FDF DachNews - Ausgabe 2/2018

11 10 Jeder Versuch miteinander ins Gespräch zu kommen, wurde als Beschuldigung aufge- fasst, jede Rechtfertigung wurde als Vorwurf verstanden. Zwischen den Generationen schien jede Verständigung unmöglich zu sein. Deshalb sprachen sie nicht mehr miteinander und hatten sich darauf beschränkt, sich nur noch schriftlich mitzuteilen. „Weckt mich morgen früh um sieben!", hatte der Sohn auf einen Zettel geschrieben und seinen Eltern hingelegt. Als er aufwachte, war es halb neun. Entsetzt sprang er aus dem Bett. Ein Luftzug wehte einen Zettel vom Nachttisch, auf dem stand: „Sieben Uhr. Steh auf, es ist Zeit". Jetzt üben sie, wieder miteinander zu sprechen. Es gibt Momente, da ist es schon imAlltägli- chen schwierig mit den eigenen Eltern/Kin- dern zu sprechen. Selbst über scheinbar belanglose Dinge entfacht ein Streit, entsteht ein Missverständnis und dieses mündet oft in Unverständnis. Was aber, wenn die Existen- zen verwoben werden, wenn ein Lebenswerk dahintersteht. Kurz, wenn das Unternehmen in die nächste Generation übergehen soll? Jung und Alt in einem Unternehmen, geht das gut? Seniorchef, Juniorchef und vielleicht noch Enkel? Und damit nicht genug, da wären ja noch die Schwiegerkinder! Während die älteren Generatio- nen mit ihren Erfahrungen punk- ten können, sind es die Jungen, die mit neuen Ideen und Enthusi- asmus die Zukunft gewinnen wol- len. Beides hat seinen Wert für sich – zusammengenommen ist es die Lösung für einen gelungenen Generationswechsel. Das Erfolgs- rezept dazu heißt: „Zueinander. Miteinander. Füreinander“. Zueinander finden Dieser erste Schritt verwirrt sehr häufig, geht man doch davon aus, dass Eltern und Kinder sich doch nahestehen! Das ist richtig, doch wenn auf einmal Existenzerhaltung, Innovatio- nen, Zukunftsplanung auf dem Plan stehen, kann der Familienfrieden gestört werden. Die Töchter, Söhne, Enkel- und Schwiegerkinder sind plötzlich mehr als nur Kinder: sie sind jetzt Geschäftspartner, Mitinhaber und Nachfolger! Das Zueinander finden bedeutet jetzt, neue und andere Interessen zu erfahren und beidseitige Akzeptanz zu erreichen. Dazu hilft es seine vorläufigen Urteile zu überprüfen – vielleicht mit einem Gedankenexperiment: „Wie war das eigentlich früher?“ Hatten unsere Eltern auch versucht ihre Erfahrung auf uns zu projizie- ren, den neumodischen Kram als Modeerscheinung abgetan? Standen sie den neuen Techniken und Mög- lichkeiten skeptisch gegenüber? Und wie haben wir - die damals Jun- gen - reagiert? Haben wir auch alles anders und besser machen wollen als unsere Eltern? Waren wir auch uneinsichtig und störrisch, wenn man uns sagen wollte, was gut ist? Wie war das eigentlich früher – genauso, nur anders! Miteinander gestalten Wenn klar ist, was einen verbindet, ist das mit- einander gestalten sehr viel einfacher und vor allem effektivier und stressfreier. Denn auch hier gilt, bevor Sie sich daran machen neue Ideen, andere Vorstellungen oder Meinungen zu präsentieren, zunächst mal reflektieren! Was haben Sie bereits alles schon miteinander erlebt, an teils schwierigen Herausforderungen gut gemeistert und schon zukunftsorientiert gestaltet? Wer die HABEN-Seite gefüllt hat, kann leichter das SOLL bedienen! Andere und neue Sichtweisen kollidieren nicht selten mit unseren Gewohnheiten, Deutungs- mustern und Routinen. Bekannte