FDF DachNews - Ausgabe 3/2017
Viele Eigentümergemeinschaften sind von den Vorgaben der EnEV 2014 betroffen, und die schreibt zwingend vor, dass die Decke zu einem ungedämmten Altbau-Dachgeschoss den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 zu erfüllen hat. Wo dies nicht der Fall ist, muss nachträglich gedämmt werden. Dabei macht es Sinn, den Altbau vorab genau zu prüfen: Denn unter Umständen kann es besser sein, nicht die oberste Geschoss- decke, sondern das Dach zu däm- men. Im vorliegenden Fall war schnell klar, dass in absehbarer Zeit ohne- hin eine Dacherneuerung anstand. Auch bei den verklinkerten Kaminköpfen gab es Sanierungs- bedarf, weil die Fugen teilweise ausgerissen waren. Es bot sich also an, die Dacherneuerung etwas vorzuziehen und die Däm- mung des Dachs kostengünstig damit zu kombinieren. Auch die Konstellation im Dachgeschoss sprach für die Dämmung des Dachs. Da die Eigentümer diese Ebene als Speicher nutzen, hätte man ihre Lattenverschläge bei einer Dämmung der obersten Geschossdecke an die neue Geschosshöhe anpassen müssen. Auch die Türen zwischen Treppenhaus und Dach- raum hätte man erneuern müssen. Beide Maß- nahmen hätten die Kosten für eine Sanierung der obersten Geschossdecke in die Höhe getrieben. Energieberater Walter Butscher schlug der Eigentümergemeinschaft deshalb eine Aufdachdämmung vor: „Das ist bauphy- sikalisch die bessere Lösung, und die Kosten waren dank der besonderen Konstellation nur unwesent- lich höher.“ Als Dämmstoff bei der Aus- schreibung wurde LINI- THERM PAL N+F von Linz- meier vorgegeben: Das leich- te Material bietet statische Vorteile bei alten Dachkon- struktionen, die nicht viel an zusätzlichem Gewicht ver- kraften. Außerdem handelt es sich um einen effizienten Dämmstoff mit niedriger Wärmeleitfähigkeit (λD 0,022 bzw. λB 0,023 W/(mK)), der eine hohe Dämmwirkung bei schlankem Dachaufbau ermöglicht. Mit einer speziellen N+F-Klemm-Pressverbin- dung lassen sich die Dämmelemente schnell verlegen, Rasteraufdrucke auf der beidseitigen Alukaschierung erleich- tern den passgenauen Zuschnitt, der sich mit üblichen Baustellenwerk- zeugen bewerkstelligen lässt. Beides wirkt sich positiv auf die Verarbeitungszei- ten und damit auch auf die Kosten aus: Für eine Eigentümergemeinschaft, bei der das Thema Kosten immer im Vordergrund steht, ist das eine optimale Lösung. Besonders auf großer Fläche – hier waren es rund 600 m² – ist LINITHERM PAL N+F eine kostengünstige Dämmvariante. Zudem besteht direkt nach dem Verlegen eine homo- gene, effiziente Wärme- dämmung ohne Wärme- brücken auf dem Dach, dessen konstruktive Ele- mente alle im warmen Bereich liegen. Da diese Dämmschicht auch kurzen Regenschauern standhält, spart man bei wechselhaften Wetter- bedingungen einiges an Zusatzaufwand. In Ver- bindung mit einer zum LINITHERM-System gehörenden Nageldichtung können die Dämm- elemente darüber hinaus als Behelfsdeckung nach den Vorgaben des ZVDH fungieren. Tobias Henke, dessen Zimmerei bei der Aus- schreibung den Zuschlag für die Dachsanie- rung bekam, sieht die PU Dämmung bei dem Objekt klar im Vorteil: „Zwar sind die LINI- THERM PAL N+F-Dämmelemente für sich allein genommen nicht unbedingt günstig, aber durch die rationelle Verarbeitung gehören sie zu den kostengünstigsten Dachdämmungen. Deshalb arbeiten wir regelmäßig mit LINI- THERM PAL N+F, wo niedrige Baukosten gefragt sind.” Sanierung im Mehrfamilienhaus: Dach oder Decke dämmen? Dach oder oberste Geschossdecke? Genau diese Alternativen galt es auch bei zwei Mehrfamilienhäu- sern in Tübingen abzuwägen. Dabei sprach für die