FDF DachNews - Ausgabe 1/2024

VELUX Rollläden Optimalen Schutz zu jeder Jahreszeit bieten die VELUX Rollläden. Sie verhindern zu heiße Räume im Sommer, halten im Winter die Wärme im Raum und ermöglichen eine optimale Verdunkelung zu jeder Tageszeit. Rundum-Schutz zu jeder Zeit velux.de zu jeder T Wärme im R Sie verhindern zu heiße R Optimalen Schutz zu jeder Jahreszeit bieten die VEL VELUX R ageszeit. aum und ermöglichen eine optimale V ärme im R UX Rollläden äume im Sommer erdun e optimale V Verdunk , halten im W mmerr, halten im W UX R elung erdunk inter die UX Rollläden. NEWS DACH 1/24 Wir konnten gerade noch die Vielfalt der Branche bei der Dach und Holz Messe in Stuttgart erleben. Was ist dabei das Besondere an Ihrem Unternehmen? Jan Bauder: Wir sind ein Eigentümer-geführtes Familienunternehmen in vierter Generation mit dem Ziel dies auch zu bleiben. Ein gut geführtes Familienunternehmen ist unserer Meinung einem Konzern überlegen, da wir langfristiger denken und bankunabhängig investieren. Wir leben unsere Werte und haben so die beste Mannschaft. Die Baubranche kracht und ächzt derzeit. Wie sieht das bei Bauder aus? Jan Bauder: Beim Umsatz haben wir in 2023 konjukturbedingt einen leichten Rückgang gehabt und liegen im letzten Jahr bei rund 1,05 Milliarden Euro Umsatz. Das ist ein Rückgang von etwa 2 Prozent zum Vorjahr. Dabei spielen Preisrückgänge ebenso wie ein deutlicher Marktrückgang in Deutschland eine entscheidende Rolle. Aber: Wir sind Marktführer in Deutschland für Flachdachabdichtungen, PUDämmstoffe und Aufsparrendämmung. Und wir wachsen stark bei den Mitarbeiterzahlen. Derzeit sind es in Europa 1.500. Wie läuft der Flachdachmarkt? Jan Bauder: Früher war in Deutschland immer die Rede von ungefähr 80 Millionen qm abgedichteter Flachdachfläche pro Jahr. Auch wenn da viel Schätzwert dabei ist. Dann kam Anfang 2022 der Ausbruch des Ukraine-Krieges. Extreme Rohstoffverteuerung und Verfügbarkeitsprobleme haben in der Branche eine Hamsterwelle mit vollen Lagern ausgelöst. Verarbeitet wurde aber weniger. So war das Jahr 2022 eigentlich schon schlechter als die Zahlen. In 2023 herrschte dann eine große Unsicherheit am Markt. Vielleicht wird diese Krise in Deutschland auch ein wenig herbei geredet. In anderen europäischen Ländern ist der Markt nicht in dieser Krisenstimmung. Und was ist mit 2024? Jan Bauder: Wir sind wirklich gespannt. Die Unsicherheit bremst jedenfalls die Investitionen. Hier fehlt es ganz klar auch an klaren politischen Vorgaben aus Berlin. Die Unsicherheit betrifft die Investition in die Dachsanierung aber auch in neue Gebäude, der Markteinbruch, den wir derzeit erleben, ist historisch. Mein Vater und mein Onkel, die 1982 die Firma übernommen haben, können sich nicht an einen derartigen Einbruch erinnern. Das sorgt natürlich für hohe Nervosität in der Branche. Wir erwarten für 2024 ein leicht höheres Niveau als 2023. Wir hoffen auf das Motto “der Markt ist besser als die Stimmung”. Dachdecker und Zimmerer sprechen von gut gefüllten Auftragsbüchern. Der Neubau wird sicherlich schwächeln. Dieser ist für den Flachdachmarkt aber nicht so entscheidend. Aber PU-Dämmstoffe sind für Bauder entscheidend. Wie laufen die? Tim Bauder: Der PU-Dämmstoff ist nicht so rückläufig gewesen in 2023 wie die Abdichtung. Daraus schließen wir, dass PU es weiter schafft, Marktanteile hinzuzugewinnen. Wir sehen den Marktanteil PU hier um die 23 Prozent. PU ist also auf dem Vormarsch. Das sieht man bei uns auch an erheblichen Investitionen in