhalb von vier Wochen gelang es, die alte Dacheindeckung aus Faserzementtafeln rück- zubauen, die tragende Balkenkonstruktion auf- zudoppeln, mit einer neuen Schalung zu ver- sehen, zu dämmen und abzudichten. „Wir haben hier einen kon- struktiv einfachen, aber extrem langlebigen Dachaufbau realisiert, der obendrein hohen Anforderungen an den Wärme- und Brand- schutz gerecht wird“, freut sich der Bauherr. Kaltselbstklebende Dampfsperrbahn Auf die neue Schalung verlegte das Team von Dachdecker Erich Nöthen aus Mayen zunächst eine kaltselbst- klebende Dampfsperrbahn mit Sicherheitsnaht und feinbestreuter Oberfläche (Vedag Veda- gard Safety blank). Sie erleichtert eine optima- le Verklebung von Wärmedämmstoffen und funktioniert bereits als Behelfsabdichtung, schützt also die Holzkonstruktion bei Regen in der Bauzeit. Steinwolle zweilagig Gedämmt wurde das 350 m 2 große Dach zunächst mit einer ersten 100 mm dicken Lage aus druckbe- lastbaren Steinwolle-Dach- dämmplatten (Hardrock 040). Mit ihrer besonders hoch verdichteten, lastver- teilenden Oberlage bietet diese Dämmung eine ver- besserte Widerstandsfähigkeit gegen mechani- sche Beanspruchungen wie sie durch das Bege- hen des Daches oder z. B. den Aufbau einer Solar- oder Photovoltaikanlage verursacht werden. Um den Wärmeschutz weiter zu verbessern und zugleich ideale Voraussetzungen für die sichere Verklebung der Dachabdich- tung zu schaffen, wurde eine zweite, ebenfalls 100 mm dicke Lage mit „Bitrock“ Dachplatten geschaffen. Dabei wurde die Grunddämmung mit der Dampfsperre ebenso wie die „Bitrock“ mit der Grunddäm- mung gemäß Mengenangaben aus der Windsogberechnung mit PU-Kleber in Strangstrei- fenform verklebt. Die innovative Dämmplatte „Bitrock“ verfügt über eine planebene, geschliffene Ober- fläche, die deutlich mehr Klebe- fläche für das direkte Auf- schweißen von Bitumenabdichtungen bietet und so den Verbund zwischen Dämmung und Abdichtung optimiert. Angesichts ihrer Druck- belastbarkeit von 70 kPa ist auch die „Bitrock“ hochbelastbar und gemäß Flachdachrichtlinie für die Anwendung bei Dächern mit PV-Anla- gen geeignet. Abdichtung direkt aufgeschweißt Dank der besonders klebe- freundlichen Oberfläche der „Bitrock“ können Mineralwolle-Unterlags- bahnen direkt auf die Däm- mung geschweißt werden. Die Verarbeitung ist dabei so einfach, dass Fehler weitgehend ausgeschlossen sind. Schon während des Schweißvorganges kann durch Zurückrollen der Bahn deren Haf- tung auf der Dämmstoffoberfläche optisch kon- trolliert werden. Zeigt sich die Unterseite nahe- zu flächig mit Steinwolleflocken bedeckt, so ist der optimale Haftverbund erreicht. Nicht zuletzt, weil schon diese einfache optische Kontrolle genügt, bietet die „Bitrock“ ein aus- gezeichnetes Kosten-Nutzenverhältnis. Im Windsogversuch wurde dank des optimalen Haftverbundes der Bitumenabdichtung mit der „Bitrock“ eine sehr hohe Beständigkeit der Konstruktion gegenüber Windlasten nachgewie- sen. Eine Flachdachdämmung und -abdichtung mit „Bitrock“ kann pauschal bis zu einer Wind- last von max. 3,6 kN/m² verwendet werden. Neue Dämmung, neue Dichtung für umgenutztes Lagerhaus Wirtschaftlich: Flachdachdämmung mit „Bitrock“ Gedämmt wurde das 350 m2 große Dach zunächst einlagig mit druckbelastbaren „Hardrock 040“ Stein- wolle-Dachdämmplatten. Diese Grunddämmung wurde mit der Dampfsperre verklebt. Das alte ungedämmte, mit Faserzementtafeln gedeck- te Dach trugen schmale Sparren und Konterlatten. Die Sparren mussten für die neue Dachkonstruktion aufgedoppelt und mit Schalbrettern versehen werden, um die geplante Dämmung aufnehmen zu können. Dank der besonders klebefreundlichen Oberfläche der „Bitrock“ können Mine- ralwolle-Unterlagsbahnen direkt auf die Dämmung geschweißt werden. Die Ver- arbeitung ist dabei so