FDF DachNews - Ausgabe 2/2024

NEWS DACH 2/24 8 Balkone benötigen leistungsfähige und attraktive Entwässerungslösungen. Angesichts der Vielfalt von Balkonkonstruktionen erfordert dies bedarfsgerechte Entwässerungstechnik. Die Entwässerungssysteme von Loro bieten für alle Arten von Balkonen technisch und optisch hochwertige Ablaufsysteme. Ein Praxisbeispiel aus Bad Gandersheim zeigt, wie gut dies in eine attraktive Balkonkonstruktion integriert werden kann. Auskragende Platte im Altbau, vorgeständerte Bauweise in der Sanierung, Plattenbelag oder fugenlose Bodenkonstruktion: Balkon ist nicht gleich Balkon und so ist auch nicht jeder Balkonablauf überall einsetzbar. Der Entwässerungsspezialist Loro (Bad Gandersheim) hat für alle gängigen Konstruktionen die passenden Entwässerungslösungen im Programm, unter anderem mit ästhetischen Rohrin-Rohr-Systemen, die über mehrere Etagen mit einem einzigen Strang entwässern. Generell setzt der Hersteller dabei auf den Werkstoff feuerverzinkter Stahl: Als dauerhafter und vollständig recyclebarer Baustoff ist dies ein besonders nachhaltiger und umweltfreundlicher Werkstoff. Beispielhafte Lösungen Auf Balkonen mit Flüssigkunststoff als obere Abdichtungslage hat sich die Serie GF bewährt – robuste Abläufe mit einer zusätzlichen Innenbeschichtung. Der umlaufende Klebeflansch schließt direkt an die Kunststoff-Abdichtung an, die durch den verzinkten Anschlussflansch eine sichere und dauerhafte Verbindung mit der Flüssigkunststoffabdichtung gewährleistet. Durch die Vielzahl an Siebeinheiten können die jeweiligen Aufbauten unkompliziert erstellt werden. So bietet das System besonders für Sanierungen die nötige Flexibilität. Speziell für die Entwässerung von Balkonen aus Betonfertigteilen aus wasserundurchlässigem Beton hat Loro die Abläufe der Serien I und IV entwickelt. Mit dem breiten Sortiment an Formstücken bieten beide Serien hohe Variabilität und somit Lösungen für unterschiedliche Balkonaufbauten. Die Serie IV eignet sich mit Glocke ohne Haltenocken für den direkten Einbau in Balkone aus wasserundurchlässigem Beton in Platten von 95 bis 220 mm Dicke. Mit dem flexibel positionierbaren Aufnahmering bleibt der Einschub-Winkel für das von oben kommende Rohr bei der bauseitigen Montage frei wählbar. Dadurch ist ein sicherer Ablauf über mehrere Geschosse stets einfach realisierbar. Entwässerung für jeden Balkon Ein Musterbeispiel für vorbildlich gelöste Balkonentwässerung steht in Bad Gandersheim: Das neue Kurpark-Quartier. Das ehemalige „Hotel Bartels“ ist nach seinem Umbau der Zentralbau am Kurpark. Neben der Nutzung als Hotel und Boardinghaus erweitert ein Trakt mit attraktiven Wohnungen den Bau. In diesem Bewusstsein war auch die Gebäudeästhetik bedeutsam – einschließlich der Balkone. Optisch bestechen die stabilen Anbauten aus Stahl und die Glasbrüstung mit stählernem Geländer. Hier passen die Fallleitungen perfekt ins Bild. Die Balkonentwässerung überzeugt nicht nur technisch, sondern auch optisch. Die Fallrohre gliedern den Baukörper und tragen zur anspruchsvollen Architektur des Gebäudes bei, ohne selbst in den Vordergrund zu treten. Bei diesem Projekt zeigt Loro auch seine Kompetenz in der Flachdach-Entwässerung: Die Anlage ist mit normgerechten (DIN 1986-100) Systemen des Herstellers für Haupt- und Notentwässerung ausgerüstet, der Loro-Service unterstützte das Planerteam bei der Berechnung und Auslegung der gesamten Anlage unter Berücksichtigung der ortsüblichen Regenspende, Abflussbeiwert, Höhen, Längen und Flächen. Auch die Serie I mit senkrechtem oder mit seitlichem Ablauf ist für den Einbau im Betonwerk optimiert: Die Balkonplatte kommt dann mit einbetoniertem Grundkörper zur Baustelle. Dort sind dann nur noch die Siebe einzusetzen und die Fallrohre können durch den Ablauf ohne zusätzliche Langmuffe problemlos montiert werden. In der senkrechten Ausführung lässt die integrierte Glocke die Steckmuffe verschwinden und ist als Einzel- oder Direktablauf lieferbar. Die Serie I gibt es in der senkrechten Version in DN 50, 70 und 100. Praxisbeispiel Balkonentwässerung Bild links: Serie GF für Balkone mit FlüssigkunststoffAbdichtung. Bild unten: Serie I und IV für Balkone mit Betonplatten. Das HERTALAN Abdichtungssystem vereint eine Reihe von stofflichen und verlegetechnischen Vorteilen. Gearbeitet wird hier mit großformatigen Planen bis zu einer Größe von 1.000 m². HERTALAN EASY COVER EPDM-Planen sind dauerelastisch in einem sehr breiten Temperaturbereich und daher äußerst witterungs- bzw. alterungsbeständig. Bei fachgerechtem Einbau sind Nutzungsdauern von mehreren Jahrzehnten sichergestellt. Das unabhängige Prüfinstitut Süddeutsches Kunststoff-Zentrum (SKZ) bescheinigt HERTALAN EPDM eine Gebrauchsdauer von über 50 Jahren. Die Planen können im