Abläufe scheinen in Gefahr zu geraten und ein Umden- ken und Neulernen irgendwie zu aufwendig zu sein. Kurz, dafür haben wir keine Zeit, keinen Bedarf und es bringt alles durcheinander. Das Positive an der Sache ist: Die ältere Generation mit ihren Erfahrungen hat genauso recht, wie die Jungen mit ihrem offensiven Drang nach Neuem! Wie war das eigentlich früher – genauso, nur anders! Füreinander da sein Das Füreinander ist geprägt vom wechselnden Verstehen und Verständnis. Habe ich Verständ- nis für die Gründergeneration, verstehe ich die Ängste, Sorgen der Seniorunternehmer? Kann ich verstehen, dass die Jungen richtig Gas geben möchten? Rücksicht auf die Jugend Nehmen Sie, als die Gründergeneration, doch diese Überschrift einmal „wörtlich“! Schauen Sie zurück auf Ihre eigene Jugend! Ja, auf die Zeit, wo Sie vor Ideen sprudelten, es nicht abwarten konnten Neues zu probieren, Risiko und Wagnis als eine Lebenseinstellung lebten. Wären Sie heute da, wo Sie sind, wenn Sie sich nicht getraut hätten alles anders zu machen und auch mal zu widersprechen? Wissen Sie, warum es Ihnen damals leicht fiel? Weil Sie wussten, im Falle eines Falles (das kann man ebenfalls „wörtlich“ nehmen) waren Ihre Eltern und Großeltern für Sie da! Sie hat- ten immer die Gewissheit eines funktionieren- den Füreinander! Wie war das eigentlich frü- her – genauso, nur anders! Rücksicht auf die Älteren Nehmen Sie, die junge Generation, diese Über- schrift ebenfalls „wörtlich!“ Betrachten Sie Ihre Eltern, Groß- und Schwiegereltern einmal rückwirkend. Was haben Sie geleistet, aufge- baut und entbehrt? Und jetzt hat diese Grün- dergeneration einen großen Traum: Sie möch- ten ihr Lebenswerk in die nächsten Hände - also Ihnen - übergeben und doch noch gebraucht werden. Die Gründer möchten sehen, wie sich die Firma weiterentwickelt und sie dennoch als ihr Werk erkennen können. Die Älteren geben die Verantwortung weiter, geben Sie Ihnen dafür Anerkennung und Wertschät- zung zurück. Wie war das eigentlich früher – genauso, nur anders! Tausende von Handwerksbetrieben werden in den nächsten Jahren einen Generationswechsel vollzie- hen. Gerade in Familienbetrieben, die von der Eltern- generation auf die Kinder übergehen, entstehen oft massive Verständigungsprobleme. Unser Autor Oliver Groß ist Kommunikationsexperte und gibt Tipps für den verständigen Umgang. Denn eigentlich war frü- her alles genau so, nur anders. MANAGEMENT Wer kennt das nicht: Man streitet darüber, was trennt und worüber man sich uneins ist - statt zunächst darüber zu sprechen, was verbin- det und worin man sich im Grundsatz einig sein kann! Dabei kann es sehr gemütlich und harmo- nisch zugehen, vielleicht nach einem gemeinsa- men Abendbrot – man ist ja in der Familie. Zusammen notiert man auf einem FlipChart die Gemeinsamkeiten und worüber Einigkeit besteht! Das wird dann verschiedenen Katego- rien wie „Familie, Freizeit, Zukunft, Werte… etc.