FDF DachNews - Ausgabe 2/2025

9 8 Das Eckgebäude, gleich neben St. Lamberti und nahe an Rathaus und Schloss in der Fußgängerzone gelegen, wurde 1907 von Maurermeister G. Willers in jenem Mischstil errichtet, der für die wilhelminische Fin-de-SiècleArchitektur typisch ist: drei Stockwerke mit reichem, überwiegend neobarockem Fassadenschmuck. Außerdem mit Kartuschen in den Brüstungsfeldern der Fenster, mit zwei konvexen Erkern zwischen Pilastern, einem Turmerker am Eck, das vierte Stockwerk als Mansarddach und mit einem Kegeldach in Mansardform über dem Erkerturm. Im Erdgeschoss mit seinen arkadenartigen Bögen war bis 2017 die Rats-Apotheke untergebracht, die nach 419-jährigem Bestehen hier und zuvor in Vorgängergebäuden mangels Nachfolger geschlossen wurde, aber dem Wohn- und Geschäftshaus bis heute den Namen gegeben hat. In die Räume der Apotheke sind mittlerweile eine Kekserei und eine Metzgerei eingezogen. Heute ist das alte Apothekengebäude als Einzel-Baudenkmal eingestuft. Es gibt viel zu tun Bei einer ausführlichen Gebäudeinspektion des Ahlhorner Monumentendienstes im Auftrag der Unteren Denkmalschutzbehörde Oldenburg wurden am Mansarddach schadhafte Biberschwanzziegel festgestellt, ebenso Reparaturbedarf an der Dachentwässerung , den Blechverkleidungen am Ortgang und an den Schornsteinköpfen, an der Verkittung einzelner Dachfenster und dem Holzanstrich am Mansardknick. Die Bauherrengemeinschaft entschloss sich zu einer umfassenden Sanierung und beauftragte mit der Planung das Architekturbüro Dipl.-Ing. Michael Ecke aus Oldenburg. Der Auftrag zur Ausführung der Dachdecker-, Zimmerer- und Blechnerarbeiten ging an die Dachdeckerei Ahlers aus Edewecht-Husbäke. Und die materielle Grundlage dafür lieferte BMI. Zuvor wurde nach Entfernung der alten Biberschwanzziegel und dem Rückbau der alten Lattung die Tragfähigkeit des Dachstuhls geprüft und dieser instandgesetzt, um die statische Grundlage für die Neueindeckung des Dachs herzustellen. Das Steildach wurde wie schon das Bestandsdach als belüftetes Dach ausgeführt. Für die aktuell geforderte energetische Ausrüstung sorgen die feuchtevariable Dampfbremse DivoDämm-Membran 2 2S, schlaufenförmig verlegt, und Holzfaserdämmmatten auf der obersten Geschossdecke. Unterdach vierfach sicher Die erste Maßnahme: Einbau der nahtund perforationsgesicherten Unterdeckbahn Divoroll Comfort 4D. Sie bietet mit ihren vier Lagen vierfache Sicherheit. Die oberste Lage – die SealPro Spezialbeschichtung mit oberseitigem Klebestreifen – ist extrem robust und abriebfest und lässt mit ihrem Abperleffekt Wasser besser abfließen. Das DuraProtect Hochleistungs-Vlies als zweite Lage bietet mit seiner Dauerimprägnierung ebenfalls maximalen Schutz vor Feuchtigkeit. Die dritte Lage ist eine diffusionsoffene Funktionsmembran, die unterste Lage wieder DuraProtect, jetzt aber mit unterseitigem Klebestreifen. So konnte die Bahn bis zu zehn Wochen lang als Behelfsdeckung offen auf dem Dach bleiben – bei dem wechselhaften Wetter während der Innenarbeiten eine willkommene Sicherheit. Danach brachten die Ahlers-Dachdecker die Konterlattung und die Lattung auf. An Firsten und Graten kam die First- und Gratrolle Figaroll Plus zum Einsatz. Sie zeichnet sich durch ihr Lüftungslabyrinth mit doppelseitigen Kanälen aus. Das durch dehnbare Seitenstreifen optimal anformbare Produkt