Dämmung des Dachs, dass seine Eindeckung bereits 60 Jahre alt war und schon erste Schäden aufwies. Zur Ausführung kam eine Aufparrendämmung. “Zwar sind die verwendeten Dämm- elemente für sich allein genommen nicht unbedingt günstig, aber durch die ratio- nelle Verarbeitung gehören sie zu den kostengünstigsten Dachdämmungen.” Bauausführung: Komplizierte Details hatte die Zimmerei imTübinger Feuerhägle nicht zu bewäl- tigen. Zu beachten hatte sie lediglich ein Brand- schott zwischen den beiden Gebäuden, in dessen Umfeld sie einen nichtbrennbaren Dämmstoff ein- setzen musste. Dementsprechend zügig gingen die Arbeiten voran, die mit dem Entfernen der alten Einde- ckung und demAusräumen der in manchen Spei- chern vorhandenen Zwischensparrendämmung begannen. Anschließend verlegten die Zimmerer die L+D-Folie, die beim LINITHERM-System als luftdichte Ebene fungiert. Als Dämmung über der Folie kamen in Tübingen 120 mm starke LINI- THERM PAL N+F-Dämmelemente zum Einsatz. Tobias Henke, Zimmerer 6 3/17 N EWS D ACH Komplettpaket: Gründach für RIB-ROOF ein ausgeklügeltes Dränage-System, beste- hend aus einer druckfesten (388 kN/m 2 ) Drä- nage- und Wasserspeicherplatte aus hochwer- tigem Polystyrol. Das macht sie leichter und belastbarer als vergleichbare Entwässerungs- systeme. Auf Grund ihrer Ausstattung kann sie pro Quadratmeter 19,6 Liter Wasser speichern und ermöglicht eine zusätzliche Wasserspei- cherung in Trockenzeiten bzw. eine schnelle Abführung von Überschusswasser in Nässe- perioden. Die Perforierung dient gleichzeitig der Sauerstoffzufuhr für die Pflanzen. Eine ca. 0,5 mm dicke und 300 g/m 2 leichte Vlies-Trennlage dient einerseits der Lastver- teilung auf der Dränage und bietet außerdem einen zusätzlichen Wasserspeicher. Die 40 mm dicke, formstabile Wachstums- matte (HTC GR) sorgt für eine hervorragende Wasserrückhaltung und -speicherung. Sie besteht aus Steinwollefasern und kann pro Quadratmeter 29 Liter Wasser speichern. Dabei wiegt sie nur 4,40 kg /m 2 . Außerdem wird bei hohen Temperaturen die Verduns- tung des Wassers verlangsamt. Die Deck- schicht des Systems bildet eine 20 – 40 mm dicke, biologisch abbaubare Vegetationsmatte aus 5 bis 7 verschiedenen Sedumarten. Passend für die Zambelli Gleit-Falzprofil- dachsysteme RIB-ROOF Evolution und Speed 500 bietet Zambelli eine Komplettlö- sung fürs Gründach. Es besteht aus einer Wurzelschutzfolie, einem Dränage-System mit Wasserspeicherung, einer Vlies-Trennla- ge, einer Wachstumsmatte aus bindemittel- freier Steinwolle und einer vorkultivierten Vegetationsschicht. Dieses Gründachsystem wurde speziell für die einfache Montage auf Flachdächern und flach geneigten Dächern im Wohnungsbau und für den Gewerbebau kon- zipiert. Dazu sind sämtliche Gründachkomponenten bereits fertigungstechnisch auf die Profilbrei- ten der Zambelli RIB-ROOF-Metalldachbah- nen ausgelegt. Das Besondere an diesem Sys- tem ist seine geringe Aufbauhöhe und das geringe Flächengewicht im gesättigten Zustand. Auf dem RIB-ROOF Metalldachprofil liegt die Wurzelschutzfolie, bestehend aus schwar- zem LD Regenerat ISO 4591/Dicke und ISO 4592/2/Breite und wiegt nur 0,5 kg/m 2 . Sie schützt gegen Beschädigungen aufgrund von Wurzelwachstum. Für zusätzliche Sicherheit wird im RIB-ROOF Profilbahnsteg ein dampfdiffusionsoffenes Spezialdichtband einge- bracht. Verantwortlich für ein gutes Regenwasser- management ist Das Gewicht des trockenen Gründachaufbaus liegt durchschnittlich bei 15-20 kg/m². Das des vollständig gesättigten Systems beträgt ca. 80 bis 100 kg/m².
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