7 6 lenz führt, nicht über Führungserfahrung. Hinzu kommt die Nachfolge. Wenn ein Betrieb übergeben wird, wird Führung nicht übergeben, sie wird vererbt. Mitsamt den Mustern, den Gewohnheiten, den unausgesprochenen Regeln, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Manche dieser Muster sind wertvoll. Manche begrenzen. Und die wenigsten werden je hinterfragt. Führung ist lernbar Doch Führung ist lernbar. Persönlichkeit allein erklärt Führungserfolg kaum. Was zählt, ist konkretes, beobachtbares Verhalten, und das lässt sich entwickeln. Führung ist ein Handwerk, mit Werkzeugen, die man lernen, üben und verbessern kann. Genau das ist die Botschaft, die im Handwerk oft fehlt. Der Meisterbrief prüft Fachkompetenz, betriebswirtschaftliches Grundwissen und pädagogische Eignung. Führung als eigenständige Kompetenz, als bewusstes Gestalten von Klarheit, Verantwortung und Orientierung, kommt darin kaum vor. Was ein Betrieb braucht, damit Führung funktioniert, ist keine Persönlichkeitsveränderung. Es sind klare Rollen, klare Regeln und klare Ergebnisse. Ein System, das dafür sorgt, dass Entscheidungen nicht von Beziehungen abhängen, sondern von Wirkung. Dass Leistung sichtbar wird. Dass der Blick immer wieder auf das gerichtet wird, worum es eigentlich geht: den Kunden und den Betrieb. Führung ist ein Handwerk, mit Werkzeugen, die man lernen kann. Und die man lernen muss. Nähe und Maßstäbe Handwerksbetriebe werden familiär geführt. Das ist ihre Stärke und zugleich ihre größte Herausforderung. Familie bedeutet Vertrauen, Loyalität, gemeinsame Geschichte. Aber familiäre Führung darf nicht die Maßstäbe im Betrieb ersetzen. Mitarbeitende merken sehr schnell, ob Leistung zählt oder Zugehörigkeit. Ob Entscheidungen nachvollziehbar sind oder davon abhängen, wen man kennt. Und sie handeln entsprechend. Nicht aus Kalkül, sondern weil Menschen sich an dem orientieren, was wirklich gilt, nicht an dem, was im Leitbild steht. Führung in Handwerksbetrieben bedeutet deshalb: die Nähe bewusst nutzen und gleichzeitig sicherstellen, dass der Betrieb nach Maßstäben geführt wird, die für alle gelten. Das ist keine Entfremdung, das ist Reife. Führen ohne Zahlen ist Blindflug Doch Führung braucht auch Zahlen. Führen ohne Zahlen ist Führen im Blindflug. In rund vier von fünf Insolvenzfällen fehlte ein funktionierendes Controlling. Dahinter steckt oft eine Überzeugung, die sich hartnäckig hält: "Ich hab halt kein Talent für Zahlen." Sie stimmt nicht. Jeder Handwerker arbeitet täglich mit Zahlen. Wirkungsgrade. Statische Werte. Materialeigenschaften. Toleranzen, die auf den Millimeter stimmen müssen. Der Umgang mit Zahlen ist nicht fremd, er ist Alltag. Was sich bei wirtschaftlicher Führung verändert, ist die Einheit dahinter. Statt Kilogramm oder Newton steht jetzt Euro oder Prozent. Die Zahl ist nicht mehr mit den Händen zu greifen. Aber die Grundkompetenz ist dieselbe. Hinzu kommt ein Irrtum, der selten hinterfragt wird: “Der Steuerberater wird sich schon melden, wenn etwas nicht stimmt.” Darauf sollte sich kein Unternehmer verlassen. Der Steuerberater sorgt für die steuerliche Betreuung. Das Bauchgefühl, das im Handwerk so oft betont wird, ist wertvoll. Bei technischen Entscheidungen stimmt es meistens. Bei Finanzzahlen kann es täuschen. Wer nicht weiß, was ein Stundenverrechnungssatz unter Branchenniveau wirklich bedeutet, hat kein schlechtes Bauchgefühl. Er hat fehlende Information.Wer nur reagiert, führt nicht. Er folgt. In meiner langjährigen Praxis habe ich eines immer wieder beobachtet: Erfolgreiche Handwerksbetriebe haben eines gemeinsam: Der Inhaber kennt seine Zahlen. Meist ohne Controller, aber mit der Klarheit: Wer sie kennt, steuert gezielt und trifft fundierte Entscheidungen. Fachliche Exzellenz im Handwerk schützt nicht vor wirtschaftlichem Scheitern im Betrieb. Im Tagesgeschäft werden