schützt die Unterkonstruktion vor Regeneintrieb und Feuchtigkeit, bietet aber zugleich eine hohe Lüftungsleistung. Das trägt zur hohen Langlebigkeit der Dachkonstruktion bei. Edelstein-Steildach Üblicherweise werden die in der Natur vorkommenden Opale zu Schmucksteinen verarbeitet. Die bei Braas gebrannten Opale hingegen schmücken ausschließlich Dächer, so das 400 m² große Steildach der Rats-Apotheke in Oldenburg. Bei der Wahl des Dachziegels orientierte man sich am Befund und wählte in Absprache mit der Denkmalpflege den naturroten „Opal Standard“ von Braas im Segmentschnitt, in Doppeldeckung verlegt – eine gute Wahl für die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude ebenso wie von Neubauten, die sich an historischer Architektur orientieren. Mit seinem charakteristischen Schnitt und der glatten Oberfläche vereint er die traditionelle mit zeitgemäßer Linienführung. Oldenburg liegt in der Windlastzone 3, entsprechend wurden die Sturmklammern gesetzt. Zur Schneesicherung wurde an den Traufseiten das Braas Schneefangsystem montiert. Runderneuert Außerdem gehörte zum Auftrag für die Dachdeckerei Ahlers der Austausch sowie die Reparatur der Dachrinnen und Fallrohre, die Erneuerung der Deckbretter im Mansardknick und die Ausbesserung der Schornsteinköpfe. Hinzu kam die Ertüchtigung der Trennwände im Spitzboden gem. Brandschutznachweis 4. Um die natürliche Belichtung im Dachboden zu erhalten, wurden die alten Stahldachfenster zum Innenhof durch vier neue ersetzt. Auch die zwei Wohnraumdachfenster mit Ausblick auf die Lambertikirche wurden durch neue Dachflächenfenster farblich an die Ziegelfarbe angepasst getauscht. Bei der Abdichtung der Blechabdeckung der Fenstergauben kam die Flüssigabdichtung Profi-Dicht von Icopal zum Einsatz. Terrasse mit Stadtblick Ganz andere Aufgaben kamen auf einem der Balkone zur Straßenseite und auf der Flachdachterrasse über dem rückwärtigen Anbau auf die Dachdecker zu. In beiden Fällen musste die Flachdachabdichtung komplett ersetzt werden, im Falle der Terrasse zum Hof auch die Holzverschalung. Bei dem 90 m² großen Flachdach – über ein Zwerchhaus aus dem Spitzboden begehbar – handelt es sich um eine Kaltdachkonstruktion. D.h. die oberste Geschossdecke ist mit einer Holzfaserdämmmatte gedämmt, und zwischen der Dämmung und der erneuerten Schalung befindet sich eine belüftete Ebene. Darauf wurde die hochreißfeste Trenn- und erste Abdichtungslage Icopal Sicotec lose verlegt und mechanisch befestigt. Durch die Selbstklebestreifen im Nahtbereich wird verhindert, dass die Schweißflamme beim Verschweißen der Längsnähte unter die ausgelegte Bahn an das Holz gelangt. Aufgrund dieser Eigenschaft kann die Icopal Sicotec direkt auf Holz und Holzwerkstoffe aufgebracht werden. Nach der Verlegung übernimmt die Bahn die Funktion der Behelfsabdichtung. Auf Augenhöhe mit der fünftürmigen evangelisch-lutherischen Bischofskirche St. Lamberti in Oldenburg wurde das Dach des denkmalgeschützten Wohn- und Geschäftshauses „Rats-Apotheke“ im Zentrum von Oldenburg saniert. Neben des Neuaufbaus des Steildachs wurden eine Flachdachterrasse und die Balkone erneuert. Harmonisches Deckbild: Biberschwanzziegel mit Segmentschnitt in klassischer Doppeldeckung. Steildach, Entwässerung, Terrassen Rezept für die Dachsanierung Sicherheit durch FireSmart Abschließend verlegten