FDF DachNews - Ausgabe 2/2017
Mit der über einen weiten Temperaturbereich nahezu konstanten, guten Wärmeleitfähigkeit der Dämmelemente wird der sommerliche Wärmeschutz auch zu einem Thema für die Dämmung. Er soll verhindern, dass durch direkte und indirekte Sonneneinstrahlung eine für die Nutzung unzumutbare Aufheizung im Innern eines Gebäudes entsteht. Im Sommer sind die täglichen Schwankungen der Außen- temperatur im Allgemeinen höher als im Win- ter. Hinzu kommt ein sehr hoher Temperaturunter- schied an den Bauteilober- flächen infolge von Son- neneinstrahlung. Daher sollten die Dämmung, in Zusammenhang mit der Dachneigung und Dach- ausrichtung bereits in der Planung perfekt aufeinan- der abgestimmt werden. Für den sommerlichen Hit- zeschutz ist nicht die Spei- cherfähigkeit des Dämmstoffes entscheidend, sondern seine Dämmwirkung. Und hier ist LINITHERM ideal. Der anschaulichste Beweis ist jeder Kühlschrank, der so dünn und optimal gedämmt wie möglich ist - mit PU- Hartschaum. Dämmung gleich mit eingeplant Das überzeugte auch die Bauherrschaft des aufgeführten Pultdachs. Für die geringe Auf- bauhöhe ihres neuen Domizils wählten sie die bewährte Aufsparrendämmung mit LINI- THERM PAL Polymer, 180 mm, U-Wert 0,12 W/(m 2 K). Bei LINITHERM handelt es sich um eine ein- getragene Marke des Herstellers Linzmeier Bauelemente aus Riedlingen. Das Dämmele- ment LINITHERM PAL Poly- mer wurde speziell für die Auf- sparrendämmung ab 14° DN entwickelt. Der Clou besteht in einem druckfesten, Aluminium kaschierten Kern aus Polyuret- han-Hartschaum, wobei die Alu- Deckschicht als Dampfsperre fungiert. Auf der Elementober- seite bildet eine hochreißfeste Polymerbitumenbahn die zweite wasserführende Ebene. Längs- und schmalseitig gewährleistet die Überlappung (8 cm mit werkseitig aufge- brachtem Dichtband) in Verbindung mit der LINITHERM Nageldichtung eine naht- und perforationsgesicherte und winddichte Unter- deckung gemäß den Fachregeln des ZVDH. Das Besondere an dem leichten und dennoch robusten Dämmelement sind seine ringsherum laufende stabile Nut + Feder-Klemmpress-Ver- bindungen und die längsseitigen zusätzlichen Steckverbindungen, die erheblich zur wirt- schaftlichen Anwendung beitragen. Für die Luftdichtheit schützt zuverlässig die LINI- THERM L+D-Folie, die unter den Dämmele- menten direkt auf den Sparren befestigt wird. Das Hightech-Dachdämmelement eignet sich grundsätzlich für den Einsatz bei der Altbausa- nierung und beim Neubau. Die selbsttragenden, schlanken Elemente wirken sich zudem statisch günstig auf die gesamte Baukonstruktion aus, was besonders interessant für Gebäude oder Flächen mit begrenztem Raum oder bei ener- getischen Sanierungen ist. Die Dämmelement- dicken werden von 80 bis 200 Millimeter mit einem U-Wert bis 0,11 W/(m 2 K) angegeben. Das Pultdachhaus ist eigentlich eine uralte Bauform, die zurzeit eine rasante Renaissance erlebt. Das liegt daran, dass moderne Pultdachhäuser nicht mehr wie kompakte Gebäude wirken, son- dern in verschiedenen Varianten (normales Pultdach oder gegen- läufig versetztes Pultdach) erkannt werden. Wichtig ist eine dau- erhaft gut funktionierende Dämmung. Vor allem die sommerliche Dämmwirkung wird oft unterschätzt. Optimale Dachdämmung für gegenläufiges Pultdach 7 N EWS D ACH 2/17 Vereinfachte Styropor-Entsorgung Der Gesetzgeber hat die Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffen wieder ver- einfacht. Vor allem das Dachdeckerhand- werk hatte unter der Neuregelung Ende Sep- tember 2016 gelitten. Dadurch war der auch als Styropor bekannte Dämmstoff als gefähr- lich eingestuft worden; es kam zu Entsor- gungsengpässen und Preisexplosionen. Im Dezember 2016 wurde diese Regelung für ein Jahr ausgesetzt. Nach ZVDH-Informationen tritt nun eine zweite neue Verordnung ab 1. September 2017 in Kraft. Soweit Abfälle HBCD oder andere POPs enthalten, werden diese Abfälle dauerhaft als ungefährlich eingestuft. Um die vollständige thermische Verwertung sicherzu- stellen, wird ein Nachweisverfahren zur Sam- melentsorgung eingeführt. Der entsorgende Handwerksbetrieb kann dabei den bewährten Sammelentsorgungsnachweis nutzen. Die Mengenbeschränkung für gefährliche Abfälle auf 20 Tonnen pro Baustelle und Jahr entfällt für HBCD-haltige Polystyrole auf- grund der fehlenden Einstufung als gefährli- cher Abfall und weil der Sammelentsor- gungsnachweis genutzt werden kann. Auch wurde die für das Dachdeckerhandwerk wichtige Präzisierung von Verbundstoffen vorgenommen: So werden in der Verordnung nun konkret XPS- und EPS-Dämmstoffe mit Bitumen- und PU-Kleber-Anhaftungen auf- geführt. Damit sind Anhaftungen an Dämm- stoffen eindeutig von der Pflicht der Getrenntsammlung befreit. “Kritisch”, so ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx, “werden wir allerdings weiter- hin die Preisentwicklung beobachten. Auch werden wir die Handlungsweise einiger Ent- sorger und mögliche Verweigerungshaltun- gen im Blick haben.“
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