Probleme oft nur kurzfristig gelöst, aber der Überblick über den langfristigen Betriebserfolg geht verloren. Unser Autor Uwe Engelhardt sagt, wer seinen Betrieb wirklich führen will, braucht kein kaufmännisches Studium, Man braucht Klarheit über die betrieblichen Zahlen und man braucht Führungskompetenz. Eine Betriebsgründung im Handwerk beginnt mit Begeisterung. Man gründet, weil man kann. Weil man es besser weiß. Weil man es liebt. Dann kommt der erste Auftrag. Dann der zweite. Irgendwann der erste Mitarbeitende. Dann zwei. Dann fünf. Was in dieser Zeit fast niemand bemerkt: Der Betrieb wird zu einem Unternehmen. Durch Wachstum, nicht durch bewusste Entscheidung. Und mit diesem Wachstum verschiebt sich etwas Entscheidendes, das kaum je ausgesprochen wird. Die Anforderung an die Führung verändert sich. Was am Anfang gefragt war, war fachliche Exzellenz. Was jetzt gefragt ist, ist wirtschaftliche Führung. Strukturen. Klarheit. Zahlen. Der US-Ökonom Larry E. Greiner beschreibt diesen Übergang als unvermeidlich: Jedes wachsende Unternehmen durchläuft ihn. Der Gründer, der bisher alles selbst gestemmt und intuitiv geführt hat, stößt an seine Grenzen. Das Unternehmen ist zu groß geworden – die Art der Führung muss sich grundlegend ändern. Das Problem: Die Ausbildung im Handwerk macht aus guten Fachleuten noch keine guten Führungskräfte. Der Meisterbrief schafft die Grundlage für fachliche Exzellenz. Was er kaum vermittelt, ist das Handwerk der Führung. Gleichzeitig bringen viele Handwerksbetriebe hervorragende Voraussetzungen dafür mit: Leistungswillen, familiären Zusammenhalt, Kundennähe, kurze Entscheidungswege und ein Vertrauen, das über Jahre gewachsen ist. Man kennt sich. Man hilft sich. Man zieht an einem Strang. Doch genau diese Stärke wird zur Herausforderung. Irgendwann werden Beziehungen wichtiger als Ergebnisse. Entscheidungen werden nicht mehr danach getroffen, was für den Betrieb richtig ist, sondern danach, wie man es intern möglichst ohne Reibung löst. Man kennt die Hintergründe. Man will niemanden verletzen. Man entscheidet mit Gefühl. Das ist menschlich. Und es hat Folgen. Leistung wird unterschiedlich bewertet, je nachdem wen es betrifft. Konsequenzen werden aufgeschoben. Der Maßstab im Betrieb verschiebt sich, langsam, fast unmerklich. Nähe und Führung ohne klare Struktur sind schwer zu trennen. Der Markt verhandelt nicht Der Markt nimmt auf all das keine Rücksicht. Er interessiert sich nicht für familiäre Rücksichtnahmen, nicht für gewachsene Beziehungen, nicht für interne Befindlichkeiten. Er bewertet Leistung, Qualität und Verlässlichkeit, dauerhaft, nicht einmalig. Ein Betrieb hat nur dann eine Daseinsberechtigung, wenn er liefert. Das klingt hart. Es ist die Realität, mit der jeder Inhaber täglich umgeht. Wer das versteht, begreift auch: Führung ist keine Nebenaufgabe, die wartet bis der Betrieb größer wird. Führung ist die Voraussetzung dafür, dass er überhaupt größer werden kann. Die Führungsverwirrung Diese Marktanforderung trifft auf ein weiteres Problem: Mitarbeitende arbeiten häufig nicht primär für den Kunden oder den Betrieb, sondern für den Chef. Die persönliche Beziehung steht vor der geschäftlichen. Engagement und Einsatz hängen direkt an der Zuwendung und der Stimmung der Führungsperson. Ist die Beziehung gut, läuft es. Stockt sie, stockt alles. Zum Autor Uwe Engelhardt begleitet seit 20 Jahren Inhaber und Führungskräfte im Handwerk, ihren Betrieb erfolgreich zu meistern. Er ist im Handwerk aufgewachsen und kennt die Branche aus eigener Erfahrung. Gemeinsam mit Burga Warrings betreibt er seit 2004 die Erfolgsmeisterei, eine Unternehmensberatung für Handwerkbetriebe mit Sitz in Tutzing am Starnberger See. Weitere Infos: www. erfolgsmeisterei.de Tipp: Betriebs-Check für Führungskräfte im Handwerk Der Betriebs-Check auf der praxiserprobten