neue Produktionswerke. Und das Gründach? Bauder ist hier schon viele Jahre am Markt engagiert. Tim Bauder: Auch hier waren die Jahre 2022 und 2023 keine Wachstumsjahre, wie die Jahre zuvor. In 2018 und 2019 hatten wir sogar ein zweistelliges Wachstum. Trotzdem liegt das durchschnittliche Marktwachstum der letzten Jahre beim Gründach bei rund sieben Prozent. Und auch für 2024 erwarten wir ein leichtes Wachstum. Erfreulich ist vor allem, dass immer mehr Dachdecker Dachbegrünung ausführen. Und wenn Sie über die Dach und Holz Messe in Stuttgart gegangen sind, haben Sie überall Lösungen fürs Gründach gesehen. Das zeigt die Bedeutung für die Zukunft. Jedes Gründach reduziert, dämpft und verzögert den Wasserabfluss, senkt die Umgebungstemperatur und schafft neuen Lebensraum. Und das Steildach? Tim Bauder: Im Steildach sind die Rückgänge sicher höher als im Flachdach. Ursächlich ist auch hier die hohe Unsicherheit. Gründe sind die lange Diskussion um das Heizungsgesetz und die Kosten für Verbraucher, die Stopps staatlicher Förderprogramme bei der Sanierung. Welcher private Bauherr nimmt jetzt da Geld in die Hand und saniert sein Dach? In 2024 sind nun aber wieder wichtige Impulse für die Sanierung gesetzt. Auch wenn es Bauherren nicht wirklich einfach gemacht wird, sind die staatlichen Förderprogramme im BEG und in dem ESanMV verabschiedet. Es ist wieder attraktiv, ans Steildach ran zu gehen. Die Sanierung wird sich also erholen. Der Neubau wird allerdings auf niedrigem Niveau bleiben. Also gemischte Aussichten für 2024? Tim Bauder: Die aktuelle Marktsituation ist so unsicher wie nie. Wir hängen letztlich an der Gesamtwirtschaft in Deutschland. Es braucht aber sicher abgedichtete Dächer, und der Trend liegt eindeutig beim Nutzdach mit Gründach und Solar. Unser Slogan ‘Nutze Dein Dach’ trifft da voll in Schwarze. Das größte Problem ist und bleibt in unserer Branche aber der Fachkräftemangel. Dazu am Rande bemerkt: Wir fangen jetzt bei den Kleinsten an, Lust auf Dachbau zu machen und haben ein Wimmelbuch in limitierter Auflage herausgebracht. Was ist mit dem Topthema Nachhaltigkeit? Mark Bauder: Die Gebäudehülle wurde im letzten Jahr gar nicht mehr gesehen. Dabei ist sie nach wie vor der schnellste und beste Weg, den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken. Mit Bauder ECO haben wir vor vier Jahren am Markt in Sachen Nachhaltigkeit auch ein tolles Produkt vorgestellt. Das ist ein biomassebilanzierter PU-Hochleistungsdämmstoff, bei welchem ab April diesen Jahres 80 % Biomasse in der Herstellung eingesetzt und so der Anteil fossiler Rohstoffe auf nur noch 20 % gesenkt wird. Was genau ist daran Bio? Mark Bauder: Einfach erklärt: Wir können Kunststoffe auf dem klassischen Weg aus Rohöl oder Gas herstellen. Oder ich kann das heute in der chemischen Industrie aus Biomasse machen. Das Endprodukt, das wir für unsere PU-Produkte einsetzen, heißt MDI und ist in beiden Verfahren letztendlich das gleiche. Das Bio-Masse MDI wird in aller Regel aus Methan gewonnen, das zum Beispiel in großen Kompostieranlagen oder bei der Tierzucht gewonnen wird. Der Dachdecker muss verstehen, dass wir Kunststoffe heute nicht mehr nur aus Rohöl herstellen, sondern auch oder zum Teil aus Biomasse. Das ist ein großes Thema der nächsten Jahre in der chemischen Industrie. Auf dem Solarmarkt sind Sie auch aktiv. Wie läuft der Markt hier? Tim Bauder: 2022 und 2023 wurden die Ausbauziele der Bundesregierung bei Solar deutlich übertroffen. Wir sind sicher, in Zukunft wird