die Dachdecker mit Icopal Ventura in lichtgrau eine PremiumOberlagsbahn aus Elastomerbitumen für höchste Beanspruchungen (Höchstzugfestigkeit 1550 N/5 cm). Sie ist unterseitig mit Rillen-Vario und Folie ausgestattet, hat einen 260 g/m² Glas-Polyester-Verbundträger als Einlage und oberseitig Bestreuung, ebenfalls eine Sicherheitsnaht und einen bestreuungsfreien Querstoß. Dank der FireSmart-Ausrüstung, also einer Kombination von brandhemmender Trägereinlage und spezieller brandhemmender Polymerbitumen-Mischung, ist der Abdichtungsaufbau beständig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme. Die Schweißnähte wurden mit lichtgrauem Schiefersplitt abgestreut. Gute Aussichten Der Balkon mit Blick auf den Markt ist nur 6 m² klein, erforderte aber ebenfalls das volle dachdeckerische Programm: Nachdem die Balkonfläche von Staub und Unebenheiten befreit war, wurde der Untergrund mit dem lösungsmittelfreien, schnell trocknenden Elastomerbitumen-Voranstrich Icopal Elasto-Primer grundiert. Auf dieser Fläche kam als 1. Abdichtungslage die Icopal Polartherm, als Ausgleichs- und Dichtungsbahn für Dächer mit höchster Beanspruchung zum Einsatz. Unterseitig aufgebrachte formbeständige PowerTherm-Streifen aus wärmeaktivierbarem Selbstklebebitumen und Syntan-Beschichtung sorgen für einen sicheren Dampfdruckausgleich unter der Abdichtung. Als Oberlage kam wie bei der Terrasse die Icopal Ventura zum Einsatz. Die Anschlüsse und die Geländerfüße wurden mit dem Flüssigkunststoff Icopal Profi-Dicht abgedichtet, die Randabdeckung mit Zinkblech ausgeführt und ein neues Zinkfallrohr installiert. Auch hier wurde zu einem späteren Zeitpunkt ein Nutzbelag aufgebracht. Schön dicht und schön lichtgrau: fertiger Teilbereich der Flachdachterrasse mit der Oberlagsbahn Icopal Ventura. Balkonabdichtung: in der Fläche mit Ventura, im Anschlussbereich mit Profi-Dicht. Metrotile Shingle von IKO Metals kombiniert das klassische Aussehen von traditionellen Schindeln mit den einzigartigen Vorteilen eines Metalldachs. Mit langjährigen Erfahrung ist die Entwicklung einer hochwertiger Bedachungslösung gelungen, die aussieht wie klassische Schindeln, jedoch die außergewöhnliche Haltbarkeit und Langlebigkeit von Metall mitbringt. Gefertigt aus robustem Stahl und mit einer schützenden Beschichtung versehen, garantiert das Metrotile-Schindelsystem höchste Witterungsbeständigkeit. Es schützt das Gebäude zuverlässig vor extremen Wetterbedingungen wie starkem Wind, Regen oder Schnee und ist zudem feuerbeständig. Metalldächer wie Metrotile Shingle bieten darüber hinaus eine ausgezeichnete Energieeffizienz, indem sie die Wärme der Sonne reflektieren und so im Sommer für eine angenehme Kühlung sorgen. Vorteile von Metrotile Shingle: • Langlebigkeit: Übertrifft die Lebensdauer herkömmlicher Schindeln. • Witterungsbeständigkeit: Schützt auch bei extremen Wetterbedingungen. • Energieeffizienz: Reduziert Energiekosten durch Wärme-Reflexion. • Ästhetische Vielfalt: Erhältlich in verschiedenen Farben und Designs, passend zu jedem architektonischen Stil. • Vielfältigkeit, die begeistert. Egal ob kleines oder großes Dach. Schindel trifft Metalldach Metrotile Shingle: Die Verarbeitung ist dank des durchdachten Systems extrem schnell, einfach und sicher und auch für Fassaden geeignet.

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