FDF DachNews - Ausgabe 1/2021

17 16 Beim Bau des von den Architekten Brückner und Brückner entworfenen Gebäudes sollte – passend zur Kernkompetenz der Ziegler Group – Holz in allen Bereichen eingebaut werden. Das reicht vom Interieur bis zu den 18 m lan- gen Holzstämmen, die vor der durchgängigen Glasfassade eine Art virtuellen Wald simulie- ren. Nur der Keller und die Treppenhäuser sind aus Beton, und auch hier wurden die Sichtbe- tonwände mit Schalungen aus ungehobelten Holzbrettern gegossen, so dass in ihrer Ober- fläche noch die Holzstruktur zu erkennen ist. Vor diesem Hintergrund konnte auch die Kon- struktion des Gebäudes nur aus Holz sein. Aus- geführt wurde sie von der in Waldthurn ansäs- sigen Riedl Holzbau GmbH, die das Projekt als Generalunternehmer abwickelte. Bemerkenswert ist der hohe Glasanteil in den Fassaden, der das Gebäude nach außen und in Richtung Innenhof nahezu transparent macht. Allerdings verschlechtert auch die beste Glas- fassade im Vergleich mit geschlossenen Wän- den den U-Wert. Da das Gebäude einen nied- rigen Energiestandard erfüllen sollte, bot es sich an, diese Energieverluste über das Dach zu kompensieren. Der Auftrag für die Ausführung des Dachs ging an die Holzbau Schuller GmbH in Wiesau, mit der die Ziegler Group bereits seit einigen Jahren bei den Bedachungen ihrer Gebäude zusammenarbeitet. Die Zimme- rei und Dachdeckerei hat sich auf dieses Gewerk spezialisiert, ist außerdem im Einfamilien- haus- und Gewerbebau aktiv und führt auch klassische Zim- mereigewerke aus. Schneller Baufortschritt durch einfache Verlegepläne Beim neuen Verwaltungsge- bäude war sie wegen der Kom- plexität der Bauaufgabe bereits an der Projekt- entwicklung beteiligt und hatte den Dachauf- bau zusammen mit dem Architekten und der Bauherrschaft erarbeitet. Zu ihren Aufgaben gehörte neben der Bedachung die zeitnahe Abdichtung der Brettstapel-Zwischendecken – ein Gewerk, dessen zügige Ausführung für einen verzögerungsfreien Baufortschritt essen- ziell war. Als Dämmung für das 800 m 2 große Gefälle- dach des Verwaltungsgebäudes hatte Ge- schäftsführer Andreas Schuller LINITHERM PGV Gefälle vorgeschlagen: „Mit diesem Pro- dukt haben wir schon viele Projekte durchge- führt und wissen von daher, dass es bestens funktioniert. Zu seinen Vorteilen gehört unter anderem, dass man kurzfristig passende Gefäl- leelemente bekommt, wenn sich am Bau mal etwas ändert. Linzmeier hat viele vorgefertigte Elemente auf Lager, bei anderen Herstellern kennen wir das so nicht. Außerdem kann man dank der hervorragenden Dämmeffizienz des PU-Dämmkerns bereits mit schlanken Dämmelementen eine hohe Dämmwirkung erzielen und viel Material spa- ren. Reizt man dagegen die mögliche Dämm- stärke aus, bekommt man mit λ-Werten ab 0,022 W/(mK) einen deutlich besseren U-Wert als mit anderen Dämmstoffen. In Plößberg hat- ten wir zum Beispiel auf dem Gefälledach eine mittlere Dämmstärke von ca. 180 mm und erzielten damit einen U-Wert von 0,13 W/(m 2 K).“ Vorkonfektionierte Grat- und Kehlplatten ermöglichen eine exakte Wasserführung auf dem Dach, einfache, leicht verständliche Ver- legepläne sorgen für eine sichere Montage und für einen schnellen Baufortschritt. In Plößberg erfolgt die Entwässerung über 14 Grate und sieben Gullis, über die das Wasser in Rohrlei- tungen hinter der Fassade weitergeleitet wird. Bei Schuller hat man mit dem LINITHERM- System schon so viel Erfahrung, dass man die Verlegepläne oft nur sporadisch studiert: „Die Platten sind ja von Linzmeier schon in der Rei- henfolge gepackt, wie man sie beim Verlegen braucht. Und wenn man immer mit dem glei- chen System arbeitet, hat man mit der Zeit schon ein Gespür für den richtigen Aufbau. Da die LINITHERM-Elemente leicht und gut zu verlegen sind, kommt man auch bei mehreren Schichten zügig voran. In Plößberg haben wir für die 800 m 2 Dach etwa sechs Wochen gebraucht.