23 ZUR PERSON 22 Georg Eißmann Gerade Industriedächer bieten sich für PV-Anlagen an. Der Neigungswinkel und die Ausrichtung der Module kann frei optimiert werden, gebäudeeigene Minikraftwerke entstehen. Für Europas führender Hersteller für EPDM-Abdichtungsbahnen CARLISLE Construction Materials Europe war es daher nur logisch, bei der 2018 errichteten Thüringer Produktionsstätte in Waltershausen nachträglich eine PV-Anlage auf der Dachfläche des Produktionsgebäudes zu installieren. Die Flachdachkonstruktion besitzt einen durchgehend einschalig gedämmten Dachaufbau in klassischer Bauweise. Auf einer Tragschale aus Stahltrapezprofilblechen wurde zunächst die selbstklebende AluminiumDampfsperrbahn ALUTRIX FR, die aus der herstellereigenen Produktion stammt, verlegt. Darüber angeordnet wurden Wärmedämmplatten aus trittfesten Mineralwolleplatten des Herstellers Rockwool, Bezeichnung Hardrock II, sowie die EPDM-Dachabdichtungsbahn RESITRIX MB, die ebenfalls von CARLISLE gefertigt wird. Diese Einzelschichten wurden lose verlegt und der Gesamtaufbau mechanisch befestigt. Solaranlagen bestehen aus den Solarmodulen/Solarkollektoren, dem Montagesystem und den Elementen zur Lagesicherung der Anlage auf dem Dach. Hierbei unterscheidet man zwischen verschiedenen Bauarten. Die Tragfähigkeit der Unterkonstruktion vorausgesetzt, können sie in die Abdichtungsschicht werksmäßig integriert, aufgeständert oder aufgelegt sein. Integrierte Anlagen bestehen aus Modulen, die werkseitig auf der Oberseite einer Abdichtungsbahn aufgebracht und fest mit dieser verbunden sind. Aufgeständerte Anlagen sind über in die Abdichtungsschicht eingebundene Sockel und/oder Stützen fest mit der Tragkonstruktion verbunden. Die Abdichtung muss dauerhaft an diese Bauteile angeschlossen und oberseitig verwahrt werden. Für aufgelegte Anlagen werden lastverteilende Unterlagen benötigt, die gegebenenfalls zur Stand- und Lagesicherung mit einer zusätzlichen Auflast beschwert sind. Dabei darf die Abdichtungsschicht in keinem Fall zur lastabtragenden Befestigung der Anlagen, z.B. durch Kleb- oder Schweißverbindungen, genutzt werden. Außerdem müssen punktoder linienförmige Drucklasten durch den Schichtenaufbau in die tragenden Bauteile abgeleitet werden, um die Abdichtungsschicht nicht zu beschädigen. Erhöhte Anforderungen an die Dämmstoffe Dächer mit PV-Anlagen werden wie begehbare und intensiv begrünte Flächen als genutzte Dächer eingestuft. Hierbei sind nach dem technischen Regelwerk eine Reihe von fachspezifischen Anforderungen einzuhalten. So müssen Wärmedämmstoffe eine erhöhte Druckfestigkeit besitzen und der Druckfestigkeitsklasse dh entsprechen. Gemäß Flachdachrichtlinie können allerdings auch Dämmstoffe aus Mineralwolle mit einer Druckfestigkeit von mindestens 70 kPa bei 10 % Stauchung verwendet werden, wenn dabei zusätzlich die Freigabe des Herstellers vorliegt. Ausgehend von den Festlegungen der Energieeinsparverordnung kann es notwendig sein, bei Sanierungsmaßnahmen die vorhandene Wärmedämmung aufzustocken oder bei nicht mehr vorhandener Funktionstüchtigkeit zu erneuern. Es ist festzulegen, welche Schutzschichten, Schutzlagen oder Schutzmaßnahmen vorzusehen sind. Sie müssen mit der Abdichtungsschicht verträglich sein und diese ausreichend schützen. Neben dem statischen Nachweis ist die Lagesicherheit des Gesamtsystems