jedes Dach mit Photovoltaik belegt werden. Ab 2026 sollen jährlich ca. 600 Millionen Module verbaut werden. Die Energie zu erzeugen, wo sie auch verbraucht wird, macht maximal Sinn. Das kann nur funktionieren, wenn die Dachdecker sich diesem Thema annehmen. Zum Glück lässt die Branche den jetzigen PVBoom nicht an sich vorbeiziehen. Der ZVDHPV-Manager ist das best-nachgefragte Modul, dass der Verband je hatte. Wir als Hersteller stehen dem Dachdecker ebenfalls zur Seite. Natürlich immer mit dem Ziel, dass das Dach unter der Solaranlage so lange hält, wie die Ertragskalkulation der Anlage. Also Abdichtung und PV-Anlage müssen immer im Ganzen gesehen werden. Perfekt ist dann natürlich die Kombination von Gründach und Solar. Auch hier haben wir tolle Lösungen. Wo liegen die Ziele von Bauder in der Zukunft? Mark Bauder: Seit 1985 haben wir unser erstes Leitbild im Unternehmen eingeführt. Ziel waren gemeinsame Werte und ein gutes Miteinander. Als wir in 2018 den Generationswechsel mit uns drei Brüdern als neue Führung vorgenommen haben, haben wir unser Leitbild noch einmal überarbeitet. Beste Nachhaltigkeit kam zum Beispiel als neues Element hinzu. Dabei haben wir die Mitarbeiter wirklich stark eingebunden. Wir wollen die beste Mannschaft sein, die beste Kundenzufriedenheit liefern und eben die beste Nachhaltigkeit haben. Insgesamt wollen wir also das beste Unternehmen der Branche sein, nicht unbedingt das größte. Also Optimismus trotz schwieriger Lage für den Dachbau? Mark Bauder: Wir haben das große Glück als Unternehmen, dass unsere Produkte und unsere Branche schon in der DNA eine große Nachhaltigkeit besitzen. Wir können helfen, ein Stück weit die CO2-Emissionen im Gebäudesektor einzudämmen. Viele andere können bei diesem Thema weit weniger beruhigt in die Zukunft sehen. Das sollte die ganze Branche nutzen. Neubaukrise, ein schwieriges Jahr 2023 mit dem Fokus Heizung, leere Kassen bei der Förderung und schwache Konjunkturlage machen dem Dachbau zu schaffen. Über die Aussichten für 2024 sprach DachNews im Interview mit dem Führungstrio von Bauder, den GeschäftsführerBrüdern Jan, Mark und Tim Bauder. Sie sagen, wir erleben einen historischen Markteinbruch. Ihr Tipp: Nutze Dein Dach. Die drei Bauder-Chefs im Branchen-Interview “Nutze Dein Dach” “Der Markteinbruch, den wir derzeit erleben, ist historisch.“ “Die Sanierung wird sich erholen, der Neubau wird allerdings auf niedrigem Niveau bleiben.” Jan Bauder (links) verantwortet als Geschäftsführer das Auslandsgeschäft, die Finanzen und den Bereich IT, Tim Bauder (Mitte) ist als Geschäftsführer verantwortlich für den Vertrieb, Marketing, Logistik sowie Personal, Mark Bauder (rechts) leitet als technischer Geschäftsführer den Einkauf und die Werke. Die Paul Bauder GmbH & Co. KG in Stuttgart ist führender Hersteller von Dachsystemen in Europa und seit über 165 Jahren inhabergeführt. Aus einer Hand bietet Bauder umfassende Beratung sowie alle Materialien zum Dichten, Dämmen, Begrünen, Absturz verhindern und Energie gewinnen. In Deutschland kommen die Abdichtung für jedes vierte Flachdach und jede fünfte Aufsparren-Wärmedämmung von Bauder. Standorte sind das Hauptwerk in Stuttgart sowie acht weitere Werke in Deutschland, Österreich und Frankreich. Mit dem großen Bauder Wimmelabenteuer geht das Stuttgarter Familienunternehmen in limitierter Auflage unter die Kinderbuchautoren. Hier soll bei den Kleinsten schon die Lust auf Dachhandwerk geweckt werden.

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