FDF DachNews - Ausgabe 2/2021
Diese Umstände von überlasteten Kanalisa- tionen sorgen bei den Städten und Kommu- nen für ein Umdenken. Der Gedanke an eine dezentrale Entwässerungsanlage rückt dadurch mehr und mehr in den Fokus. Hier geht es bei der Planung von Regenwasseran- lagen um die Möglichkeit einer dezentralen Niederschlagswasserbewirtschaftung. In der DIN 1986-100:2016-12 – Die Norm für die Planung von Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke - sind Möglich- keiten aufgeführt, wie eine Regenwasseran- lage geplant und bemessen werden kann, sodass die Einleitung von Niederschlagswas- ser in die öffentliche Abwasseranlage redu- ziert wird. Mittels einer Regenrückhaltungsanlage, z.B. Rigolen oder Rückhaltebecken auf dem Grundstück, kann das Niederschlagswasser gespeichert und genutzt werden. Des Weite- ren ist die Versickerung des Regenwassers ggf. in Kombination mit einer Teileinleitung in die Kanalisation denkbar. Die Maßnahmen dienen als Schutz vor Überflutungen und sind im Vorfeld zu beachten. Für die Umsetzung einer Regenrückhaltungs- anlage muss der entsprechende Platz auf den jeweiligen Grundstücken vorhanden sein. Vor allem in Städten ist das Angebot nicht versiegelter Flächen eingeschränkt. Immer häufiger werden nun die Dachflächen genutzt, um das anfallende Regenwasser dort zu speichern. Bei der Planung der Entwässe- rungsanlage von Gebäuden ist das Thema „Retentionsdächer“ in aller Munde. Retenti- on ist lateinisch und steht für „Zurückhalten“. Meistens werden Retentionsdächer mit einer Dachbegrünung ausgeführt, da die Vegetati- on das gespeicherte Regenwasser zusätzlich nutzen kann. Mit spe- ziellen Speicherelementen - also einer Art Rigole - kann ein gewis- ses Regenwasservolumen für einen bestimmten Zeitraum auf dem Dach zurückgehalten werden. Als Grundlage für die weitere Pla- nung einer Entwässerungsanlage ist nun zu prüfen, ob für den jewei- ligen Standort von der Stadt oder Kommune eine Einleitbeschrän- kung vorliegt. Diese Beschrän- kung gibt vor, welche Mengen an Regenwasser in die Kanalisation eingeleitet werden dürfen, um für Überflutungsschutz zu sorgen. Von Planern und Architekten werden Überflutungs- und Überlastungs- nachweise nach DIN durchge- führt, um das benötigte Rückhal- tevolumen für das zurückzuhal- tende Regenwasser zu berechnen. Somit lässt sich bestimmen, wel- che Art von Wasserspeicherele- menten für die jeweiligen Dach- flächen eingesetzt werden müs- sen. Zusätzlich werden die benö- tigten Dachabläufe, die zur Ableitung des Regenwassers mit Regenfallrohren an die Kanalisation angeschlossen sind, gedrosselt. Die Karl Grumbach GmbH & Co. KG hat für die Drosselung des Regenabflusses auf Flachdächern einen neuen Retentionsauf- satz aus PUR (Polyurethan-Hart-Integral- schaum) entwickelt, mit dem der Kanali- sation nur ein definiertes Volumen an Regenwasser zugeführt wird. Dieser Auf- satz ist bei bestehenden Entwässerungsan- lagen nachrüstbar. Der neue Retentionsaufsatz aus PUR ist in drei Versionen verfügbar und aus mehreren Komponenten aufgebaut. Abbildung 1a zeigt den Retentionsaufsatz bestehend aus dem PUR-Grundelement, einem Überlaufelement aus PE sowie einem Fixierstift aus PA. Er ist passend zur Serie Universal-Gully. Bei der Verwendung der Aufstockelemente der Uni- versal-Gullys ist der „Retentionsaufsatz mit Dichtung – Typ I“ zu verwenden. Der „Retentionsaufsatz mit Dichtung – Typ II“ ist passend zu den Kompakt-Kra- gen-Gullys inkl. Auf s t ocke l emen t sowie der Serie Atti- ka-Flachgully mit Kragen, wie in Abbildung 1b und 1c zu sehen ist. Das Element wird im Dachablauf mit- tels einer eingesetz- ten Rückstaudich- tung, welche im Lie- ferumfang enthalten ist, dicht eingesteckt. Lediglich über zwei gegenüberliegende Öffnungen kann das Regenwasser ablau- fen. Diese Öffnun- gen sind mittels des Überlaufelements und des Fixierstifts durch eine Drehbewegung in der Größe noch einstellbar. Im Überflutungs- und Überlastungsnachweis nach DIN 1986- 100:2016-12 ist der Drosselablauf ein Para- meter, der zur Auslegung des Rückhaltevo- lumens mit einfließt. Hier kann aus den Ablaufleistungstabellen die passende Ablauf- leistung herausgesucht werden. Dementspre- chend ist die Öffnungsgröße über die Skala am Retentionsaufsatz einzustellen. Der Fixierstift sorgt für die dauerhafte Sicherung dieser Einstellung. Das Überlaufelement aus PE kann je nach Einbausituation passend abgekürzt werden. Ein Aufkleber mit den Höhenangaben dient als Orientierung. Die Höhe wird objektbezogen ermittelt und von dem ausführenden Planer vorgegeben. Als Revisionsöffnung für die Reinigung und Wartung des Systems kann ein Grumbach Gründach-Sicherheits-Drain verwendet wer- den. Dieser dient gleichzeitig als Abgrenzung zum Begrünungsaufbau. Abbildung 2 zeigt einen Ausschnitt des Dachaufbaus. Das Regenwasser sickert durch den Dachbegrü- nungsaufbau in die auf dem Dach platzierten Wasserspeicherelemente. Diese sind zuvor vomArchitekten oder Planer passend dimen- sioniert worden, damit das benötigte Rück- haltevolumen komplett aufgenommen wer- den kann. Das Regenwasser kann durch diese Elemente zeitverzögert zum Dachablauf gelangen und dort gedrosselt in die Kanali- sation ablaufen. Das berechnete Regenrück- haltevolumen sorgt auf dem Retentionsdach für einen konstanten Wasseranstau. Sobald diese konstante Wasserhöhe überschritten wird, springt die auf dem Dach eingebaute Notentwässerungsanlage mit an und führt das Regenwasser auf schadlos überflutbare Grundstücksflächen. Für den neu entwickelten Retentionsaufsatz aus PUR von Grumbach ist ein großes Spek- trum an Ablaufleistungen verfügbar, sodass sich die Einleitbeschränkungen der Städte und Kommunen optimal umsetzen lassen. Für detaillierte Informationen kontaktieren Sie die Karl Grumbach GmbH & Co. KG unter grumbach@grumbach.net Dachentwässerung mit Retentionsaufsatz Der gedrosselte Ablauf in die Kanalisation Für immer mehr Städte und Kommunen wer- den die vermehrt auftretenden Starkregener- eignisse in Deutschland zu einer Herausforde- rung. Die Häufigkeit dieser Starkregen hat durch den Klimawandel stark zugenommen. So sorgen überflutete Straßen und vollgelau- fene Keller für Probleme. Das Retentionsdach soll Abhilfe schaffen. Neuer Retentionsabfluss von Grumbach Retentionsdach mit Wasserspei- cherelementen ausgeführt. Ein konstant anhaltenderWasserstand wird über den Retentionsaufsatz gedrosselt in die Kanalisation abgeleitet (blau). Quelle: www.nordkurier.de 4 2/21 ENTWÄSSERUNG Retentionsaufsatz aus PUR für die gezielte Wasserrückhaltung auf dem Flachdach in den verschiedenen Versionen für die jeweiligen Produktserien von Grumbach.
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