FDF DachNews - Ausgabe 2/2024

Wer den Bauherrn Florian Bäßler in seinem neuen Zuhause im sächsischen Plauen besucht, kann leicht alpine „Gefühle“ bekommen. Das liegt zum einen an der recht exponierten Hanglage des Grundstücks, zum anderen an Bauweise und Baumaterialien des dreigeschossigen Gebäudes. „Ich bin ein absoluter Berg-Fan und so oft es geht in den Alpen unterwegs. Und die Architektur der dort verbreiteten Chalets hat mich schon immer begeistert“, so der Eigenheimbesitzer. Leistungsstarker Holzbau Das rund 100 m2 große Kellergeschoss entstand als einziges Bauteil in Massivbauweise: Auf die gegossene Bodenplatte wurden Wände in Stahlbeton errichtet und mit 100 mm starken Styrodur 3035 Hartschaumplatten gedämmt. Von da an ging es komplett in Holzbauweise weiter. Für die Herstellung und Montage der Außenwände vertraute Florian Bäßler auf die Profis der nahegelegenen Zimmerei Wolf in Mylau. „Wir haben in Summe etwas mehr als 200 m2 Außenwände errichtet“, erläutert Udo Pürzel, Geschäftsführer der Zimmerei Wolf. „Die Basis der tragenden Wände bildet 160 mm starkes Brettsperrholz und eine vorgehängte, hinterlüftete Fassadenbekleidung auf einer Holz-Unterkonstruktion inklusive einer 160 mm dicken Dämmung mit Kontur FSP 1032 Fassadendämmplatten von ISOVER. Die vlieskaschierten Glaswolleplatten waren zum einen sehr einfach zu verarbeiten und zum anderen mit ihrer niedrigen Wärmeleitfähigkeit von 0,032 W/(m·K) für das geplante Energiekonzept von entscheidender Bedeutung.“ Nach der Montage von 40 mm starken Holzlatten, durch die die entsprechende Hinterlüftungsebene sichergestellt wurde, und der vollflächigen Verlegung einer diffusionsoffenen Fassadenbahn erfolgte die Fassadenbekleidung mit Rhombusleisten aus sibirischer Lärche. Eine Ausnahme bildeten die Außenwandbereiche im Erdgeschoss und der innenliegenden Loggia. Deren Bekleidung erfolgte in Eigenleistung, weshalb der Bauherr nach einer gleichermaßen schnellen wie einfachen Lösung suchte. Diese fand er in der vliesarmierten SpeSPEZIAL NEWS DACH zialgipsplatte Rigips Glasroc X von RIGIPS. Die feuchteresistente Platte eignet sich für die Bekleidung speziell von Außenwänden in Holzbauweise und bietet dabei mehrere Vorteile. „Das vergleichsweise geringe Gewicht der Platten erleichtert das Arbeiten im wahrsten Sinne des Wortes, zumal wir die Ausführung als raumhohe, sprich drei Meter hohe Platten gewählt haben. Darüber hinaus konnten die Platten wie reguläre Hartgipsplatten durch einfaches Ritzen mit einem normalen Klingenmesser und anschließendem sauberen Brechen zugeschnitten werden. Es musste also nicht erst alles aufwändig mit Tauchsäge und Führungsschiene geschnitten werden, was für einen schnellen Baufortschritt sorgte. Auch die Montage auf der Unterdeckbahn und der Traglattung erfolgte in wenigen Arbeitsschritten“, so Florian Bäßler. Ein weiterer Vorteil von Rigips Glasroc X: Die Platten bieten einen sofort wirksamen Witterungsschutz ohne Trocknungszeiten – sind also nahezu wetterunabhängig zu verarbeiten – und sind zudem direkt verputzbar. Weiter nächste Seite: Der Dachaufbau Im sächsischen Plauen ist ein Einfamilienhaus im Alpen-Chalet-Stil in innovativer Holzbauweise mit einem nahezu autarken Energiekonzept und viel Wohlfühlatmosphäre entstanden. Die alpine Anmutung passt zur Hanglage des Grundstücks. Viel Wert wurde auf effiziente Dämmung gelegt. Das Gebäude entspricht KfW-55-Anforderungen. DÄMMSTOFFE Alpenflair in Sachsen 10 Den ersten Platz verlieh die Jury in Abstimmung mit dem Online-Voting an Dannien Roller Architekten + Partner aus Tübingen. Die Architektinnen und Architekten haben ein spätklassizistisches Wohn- und Geschäftshaus am Rande der Tübinger Altstadt umgebaut und durch einen eingeschossigen Anbau als eigenen Bürositz erweitert. Charakteristisch ist die schräg abfallende, dabei dreifach terrassierte Dachlandschaft, die sich sensibel in die Hanglage des Grundstücks oberhalb der mittelalterlichen Stadtmauer einfügt und damit ganz selbstverständlich Bestandteil der vorgegebenen Topografie wird. Im Zusammenspiel wurde eine respektvolle Einbindung in das historische Stadtgefüge oberhalb der mittelalterlichen Stadtmauer erreicht, die Alt und Neu harmonisch zusammenfügt. Das begrünte Flachdach schafft dabei einen willkommenen Lebensraum für Vögel und Insekten und ermöglicht so deutlich mehr Biodiversität. Hinzu kommt, dass die Flachdachfläche von den angrenzenden Altbauten aus einsehbar ist. Die Begrünung bietet deshalb auch für Anwohnerinnen und Anwohner eine deutliche Aufwertung des Standortes und wird ihrer Rolle als fünfte Fassade gerecht. Der Entwurf zeigt damit exemplarisch auf, wie sich innerstädtische Brachen intelligent nutzen lassen und welche Rolle begrünte Flachdächer dabei spielen können. Mit dem Flachdach Contest 2023 hat der vdd Industrieverband Dach- und Dichtungsbahnen e.V. zum mittlerweile dritten Mal nach den besten Flachdach-Gebäuden in ganz Deutschland gesucht. Platz 1 des Wettbewerbs geht an ein Tübinger Wohnund Geschäftsgebäude. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der „Business & Beach Campus“ in Würzburg sowie die Wohnanlage „Der kleine Prinz“ in München. Das beste Flachdach 2023 Bilder: Dietmar Strauß Den zweiten Platz beim Flachdach Contest 2023 belegt der nach Plänen der beiden Büros archicult GmbH – breunig architekten und Hofmann Keicher Ring Architekten fertiggestellte „Business & Beach Campus“ in Würzburg. Der Neubau für einen Druckereigroßhandel punktet insbesondere durch seine vielfältigen Flachdachnutzungen und ermöglicht so eine intelligente Nachverdichtung und Doppelnutzung einer innerstädtischen Fläche. Zentrales Element ist das auf dem Flachdach der Logistikhalle neu entstandene Parkdeck mit 62 Stellflächen, zusätzlich wurden drei Terrassen in Holzbauweise aufgeständert. Die drei „Inseln“ stehen als Sport- und Eventflächen zur Verfügung und bieten damit ein attraktives Arbeitsumfeld für die Beschäftigten. Die Flachdachflächen der Bürogebäude sind ergänzend als extensive Grünfläche gestaltet, die integrierte Photovoltaikanlage trägt zusätzlich zur Stromversorgung bei. Im Ergebnis wird eine vorbildhafte vertikale Stapelung der Funktionen Firmengelände, Parkflächen, Büroflächen, Freizeit sowie Begrünung und Energie erreicht. Die Auszeichnung „Top 3 beim Flachdach Contest 2023“ erhält das Büro dressler mayerhofer rössler architekten und stadtplaner für ihre Wohnanlage „Der kleine Prinz“ in München. Das auf dem Areal der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne realisierte Wohnungsbauprojekt umfasst einen sechszeiligen Teppich mit 24 zwei- bis dreigeschossigen Atriumhäusern. In Richtung Süden schließen sich zwei viergeschossige Punkthäuser mit weiteren 15 Wohnungen an. Der hohe ökologische Anspruch der Holzbausiedlung wird durch die Begrünung der Flachdächer unterstrichen. Die Dachflächen der Punkthäuser stehen zusätzlich als gemeinsam nutzbare Urban-Gardening-Flächen zur Verfügung. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben so die Möglichkeit, ihr eigenes Gemüse anzubauen. Generell bietet die Wohnanlage viele Gelegenheiten und Orte zum Austausch. Die Dachflächen schaffen in diesem Zusammenhang einen zusätzlichen Treffpunkt und fördern so das soziale Miteinander innerhalb der Gemeinschaft. Platz 2: Business & Beach in Würzburg Platz 3: Der kleine Prinz in München Platz 1: Terrassierte Dachlandschaft in Tübingen Der Wettbewerb bietet Architektinnen und Architekten sowie Inhabern von Architekturbüros die Möglichkeit, ihre besten Projekte einzureichen und auszeichnen zu lassen. Ganz gezielt soll damit das immense Potenzial von genutzten Flachdächern hervorgehoben werden, um die Klimaziele zu erreichen und die Lebensqualität zu verbessern. Aufgrund der deutlich gestiegenen Zahl an eingereichten Objekten war ergänzend zum vorherigen Online-Voting erstmals auch eine Fachjury berufen worden, um die Preisträger auszuloben. Zur Auswahl standen eine Vielzahl an spannenden Projekten aus unterschiedlichsten Bereichen, darunter Einfamilienhäuser, Wohnanlagen, Schulen, Kindergärten, Universitätsgebäude, Forschungsgebäude, Besucherzentren Gewerbehallen, Industriegebäude und Bürobauten, ein Behindertenwohnheim sowie ein Parkhaus. Weitere Informationen zu den TOP 12 Gewinnern des Flachdach Contest 2023 finden Sie hier: https://flachdach-contest.de/gewinner-fdc-23/ Startschuss für den Flachdach Contest 2024: Architektinnen und Architekten haben nun wieder die Chance, ihre gelungensten Flachdach-Projekte einzureichen und auszeichnen zu lassen. Die Einreichung ist kostenlos und in weniger als 3 Minuten erledigt: www.flachdach-contest.de. Bild Markus Dobmeier Bild: Stefan Schott Bild: Michael Stephan

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