FDF DachNews - Ausgabe 3/2021

12 Bei schönem Wetter können Bergwanderer im Südtiroler Teil der Zillertaler Alpen schon von Weitem ein besonderes Objekt erkennen. Lan- ge bevor sie am Trippachsattel auf einer Mee- reshöhe von rund 3.030 Metern ankommen, sehen sie, wie ein hohes unregelmäßiges Sechseck das Sonnenlicht reflektiert. Wie eine Zinne erhebt es sich aus dem Berg und grenzt sich mit einem metallischen Glänzen vom umstehenden schroffen Gestein ab. Das Objekt ist die neue Schwarzensteinhütte (Rifugio al Sasso Nero) – eine ungewöhnlich gestaltete alpine Schutzhütte des Bozener Architekturbü- ros Stifter + Bachmann. Die ersten beiden Stockwerke wurden in Beton gegossen, da sie teilweise unter der Erde versenkt sind und als Fundament dienen. Die oberen Stockwerke wurden aus Holz gebaut. Die auf einer dicken Dämmschicht montierte Metallverkleidung verbindet beide Bauarten zu einem Gebäude, das wie ein schimmernder Fels wirkt. Trotz seiner Form und Materialität ist der Bau- körper jedoch kein Fremdkörper im alpinen Ambiente. „Unser Haus ist kein Designstate- ment und wir wollten keine neue Sprache erfinden“, erklärt Architekt Helmut Stifter den Entwurf. „Wir haben einen weiteren Stein gebaut, auf der einen Seite in die Höhe ragend und die Gäste willkommen heißend, auf der anderen sich in die Umgebung einfügend.“ Mit ihrem Entwurf hatten sich Stifter + Bach- mann bei einem Wettbewerb gegen sieben andere Architekturbüros aus der Region durch- gesetzt. In der Öffentlichkeit stieß das Projekt teilweise auf Kritik, weil es mit der Tradition alpiner Gebäude zu brechen schien. Tatsäch- lich gibt es sie jedoch nicht wirklich – die ers- ten Berghütten waren im späten 19. Jahrhun- dert von deutschen Alpenvereinen aus lokalem Stein errichtet worden nach dem Vorbild städ- tischer Bürgerhäuser. Und mit vielen Merkma- len der Schwarzensteinhütte erreichen die Architekten eine stimmige Einbettung in die Landschaft. Den Lichtbändern und Velux Dachfenstern kommt dabei – auch über ihre Platzierung - eine Schlüsselrolle zu. Fenster inszenieren das Alpenpanorama Das zeigt sich bei der turmartigen Hütte, die sich über insgesamt sechs Stockwerke erstreckt und 510 m 2 Netto-Nutzfläche bietet, schon im Erdgeschoss. Dort befinden sich die Küche und ein großer Wohn- und Essbereich. Ein durchgehendes Band aus zwei Meter hohen Fenstern erstreckt sich über die gesamte Gebäudebreite und lässt das Sonnenlicht bis in die Tiefe des Raums hinein. Gleichzeitig ver- schafft es den Gästen einen 180-Grad-Panora- mablick: Die Anordnung und Dimension der Fensterflächen inszeniert die alpine Landschaft und lässt sie wie Gemälde wirken, etwa beim Blick auf den benachbarten Gipfel oder dem spektakulären Ausblick von den Zillertaler Alpen über die hohen Tauern und die Rieser- fernergruppe bis hin zu den Dolomitengipfeln der Marmolata. Auch in den darüberliegenden Stockwerken übernehmen die Fenster diese Doppelfunktion. Bandförmig angeordnet und optimal dafür platziert, sorgen sie in jedem Schlafbereich mit jeweils zwei bis fünf Stockbetten nicht nur für Tageslicht und Belüftung, sondern geben zudem den Blick auf die umliegenden Berg- spitzen frei. „In diesem Gebäude gibt es keine Trennung zwischen Fassade und Dach. Es ist ein großes Dach, daher waren Velux Dachfens- ter unsere erste Wahl“, betont Stifter. „Wir haben die gleichen Dachfenster verwendet wie in Einfamilienhäusern im Dorf. Alle unsere Mitarbeiter waren mit der Detaillierung und Montage der kupferkaschierten Oberfläche vertraut – die meisten Dächer hier sind so aus- geführt.“ Dass ihre regulären Fenster auch den alpinen Anforderungen auf über 3.000 Meter Höhe genügen würden, hatten Velux Spezialisten den Architekten bereits in einem frühen Projektsta- dium zugesagt und versichert, dass weder Unterwasserfenster noch andere extreme Lösungen gebraucht würden. Bis auf den durch den Luftdruckunterschied zwischen Flachland und Hochgebirge erforderlichen Gasdruckaus- gleich und eine geringfügige Änderung der Dichtungen gab es keine weiteren Anpassun- gen an den Velux Fenstern. Entsprechend dem Vorschlag eines Ingenieurbüros wurden sie leicht über die Fassade hinausstehend montiert, damit Wasser und Schnee problemlos ablaufen können. Ein Sonnenschutz war bei ihnen ver- zichtbar: Die Gäste gehen in der Dämmerung zu Bett und stehen bei Sonnenaufgang auf. Durch ihre Hinweise zumArbeitsablauf gaben das Wirte-Ehepaar und ein Mitarbeiter zudem Velux in der Alpenhütte Fenster mit Fernblick den Anstoß zum unkonventionellen Einsatz eines Standardprodukts: Der durchgehende Bartresen in Richtung