einfach, dass Feh- ler weitgehend ausgeschlossen sind. 8 2/21 N EWS D ACH FLACHDACH Flachdächer sind nicht mehr nur der obere Gebäudeabschluss. Sie werden immer mehr zu Nutzflächen und neben der Begehung zu Wartungs-, Pflege- und Instandhaltungsar- beiten auch zurAufstellung von technischen Anlagen etc. genutzt. Somit wird das Dach zum Verkehrsweg oder zur Arbeitsstätte. Die Sicherheit der Menschen ist hier das oberste Gebot und es ist dafür Sorge zu tra- gen, dass ein Absturz verhindert wird. Die Verantwortung hierfür liegt nicht nur beim Bauherrn und dem Betreiber der Gebäude, son- dern auch die planenden und ausführenden Fir- men sind für die Einhaltung der arbeitsschutz- rechtlichen Vorschriften verantwortlich. Bei Nichtbeachtung bzw. mangelnder Beratung drohen unter Umständen verhängnisvolle Haftungsfolgen. Als Hersteller hochwertiger und dauerhafter Abdichtungslösungen aus EPDM war es für CARLISLE eine logische Konsequenz, in punctoArbeitsschutz weiterzuden- ken und sein Produktportfolio um die Sparte CARLISLE SAFETY SYSTEMmit entsprechenden Sei- tenschutzsystemen und einem Wartungsweg zu ergänzen. Kollektivschutz versus Individualschutz Als kollektive Absturzsicherung bezeichnet man eine Sicherungsmaßnahme, die Personen vor einem Absturz schützt, indem sie den Zugang zur Absturzkante versperrt. Individual- schutzlösungen hingegen bestehen aus Rück- halte- oder Auffangsystemen, die einen Sturz verhindern oder abfangen. Individualschutzlö- sungen werden von einer Einzelperson mitge- führt und schützen daher auch nur diese Per- son. Daher ist bei der Wahl der Absturzsiche- rung der Kollektivschutz (z.B. Geländer) dem Individualschutz (persönliche Schutzausrüs- tung) stets vorzuziehen. Geländer mit System Das nach EN 13374 (2013) geprüfte GUARD Seitenschutzsystem wird in Europa gefertigt. Es handelt sich um ein selbsttragendes Gelän- dersystem für die einfache und kostengünstige Einrüstung bzw. Nachrüstung auf Flachdä- chern. Herkömmliche Sicherheitseinrichtungen zum Individualschutz werden fest auf die darunter liegende Dachfläche montiert, sind kosten- und dokumentationsintensiv und immer mit Durch- dringungen der Dachabdichtung verbunden. Die Gefahr von Leckagen und gewährleis- tungsrechtlichen Problemen ist hoch. Das GUARD System von CARLISLE hinge- gen wird durchdringungsfrei, einfach und schnell durch vormontierte Pfosten, montiert. Es ist bis zur letzten Schraube durchdacht, war- tungsärmer als Sekuranten und auf allen gän- gigen Untergründen im Flachdach aufstellbar. Durch das Geländersystem ist das Betreten der Dachflächen zu Wartungszwecken, Pflege- und Instandhaltungsarbeiten bereits ab einer Person ohne PSA und somit auch ohne besondere PSA-Schulung und -Einweisung vor Ort gestattet. „Es ist uns besonders wichtig, ein absolut fle- xibles Geländersystem anzubieten, das indivi- duell an die spezifischen Anforderungen eines Objektes angepasst werden kann“, erklärt Tors- ten Stegner, Beratungsingenieur im CARLIS- LE Team Architektenberatung. „Mit dem GUARD System bieten wir nicht nur ein Stan- dard-Geländersystem, sondern auch Lösungen zur Überbrückung von Gefälledifferenzen auf dem Dach oder für besonders enge Dachflä- chen mit zahlreichen technischen Aufbauten“, erläutert er. Die einzelnen Elemente des GUARD Systems können in zahlreichen Varianten miteinander kombiniert werden. Neben der Sicherung von Dachabsturzkanten ist das Geländersystem auch zur Umwehrung von Dachzugängen, Lichtkuppeln und Oberlichtern geeignet sowie für die seitliche Begrenzung von Wartungs- und Rettungswegen. Kollektive Absturzsicherung Haftungssicher vorbeugen Auf dem sicheren Weg Eine sinnvolle Ergänzung zur kollektiven Absturzsicherung bildet die Ausgestaltung eines sicheren Inspektions- und Wartungs- weges auf dem