“ Dies, obwohl man vor dem Verlegen aus einem Teil der Platten Hohlräume für mehrere 40 mm starke Flacheisen ausschneiden musste, die aus statischen Gründen über den Brettstapeldecken lagen. Dies ist bei LINITHERM mit geringem Aufwand und baustellenüblichen Werkzeugen möglich. Neu: Nässedetektoren und Spezialkleber Auch die 100 x 30 mm großen Schlitze für die Nässedetektoren in die Platten zu schneiden, war vor diesem Hintergrund kein Problem. Für die Zimmerei war der Einbau dieser Detekto- ren eine Premiere: „Bisher hatten wir noch nie ein elektronisches Nässe-Frühwarnsystem in ein Dach eingebaut“, erinnert sich Andreas Schuller. „In Plößberg war es der Bauherr, der uns aus Sicherheitsgründen mit dem Einbau kabel- und batterieloser Sensoren von HUM ID auf Ebene der Dampfbremse beauftragte.“ Über einen Scanner warnen die Detektoren frühzeitig vor Feuchtigkeit im Dach – etwa bei Kapillarrissen. Dabei fallen kaum laufende Kosten an, weil sie keine Energie verbrauchen, sondern vom Lesegerät induktiv mit Spannung versorgt werden. Um sie zu scannen, muss ein Unternehmensmitarbeiter das Flachdach ledig- lich mit dem Scanner in der Hand systematisch abgehen. Ein optisches und akustisches Signal macht ihn dabei auf Feuchtigkeit im Dach auf- merksam. Für optimale Sicherheit empfiehlt Hersteller HUM ID den Einbau von einem Sensor pro Quadratmeter. Über den Detektoren bilden bis zu drei LINI- THERM-Dämmlagen das Gefälledach, wobei die unteren Lagen bei diesem System aus einer LINITHERM PAL Flachdachdämmung in möglichen Stärken zwischen 80 und 240 mm bestehen. Die oberste Dämmschicht aus 30/55 bis 205/230 mm starken LINITHERM PAL Gefälle-Elementen sorgt für die gewünschte Neigung von 2 Prozent. Beim Verkleben der Platten gab es für die Schuller-Mitarbeiter die zweite Premiere: „Hier haben wir erstmals den Millenium PG1- Kleber von Schedetal eingesetzt“, erläutert Andreas Schuller. Dabei handelt es sich um einen neuen, schnell trocknenden Zweikompo- nentenkleber, der unmittelbar vor dem Verle- gen auf den Untergrund aufgetragen wird. Aufgelegte Dämmelemente oder Dachabdich- tungen haften sofort rutschfest, die Haftkraft übertrifft die herkömmlicher Kleber um 50 Prozent. Deshalb kann man die Dämmplatten sofort nach dem Verlegen begehen und die nächsten Arbeitsschritte ausführen. Der Auf- trag erfolgt rückenschonend im Stehen mit einer Kartusche, auch starker Wind schränkt – anders als bei Schaumkleber – die Verarbei- tung nicht ein. Mit Schweißprobe und Prüfnadel Wind war im ersten Bauabschnitt eine der Herausforderungen, denen sich die Zimmerer auf dem Dach ausgesetzt sahen: „Das Gebäude liegt exponiert am Hang“, erinnert sich Andre- as Schuller. „In einer solchen Lage weht den ganzen Tag über ein kräftiger Wind, der den Mitarbeitern schon ziemlich zusetzt. Beim Dach ihres neuen Verwaltungsgebäudes legte die Zieg- ler Group in Plösberg besonderen Wert auf Sicherheit. Des- halb wurde das Dach nicht nur mit einem bewährten Gefälle- Dämmsystem ausgestattet, sondern auch mit Nässedetekto- ren und einer robusten Dachbahn. Gottseidank hatten wir trockenes Wetter, so dass nie die Gefahr bestand, dass Wasser unter die Dämmung laufen könnte. Dennoch haben wir in diesem Bauabschnitt sicherheitshalber in Abschnitten zwischen den Gullis gearbeitet und jeden fertiggestellten Abschnitt sofort mit Folien abgeschottet.