gegen Abheben, Verschieben oder Kippen planerisch abzusichern. Unterkonstruktion aus losem Schienensystem Die planerische Vorbereitung sowie die Lieferung und Montage der PV-Anlage auf dem Industriedach von CARLISLE unterlag der Wierig Solar AG aus Siegburg. Die Unterkonstruktion der Anlage besteht aus einem lose aufzulegenden Schienensystem. Unterseitig sind zusätzlich Bautenschutzmatten mit einer Auflagebreite von ca. 18 mm angeordnet, die als Schutzlage gegenüber der Dachabdichtung fungieren. Zusätzliche Beschichtungen zur Vermeidung negativer stofflicher Wechselwirkungen mit dem EPDM-Werkstoff der Dachabdichtung sind nicht erforderlich. Es galt außerdem, in enger Abstimmung mit der Deutschen Rockwool GmbH & Co. KG die spezifische Eignungsfähigkeit für die Anordnung der Anlage auf der vorhandenen Mineralwolledämmung abzusichern. Nach statischer Solarkraftwerk auf der Carlisle-Produktion Berechnung für die Windsogsicherung und deren Gegenüberstellung mit den Vorgaben der zulässigen Flächen-, Linien- und Punktbelastung wurde die Eignung des Gesamtaufbaus bestätigt. Allerdings hätten die PV-Elemente in hoch belasteten Dachrand- und Eckbereichen zur Gewährleistung des notwendigen aerodynamischen Anpressdruckes zusätzlich ballastiert werden müssen und wurden deshalb dort nicht angeordnet. Von entscheidender Bedeutung ist nach den Vorgaben des technischen Regelwerkes ebenfalls die Festlegung einer geeigneten Dachabdichtung. Die Bewertung der Abdichtungsschicht und der anderen Funktionsschichten muss dabei immer im Hinblick auf die geplante Nutzungsdauer der PV-Anlage erfolgen. Das gilt, wie im vorliegenden Fall, auch für Dächer im Bestand. Elastomere Abdichtungen auf Basis des Synthesekautschuks EPDM sind hierfür bestens geeignet. Nach dem technischen Regelwerk werden sie einlagig verlegt. Sie zeichnen sich insbesondere durch ihr dauerelastisches Verhalten und eine sehr hohe Alterungsbzw. Witterungsbeständigkeit aus. Die PV-Anlage wird in Kürze in Betrieb genommen. Durch ihren Einsatz können ca. 15 % des Stromverbrauchs am CARLISLE Standort in Waltershausen eingespart und die Treibhausgasemissionen um fast 300 t pro Jahr reduziert werden. Somit leistet diese Produktionsstätte einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des Netto-Null-Ziels der amerikanischen Muttergesellschaft CARLISLE Companies Incorporated, das bis 2050 erreicht werden soll. Die einzelnen Module der PV-Anlage wurden auf einem lose aufgelegten Schienensystem mit integrierter Schutzlage montiert. Ausrichtung und Neigungswinkel der PVModule wurden entsprechend der örtlichen Gegebenheiten für eine optimale Nutzung der Sonnenstrahlung ausgewählt. Auf einer ca. 11.000 m² großen Dachfläche des CARLISLE Produktionswerkes in Thüringen wurde eine PVAnlage nachgerüstet. DER FRAGEBOGEN … ist seit 2021 Geschäftsführer des Bedachungshandels Uwe Eißmann GmbH in Wilkau-Haßlau im Landkreis Zwickau in Sachsen. Bereits im Jahr 2008 ist er in das elterliche Unternehmen eingetreten. Er ist 35 Jahre, ist verheiratet und hat einen Sohn. Georg Eißmann ist Motorradfahrer und liebt Wintersport. Er hat eine kaufmännische Ausbildung mit Schwerpunkt auf den Außenhandel, gefolgt von vielen Qualifikationen. Seit dem Jahr 2023 steht ihm mit seiner Schwester Änne eine zweite Geschäftsführerin zur Seite. Die Uwe Eißmann