Flachdach. Hierfür hat CARLISLE eine rutschhemmende Bahn auf Basis des Synthesekautschuks EPDM ent- wickelt, den CARLISLE WALKWAY. Durch seine leuchtend gelbe Farbe grenzt er sich optisch klar von der restlichen Dachflä- che ab und ist daher auch bei witterungs- oder tageszeitbedingten ungünstigen Sicht- verhältnissen deutlich erkennbar. Durch Berufsgenossenschaften und in den Unfall- verhütungsvorschriften wird immer wieder auf die Markierung von Verkehrswegen hin- gewiesen. Die Verwendung der Farbe Gelb entspricht den Empfehlungen der Arbeits- schutzrichtlinie (ASR) A1.3. Der CARLISLE WALKWAY ist mit einem Glasgelege als zusätzlicher Festigkeitsträger für Perforationsschutz und Dimensionssta- bilisierung ausgestattet. Der Wartungsweg hilft dabei, die Dachabdichtung vor der stei- genden Beanspruchung durch Dachbege- hungen zu schützen und Wege auf dem Dach zu definieren. Unterseitig sind die Bahnen mit einer selbstklebenden Butyl- schicht versehen, wodurch sie schnell und unkompliziert verlegt werden können. Auf Grund der rutschhemmenden Oberfläche bietet der CARLISLE WALKWAY den Nutzern auch auf geneigten und feuchten Flächen sicheren Halt. Sind höhere Windlasten zu erwarten, so erstellt der Hersteller, die DEUTSCHE ROCKWOOL, einen Einzelnachweis gemäß DIN EN 1991. Abdichtung mit Elastomerbitumen Für die zweilagige Abdichtung der neuen, hochgedämmten Dachkonstruktion nutzte Dachdecker Nöthen als erste Lage eine für das direkte Aufschweißen auf Steinwolle entwi- ckelte Unterlagsbahn (Vedag Top MS). Die planebene und nahezu staubfreie Oberfläche der „Bitrock“ Dämmung bietet fast 100 % Kle- befläche. Herkömmliche Dachplatten aus Steinwolle mit dem typischen Riffelmuster auf der Oberfläche können selten mit mehr als 50 % Klebefläche aufwarten. In der Praxis heißt das, dass bei Einsatz der „Bitrock“ die Unterseite der Abdichtung nur noch leicht verflüssigt werden muss, damit beim Schweißvorgang ein flächiger Verbund mit der Dämmung erreicht wird. Der erforder- liche Wärmeeintrag für das Verflüssigen redu- ziert sich also deutlich. Eine höhere Verarbei- tungsgeschwindigkeit und Einsparungen beim Gasverbrauch machen die Verarbeitung von Dämmung und Abdichtung effizienter. Die abschließende optische Haftkontrolle erfolgt, indem die Unterlagsbahn nach einer kurzen Abkühlphase zurückgerollt wird. Auch Dachdecker Nöthen bescheinigte einen sehr guten und gleichmäßigen Verbund mit der „Bitrock“ Dämmstoffoberfläche. Als Oberlage der Abdichtung wurde eine Elas- tomerbitumen-Schweißbahn für mehrlagige Dach- und Bauwerksabdichtungen aufge- schweißt (Vedag Vedatect PYE PV 200 S5 EN). Sie erfüllt – im System geprüft und durch abP nachgewiesen – die Anforderung „harte Bedachung“, Klassifizierung BROOF (t1). Wärmeschutz auf Neubauniveau Das in dieser Weise gedämmte und abgedich- tete Flachdach erreicht einen U-Wert von 0,20 W/(m²·K). Das entspricht einem Dämmwert, wie er von Neubauten gefordert wird. „Auch wenn wir bei allen Arbeiten versucht haben, möglichst günstig zu sanieren, haben wir doch bei der Dachdämmung nicht gespart“, erklärt Bauherr Lars Behrendt. „Die meiste Heizenergie wird durch ein Abriss oder Umnutzung? Die Gemeinde Kotten- heim stand vor der Frage, was aus einem eng umbauten, seit Jahren leer gezogenen Lager der Raiffeisen-Kasse werden soll. Ein Ehepaar, dem die soziokulturelle Entwicklung der kleinen Gemeinde sehr am Herzen liegt, überzeugte mit seinem Konzept für eine vielfältig zu nutzende Gewerbeimmobilie. Sie entstand durch eine behutsame Sanierung mit viel Kreativität. Für die preisgünstige Sanierung der Flachdachdämmung und -abdichtung wählten die Bauherren ein neues System, das auf einer speziellen Steinwolle-Däm- mung von ROCKWOOL basiert.
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