Restaurant-Terrasse wird mit einem größeren Velux Dachfenster kombiniert – geöffnet ermöglicht es den Ser- vice von innen und bildet für die Gäste im Außenbereich gleichzeitig ein schützendes Glasdach über dem Tresen. Modernste Haustechnik Die Innenausstattung verstärkt den Eindruck heller, tageslichtdurchfluteter Räume. Das gesamte Interieur einschließlich der Möbel besteht aus unbehandeltem Fichtenholz. Böden und Decken aus Brettsperrholzplatten bilden die Struktur. Besondere Naturnähe und Nach- haltigkeit zeigt sich auch in der Energieversor- gung. Eine Photovoltaik-Anlage produziert den benötigten Strom für die Heizung sowie die größten Verbraucher im Hüttenbetrieb, die Küche und Bar, und sichert ihn in einem Batte- riespeicher im zweiten Untergeschoss. Warm- wasser gibt es nur in der Küche und in den Duschen – es wird mit dem Blockheizkraftwerk und einem Wärmetauscher erhitzt, der zudem die Batterien lädt, falls die Sonnenkollektoren dazu nicht ausreichen. Zum wetter- und batte- rieunabhängigen Kochen dient Gas, das in Fla- schen zur Hütte transportiert wird. Das Trink- wasser stammt aus einem höhergelegenen Reservoir. Von dort strömt es in eine Aufberei- tungsanlage, die es entkeimt und mineralisiert. Weil die Zufahrtsstraße über 1.000 Höhenmeter unter der Baustelle endete, musste das Material ab dort mit einer pro- visorischen Seilbahn weitertransportiert werden. Schwierige Bedingungen: Nach Gießen des Beton- fundaments begann die Montage der vorgefertigten Holzbauteile für Wände, Decken und Dachelemente. Wegen der extremen Umgebungsbedingungen im alpinen Winter mussten die Bauarbeiten monatelang pausieren. In der beliebten Südtiroler Tourismus-Provinz Bozen ent- stand die neue Schwarzensteinhütte – ein leuchtender Soli- tär mit kupferkaschierter Oberfläche und lichten Innenräu- men. Auf über 3.000 Meter Höhe lassen Velux Dachfenster das Bergpanorama wie zahlreiche Gemälde inszenieren. Hintergrundinformation Schutzhütten Schutzhütten gibt es insbesondere in den Alpen in größerer Zahl. Bei Unwetter und starkem Schneefall bieten sie Wanderern, Bergsteigern und Skifahrern Schutz in einem ansonsten unbebauten Gebiet. Einige dienen auch als Stützpunkt für Touren im Gebirge. Es gibt sie sowohl bewirtschaftet als auch unbewirtschaftet, in einigen exis- tieren auch Übernachtungsmöglichkeiten. 13 Aluminium-Dampfsperr- bahn mit Baustoffklasse B1 und Blendschutz Der Abdichtungsspezialist CARLISLE hat sein Produktportfolio kalt selbstkle- bender Aluminium-Dampfsperrbahnen um eine Variante für noch mehr Sicher- heit im Thema Brandschutz ergänzt, die zudem einen guten Blendschutz bietet. „Da das Thema Brandschutz nicht nur auf Industriedächern eine immer wichtigere Rolle spielt, haben wir entschieden, ALUTRIX FR B1 zu entwickeln“, berichtet Rudolf Bürdek, Leiter Architektenberatung bei CARLISLE. „Gleichzeitig war es uns ein Anliegen, bei diesem Produkt auch in punktoArbeitsschutz neue Maßstäbe zu setzen“, betont er. „Die spezielle Oberflächenbeschichtung der neuen Dampfsperrbahn wurde speziell zum Schutz der ausführenden Verarbeiter entwickelt.“ Sie absorbiert einen Großteil der auf die Bahn treffenden Sonnenstrahlen und sorgt so für einen effektiven Blendschutz während der Verlegung. Für eine noch einfachere Verar- beitung ist das Material mit speziellen Mar- kierungen bedruckt sowie mit einem QR- Code für den direkten Zugang zu Verlegean- leitung und -videos. Die Oberfläche ist auch für PU-Verklebungen ausgestattet. ALUTRIX FR B1 ist mit einem Heizwert von ≤ 10.500 kJ/m² bzw. einem Brennwert von ≤ 11.600 kJ/m² nicht nur brandlastredu- ziert gemäß DIN 18234 bzw. Industriebau- richtlinie, sondern erfüllt zusätzlich die Anforderungen der Baustoffklasse B1. Diese Klasse bezeichnet schwer entflammbare Baustoffe und Bauprodukte nach der in Deutschland geltenden Brandschutznorm DIN 4102-1. Auch in diesem Jahr hat die FDF Koopera- tion für alle Mitglieder und deren Mitarbei- ter ein Tippspiel zur Fußball-Europameis- terschaft gemacht. Gewonnen hat Marcel Brieger von INTER-DACH in Dünsen. Er ist bei dem Dachbaustoffgroßhändler im Verkauf tätig. Als Hauptgewinn für den Fußballfan und Werder Bremen Anhänger gab es passend zu kommenden Fußball-Events einen Kugelgrill. Der Grill wurde vom Dachent- wässerungsspezialisen Grömo GmbH & Co. KG gesponsert. Insgesamt haben 33 FDF Mitgliedsbetriebe teilgenommen. Auch zur nächsten WM wird es diesen Spass geben. Auf unserem Bild oben über- gibt Swen Praest (links) von der FDF den Grill an Marcel Brieger. Bester EM-Tipper

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