Werk passgenau wie ein Maßanzug für das individuelle Bauvorhaben vorkonfektioniert werden. Sie entstehen durch Vulkanisation im Hot-Bonding-Verfahren, also unter definierten, gleichbleibenden Bedingungen. Auf der Baustelle sind nur noch maximal fünf Prozent manuelle Nahtfügungen erforderlich – das bedeutet große Zeitersparnis und zusätzliche Sicherheit. Die einlagige Verlegung kommt ohne Bitumenkocher oder Einsatz einer offenen Flamme aus – das bedeutet gleichzeitig mehr Sicherheit für den Verarbeiter. Alle Planenverbindungen werden vorrangig mit separaten, mittels Heißluft aufschweißbaren Abdeckbändern hergestellt. Direktsanierung auf PVC-Altabdichtungen Mit dem CARLISLE Induktionssystem werden die HERTALAN EPDM-Planen mechanisch per Induktionsverschweißung auf der PVC-Altabdichtung befestigt und das ohne Durchdringung der Dachhaut. Zunächst werden speziell beschichtete Halteteller nach den Vorgaben der erstellten Windlastberechnung durch die Altabdichtung im Untergrund befestigt. Ein zusätzlicher Pluspunkt, denn dadurch wird der komplette bisherige Dachaufbau nachträglich noch einmal befestigt. Durch diese sogenannte Feldbefestigung wird die Windlast im Gegensatz zur traditionellen Saumbefestigung gleichmäßig auf die Plane verteilt. Hierdurch wird die asymmetrische Krafteinwirkung auf Teller und Naht verhindert und damit das unerwünschte Flattern der Abdichtung vermieden. Die Halteteller werden mit korrosionsbeständigen Schrauben aus Edelstahl befestigt, um einen langfristig schädlichen Einfluss von eingeschlossener Restfeuchte zu vermeiden. Bei direkter Befestigung auf harten Untergründen ohne zusätzliche Wärmedämmung, wie Beton, Porenbeton oder Holz, besteht das Befestigungssystem aus der passenden Schraube und dem speziellen, für das Induktionsverfahren zugelassenen Halteteller. Enthält der Schichtenaufbau eine Wärmedämmung, wird zusätzlich eine Tülle aus Kunststoff integriert. Dadurch wird die Schraubenlänge reduziert und es wird auch die Durchtrittsicherheit gewährleistet, so dass die Dachbahn nicht zerstört werden kann. Durch die Kombination verschiedener Schrauben und Tüllen lassen sich Längen bis zu 440 mm abbilden. Eine patentrechtlich geschützte Besonderheit bildet eine Schmelzsicherung am unteren Ende der Kunststofftülle. Beim Eindrehen der Schraube wird die Schmelzsicherung plastisch verformt und bildet dadurch eine Unterlagsscheibe. Die auftretende Reibungswärme wird somit absorbiert. Bestimmte Untergründe, wie z.B. Poren- oder Bimsbeton, garantieren keine ausreichende Festigkeit. Hier sind durch Auszugsversuche die Bemessungslasten der Befestiger gesondert zu bestimmen. Die Verarbeitung der Schraubensysteme erfolgt mit Setzautomaten sowie Handsetzgeräten. Nach Befestigung der Halteteller werden die Plane bzw. Teilplanen auf der Dachfläche ausgebreitet und das Induktionsgerät über den Befestigungstellern positioniert. Die Aktivierungszeit für den Schweißvorgang mit den Haltetellern beträgt ca. 5 Sekunden. Abschließend werden die Schweißbereiche mit zum System gehörenden magnetischen Kühlstangen beschwert. Innerhalb von 45 weiteren Sekunden wird die Verbindung der Plane mit den Haltetellern dauerhaft sicher gefestigt. Nachhaltigkeit neu gedacht Die Besonderheit bei der mechanischen Befestigung der EPDM-Planen im Induktionsschweißverfahren: Mittels umgekehrter Induktion ist es auch möglich, die Planen wieder von den Haltetellern zu lösen. Die Planen werden hierbei nicht beschädigt und können bedenkenlos wiederverwendet werden. Lediglich die Halteteller sind für eine erneute Verlegung zu ersetzen. Diese Rückbaumöglichkeit bietet sich beispielsweise im Falle einer nachträglich geplanFlachdachsanierung auf der Altabdichtung Die Komplettsanierung eines Flachdaches ist üblicherweise sehr zeit- und kostenintensiv, denn die Altabdichtung muss in der Regel komplett demontiert und als Sondermüll entsorgt werden. Der EPDM-Spezialist CARLISLE CM Europe hat ein spezielles System entwickelt, mit dem eine Direktsanierung sogar auf PVC-Altabdichtungen möglich ist. ten Dachaufstockung an. Am Ende der Gebrauchsdauer der Planen können diese sortenrein recycelt und dem Produktionskreislauf wieder zugeführt werden, indem das EPDM devulkanisiert und der Rohstoff dem Produktionskreislauf wieder zugeführt wird. Das zirkuläre HERTALAN Abdichtungssystem wurde vom Cradle to Cradle Product Innovations Institute mit dem Cradle to CradleTM Bronze-Zertifikat mit Silberstreifen zertifiziert und zudem als außergewöhnlich innovative Lösung, die perfekt zum Ansatz der Kreislaufwirtschaft passt, mit dem renommierten niederländischen Nachhaltigkeitspreis „Rethink Awards 2023“ in der Kategorie „Nachwachsende Rohstoffe“ ausgezeichnet. Mit EPDM-Planen 9

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