“ zugeordnet. Der Punkt „Unternehmen“ bekommt einen extra Platz. Die Aufgabenstel- lung wie z.B. gemeinsame Unternehmensge- staltung, Unternehmensnachfolge oder -über- nahme kann so klar definiert werden. Lassen Sie diesen Tag mit der Motivation ausklingen: Uns verbindet sehr viel. Der Autor: Oliver Groß ist der Experte für werteorien- tierte Kommunikation, Keynote-Speaker, Coach, Autor und Meister der narrativen Rhetorik. So begeis- tert er seit 25 Jahren seine Zuhörer mit sei- nem außergewöhnli- chen Vortragsstil. Dabei geht er bewusst untypische Wege und vereint sein Fachwis- sen, seine große Erfahrung mit Erzählun- gen, Impulsen, der Magie des Sich-selbst- Zuhörens. Info: www.oliver-gross.com Buchtipp: In seinem Buch EINFACH SAGEN zeigt Oliver Groß dem Leser, wie Sie die Kraft und Entschlossenheit entfalten, um Ihre Wünsche, Ziele, Träume und Pläne zu ent- wickeln und diese wirkungsvoll nach innen wie nach außen überzeugend zu vertreten. Mit ganz einfachen Mitteln werden Sie in Zukunft Ihre Alltagskom- munikation verbessern und mit weniger Worten mehr erreichen. BusinessVillage 2016 ISBN: 978-3-86980-330-2 12,80 Euro . Tipp 1: So finden wir zueinander Tipp 2: So gestalten wir miteinander Jede neue Idee oder Vorstellung benötigt eine Prüfung, will man das Risiko zu scheitern minimieren. Die Formel könnte also lauten: Das Bewährte bewahren und sich zugleich dem Neuen öffnen! Vorbereitung: Gestalten Sie vier Karten mit den Titeln: Visionär, Kritiker, Mentor und Macher. Setzen Sie sich erneut zusammen. Jetzt wird jede Idee, Meinung und jeder Vor- schlag auf Karten geschrieben. Hilfreich ist eine Sortierung aller Vorschläge und die Sich- tung, welche der Karten man unter eine Über- schrift bekommt, so dass zum Schluss die wichtigsten 3-5 Ideenthemen auf dem Tisch liegen. Danach werden die vier vorbereiteten Karten von Visionär, Kritiker, Mentor und Macher gemischt und verteilt. Nun darf jeder Karten- inhaber in der o.g. Reihenfolge 3 Minuten lang seine Sichtweisen darlegen. Dabei gilt die Regel: Niemand darf die Rede unterbrechen! Erst wenn alle vier Karteninhaber gesprochen haben, wird die Diskussion für 15 Minuten eröffnet. Probieren Sie es aus! Es ist erstaun- lich, was wie ein Spieleabend erscheint, ermöglicht ein gutes Miteinander. Die Kunst des Zu- und Hinhörens Achten Sie einander und aufeinander indem sie Zu- und Hinhören. Beim Zuhören ist man seinem Gegenüber voll und ganz zugewandt und schenkt ihm die ganze Zeit seine Auf- merksamkeit. Das Hinhören hat gleich zwei Facetten. Zuerst ist es das Hin ein hören: Wie geht es meinem Gesprächspartner, ist er/sie unglück- lich, traurig, besorgt oder fröhlich und glück- lich? Die zweite Facette ist das Hin weg hören. Jeder kennt das, die Emotionen kochen über und schon werden Dinge in einer eher weni- ger freundlichen Art und Weise zum Aus- druck gebracht. Hier lohnt es sich auch mal, über das eine oder andere Wort oder den Ton- fall wohlwollend hinwegzuhören. Erinnern wir uns nur an solche Situationen, wo wir froh darüber waren, wenn jemand mal hin- weggehört hat: Wie war das eigentlich früher – genauso, nur anders! Fazit: Generationswechsel scheitert selten an den unterschiedlichen Arbeits- und Denkwei- sen oder an den verschiedenen Ideen und Vor- haben, genauso wenig wie an der Konstella- tion Jung/Alt, Eltern, Schwiegereltern/ Kin- der und Schwiegerkinder oder gar Ausbil- dung und Bildung! Nein, er scheitert immer dann, wenn man nicht gewillt ist zueinander zu finden, nicht miteinander spricht und gestaltet sowie zuhört, redet und diskutiert. Zueinander. Mit- einander. Füreinander – ein Dreiklang für die Zukunft Handwerk! Während die älteren Genera- tionen mit ihren Erfahrungen punk- ten können, sind es die Jungen, die mit neuen Ideen und Enthusiasmus die Zukunft gewinnen wollen. Tipp 3: Ob Sie nun für die nächste Zeit gemeinsam im Unternehmen arbeiten und/oder einen Generationswechsel vollziehen, Fakt ist: Jeder hat seine Befindlichkeiten und dafür braucht es beiderseitiges Verständnis. Nehmen Sie sich Zeit, auch wenn die Auf- tragsbücher voll sind! Lassen Sie den Geschäftsalltag abends gemeinsam ausklin- gen! Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und reden Sie über den Tag! Stopp – nicht über die Kunden oder den Stress! Vielmehr, was Sie persönlich erlebt haben in ihrer anderen neuen Rolle. Wie war das plötzlich so als Juniorpartner? Was war ungewohnt, wo war man sich unsicher, was war sehr schön und motivierend? Wie war der Tag als Seniorchef, was war ungewohnt, was komisch, was hat einem ein gutes Gefühl gegeben? So gelingt ein Füreinander Bild: fotolia.de , pathdoc Ab diesem Jahr liefert das Unternehmen Fried- rich Ossenberg-Schule die Seitenfalzklammer 456-2 auf Magazinstreifen aus. Verarbeiter profitieren von vereinfachter Handhabung und kürzeren Montagezeiten, wenn sie die 456-2 Streifen aus dem Clipholster heraus montieren. Entwickelt wurde die 456 von FOS als Reak- tion auf die maßgeblichen Veränderungen in der Fachregel bezüglich der Windsogsicherung im Jahr 2011. Da sie heute die in Deutschland am häufigsten verwendete Sturmklammer für Windsogsicherung am Steildach ist, spielt sie im Alltag von Dachdeckern und Zimmerern eine bedeutende Rolle. Vereinfachte Handhabung: Um den Verarbei- tern die Handhabung mit der Klammer zu ver- einfachen, bietet FOS die 456-2 jetzt magazi- niert auf Kunststoffstreifen an. Jeder Streifen hält 25 Klammern und ist für den mobilen Gür- telhalter FOS ClipHOLSTER geeignet. Die Magazinierung auf dem Streifen ermöglicht eine zügige Entnahme der Klammern aus der Schachtel und verringert die Verletzungsge- fahr. Reduzierte Montagezeiten: Auf dem Dach beschleunigt die Verwendung des Magazinhal- ters die Montage erheblich. Da er am Gürtel getragen wird, befindet sich die Klammer bereits in Griffnähe. Der Verarbeiter hat die Sturmsicherung: Dachdeckers Liebling jetzt auch magaziniert Hände frei und kann somit schneller einde- cken. Bei Praxistests wurden bis zu 25 % Zeit- ersparnis ermittelt. Hohe Abhebewiderstände: Die 456-2 wird von hinten auf die Latte gezogen. Eine spezielle Verkrallung an der Dachlatte gewährleistet jederzeit sicheren Halt. Das Auge der Klammer wird in den äußeren Seitenfalz der oben liegen- den Dachpfanne gehängt. Im Vierziegeleck hält die Klammer drei Pfannen. Die optimierte Form verhindert, dass sich die Klammer unter Belastung längt. Leichter Austausch von einzelnen Pfannen: Einzelne Dachziegel und -steine, die mit der 456-2 gesichert worden sind, können schnell und einfach ausgetauscht werden, wenn sie durch Wetter oder Alter Schaden genommen haben. Aktuelle Zuordnungen: Die Seitenfalzklammer 456-2 ist in verschiedenen Ausführungen für unterschiedliche Dachpfannen lieferbar. Mit dem FOS ClipCHECK auf www.fos.de ist die passende Variante unter Angabe des Einsatz- bereiches, der Montageart, der Dachpfanne und der Lattung schnell zu ermitteln. Die 456- 2 ersetzt zum gleichen Preis die 456 bei allen Varianten und wird in den Ausführungen Edel- stahl und ZIAL angeboten. Generationskonflikte im Betrieb meistern

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