GmbH unterstützt seit 1991 als Fachhandel für Dach und Fassade Dachdeckerbetriebe, Zimmerer- und Klempnerfirmen sowie private Bauherren bei der Belieferung der Bauvorhaben und Erfüllung ihrer Hausträume. Fachgerechte Beratung zu Qualitätsprodukten und Belieferung mit eigenem Fuhrpark an Lager und Baustellen in der Region gehen Hand in Hand. Person und Persönlichkeit Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Naturmensch / Lebensfroh / immer positiv denkend / Reiselustig / Kontaktfreudig / Familienmensch. Was ist Ihr Lebensmotto? "Man lebt nur einmal. Nimm mit was geht!" Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Meine Familie und Freunde / Gutes Essen / Gutes Bier. Was ist Ihr größtes Hobby? Kontakt zu Menschen, deshalb bin ich auch in so vielen Vereinen engagiert. Was ist Ihr Lieblingsessen? Nudeln in jeglichen Varianten. Was ist Ihre Lieblingssendung im Fernsehen? Ich schaue kein Fernsehen. Wofür haben Sie eine Schwäche? Gutes Essen. Beruf und Berufung Was ist das Interessante an Ihrem Beruf? Die Vielseitigkeit von Produkten und Aufgaben / der Kontakt mit anderen Menschen und Gewerken. Gibt es etwas in Ihrem Berufsleben oder unserer Branche, was Sie richtig ärgert? Das Aussterben von Familienbetrieben. Gibt es etwas in Ihrem Berufsleben oder unserer Branche, was Sie sehr erfreut? Der Zusammenhalt in der Kooperation / das Arbeiten mit Menschen. WennSie Ihren derzeitigen Beruf nicht ergriffen hätten, was wäre Ihr Traumberuf? Koch / kochen ist immer noch meine Leidenschaft und hilft mir beim entspannen, gerne auch ein gutes Getränk dazu. Wunsch und Wirklichkeit Was würden Sie tun, wenn Sie einen Tag König von Deutschland wären? Nichts / ich könnte mich nicht entscheiden, was ich zuerst machen soll. Wemwürden Sie gerne mal richtig die Meinung sagen? Angela Merkel / sie hat sehr viel zu verantworten, woran unsere Generation stark zu knaubeln hat, Hintergründe würden mich sehr interessieren. Welche besondere Fähigkeit würden Sie gerne besitzen? Keine / jede Fähigkeit bringt auch viele Nachteile mit. Was wäre Ihr Ziel, wenn Sie morgen verreisen könnten, wohin Sie wollten? Neuseeland oder Skandinavien. WelchenTraum möchten Sie sich noch erfüllen? Eine Motorradrundreise mit allen wichtigen Menschen in meinem Leben. Was würden Sie machen, wenn Sie unverhofft einen freien Tag hätten? Wahrscheinlich ausschlafen und Gartenarbeit. Welche berühmte Persönlichkeit würden Sie gerne mal kennen lernen? Helmut Schmidt - auch wenn er nicht mehr lebt, hätte ich ihn gerne kennen gelernt. Kopf und Handwerk Was war bislang Ihr größter Erfolg? Die erfolgreiche Übernahme und Fortsetzung der Uwe Eißmann GmbH. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs? Die gute Ausbildung, welche ich durch meine Eltern und meine Schwester genießen durfte, der familiäre Umgang in unserem Unternehmen und das Vertrauen, was in unsere Mitarbeiter gesteckt wird. Dies wird mit Hingabe und Leistung zurückgezahlt. Wenwürden Sie als Ihr oder ein Vorbild bezeichnen oder wen bewundern Sie? Meine Eltern. Was war Ihre größte handwerkliche Glanzleistung? Der Bau eines Sandkasten für meinen Sohn. Was war Ihr größtes handwerkliches Mißgeschick? Missgeschicke gab es so einige. Schon als Kind nahm ich alles auseinander und bekam es nie wieder zusammen.
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