“ Im zweiten Bauabschnitt arbeitete man komfortabler unter einem Not- dach, weil sich der Zeitplan wegen Verzöge- rungen bei anderen Gewerken bis in den November verschoben hatte. Die Plattenlagen wurden nicht nur mit dem Untergrund, sondern auch miteinander durch Kleberraupen verklebt. Zur Dachabdichtung nutzte die Zimmerei routinemäßig eine Extru- Pol FPO-Dichtungsbahn von Schedetal. Verschweißt wurden die Dachbahnen mit einem Heißluftautomaten. Um seine automati- sche, witterungsabhängige Temperatureinstel- lung zu überprüfen, führten die Schuller-Mit- arbeiter jeden Tag eine Schweißprobe durch. Andreas Schuller überprüfte die Verschwei- ßungen jeden Abend zusätzlich mit der Prüf- nadel. Die Ergebnisse wurden aus Gewährleis- tungsgründen handschriftlich festgehalten. Gefälledach mit Nässedetektoren Sicherheit an erster Stelle „Ein attraktiver Beratungsbereich mit viel natürlichem Licht, geschmackvoll eingerichtet und mit vielen zusätzlichen Annehmlichkeiten“ - das Architekturbü- ro Scherzer & Kalau in Erlangen hat sich diesen Wunsch erfüllt und seinen Gesprächsbereich im Bungalow (Innen- hof/Innenstadtlage) mit einem Flach- dachfenster optimiert. Für die optimale Beschattung und effektiven Hitzeschutz sorgt die Markise AMZ-F Solar, die den Innenraum auch im geschlossenen Zustand ausreichend mit natürlichem Licht durchflutet. Die Flachdachfenster DEF DU6 von FAKRO leisten damit einen wichtigen Bei- trag für das neue Arbeitsambiente des Architekturbüros. Das reduzierte und moderne Design erfüllt höchste gestalteri- sche Ansprüche und erlaubt den Architek- ten eine flexible Planung, weil die Elemente von FAKRO auch in individuellen Sonder- größen angefertigt werden. Die Eigentümer entschieden sich jedoch für das Hauptele- ment mit einem Nennmaß von 120 x 220 cm. Es ist die größte Serienvariante aus dem FAKRO-Sortiment und es war offen- sichtlich, dass es dem Innenbereich wesent- lich mehr einfallendes Licht beschert, als die frühere Lichtkuppellösung. Die Flachdach-Fenster sind mit hochwerti- gen Niedrigenergie-Isolierverglasungen DU6 ausgestattet, die über hervorragende Thermoisolationsparameter verfügen. Die Elemente begeistern mit ihrer Energieeffi- zienz mit einem Uw-Wert von U=0,70 W/m 2 K (3-fach-Isolierverglasung) für das gesamte Fenster. Außerdem entschieden sich die Architekten für die Markise AMZ-F Solar mit hellgrau- em Netz-Stoff, der für einen sehr effektiven Hitzeschutz sorgt. Nach dem Einbau zeig- ten sich die Eigentümer begeistert vom Tageslichtkomfort, indem sogar genügend natürliches Licht durchkommt, wenn die Markise geschlossen ist. Vor allem im Som- mer kann die Markise geschlossen bleiben und man nicht mit künstlichem Licht im Raum sitzen muss. Lichtdurchfluteter Besprechungsraum Bis zu drei Dämmlagen bil- den das Gefälle- dach. Die unteren Lagen sind aus einer Flachdach- dämmung in möglichen Stär- ken zwischen 80 und 240 mm. Die oberste Dämm- schicht aus 30/55 bis 205/230 mm starken Gefälle- Elementen sorgt für die gewünsch- te Neigung von 2 Prozent. Verschweißt wurden die Dachbahnen mit einem Heißluftauto- maten. Um sei- ne automati- sche, witte- rungsabhängi- ge Tempera- tureinstellung zu überprüfen, führten die Arbeiter jeden Tag eine Schweißprobe durch. FLACHDACH N EWS D ACH 1/21

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