ErfolgsMeisterei.ONLINE ist ein neues Tool, das den Überblick über den Betriebserfolg schafft. Der Betriebs-Check liefert in Minuten Klarheit darüber, wie wirtschaftlich ein Betrieb wirklich läuft, wie dieser im Vergleich liegt und was direkt getan werden kann. Durch das Hochladen der BWA ist sofort ersichtlich, wie der Betrieb im Vergleich zu Branche, Region und Betriebsgröße steht, mit welcher Stellschraube Gewinn gesichert oder gesteigert wird und was konkret zu tun ist. Keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich.Termine zum Kennenlernen gibt es über E-Mail: engelhardt@erfolgsmeisterei.de Wirtschaftliches Scheitern trotz fachlicher Exzellenz? Dieser blinde Fleck wird gerne ignoriert, weil das Selbstbild vieler Chefs nicht mit dem realen Bild übereinstimmt. Im Handwerk kommt hinzu: Wer den Betrieb aufgebaut hat, wird selten offen kritisiert. Man sagt nichts, weil man nichts riskieren will. So bleibt der Abstand zwischen Selbstbild und Wirklichkeit unsichtbar. Führungskräfte überschätzen systematisch ihre eigene Wirkung, weil niemand ihnen ehrlich Rückmeldung gibt. Wer Führung verändern will, kann das nicht von heute auf morgen tun. Mitarbeitende, die gelernt haben, sich an einer Person zu orientieren, brauchen Zeit. Führungsveränderungen sind deshalb schrittweise und transparent einzuführen – mit absichtsvoller Kommunikation statt Überraschung. Veränderungen brauchen Zeit. Zu Beginn geht es langsamer voran. Strukturen, Zuständigkeiten und neue Abläufe müssen erst entstehen. Mitarbeitende orientieren sich, Neues wird erprobt. Erst wenn diese Grundlage steht, nimmt die Entwicklung Fahrt auf. Wer in dieser ersten Phase zu schnell Ergebnisse erwartet, riskiert, dass Maßnahmen im Tagesgeschäft versanden, bevor sie überhaupt wirken konnten. Der Irrtum über Fachkompetenz Das eigentliche Problem beginnt nicht mit dem Betrieb. Es beginnt mit einem Irrtum, der sich im Handwerk hartnäckig hält: dass gute Fachkompetenz automatisch zu guter Führung befähigt. Dass wer ein Gewerk beherrscht, auch Menschen führen kann. Dass Erfahrung am Werkstück gleichzusetzen ist mit Erfahrung in der Menschenführung. Eine Studie mit über 4.000 Führungskräften belegt: Führungspositionen werden regelmäßig mit den besten Fachleuten besetzt, ohne zu prüfen, ob sie die nötigen Führungskompetenzen mitbringen. Fachkompetenz und Führungskompetenz sind zwei verschiedene Dinge. Im Handwerk ist dieser Mechanismus besonders ausgeprägt, weil der Weg zur Führungsposition hier fast immer über fachliche ExzelNeue Generation des Solarsystems RHEINZINK-PV RHEINZINK bringt die modernisierte Version seines bewährten Photovoltaiksystems RHEINZINK-PV auf den Markt. Das optisch integrierte System für Doppelstehfalzdeckungen wurde technisch und konstruktiv optimiert und bietet nun noch mehr Effizienz, Langlebigkeit und Montagekomfort – bei unverändert eleganter Dachoptik. RHEINZINK-PV ist eine Solarlösung, die sich harmonisch in die Architektur von Stehfalzdächern einfügt. Die rahmenlosen Glas-GlasModule werden direkt an den Doppelstehfalzen befestigt, ohne zusätzliche Montageprofile oder sichtbare Modulrahmen. Das Dach bleibt in seiner klaren Linienführung vollständig erhalten – das Ergebnis ist eine durchgängige, ästhetische Dachfläche, die zugleich Strom erzeugt. Die aktualisierte Modul-Generation von RHEINZINK-PV überzeugt durch zahlreiche technische Verbesserungen: Die Glas-GlasLaminate sind mit modernen bifazialen NType TOPCon Solarzellen ausgestattet. Dank höherem Wirkungsgrad, verbesserter Temperaturstabilität und erhöhter Widerstandsfähigkeit gegen Hitze bieten die Module eine herausragende Leistung und eine längere Lebensdauer. Eine spezielle thermische Randversiegelung (Edge Sealing) schützt die Module dauerhaft vor Feuchtigkeit und Umwelteinflüssen. Die Module liefern 180 Wattpeak und sind nach IEC 61215 und IEC 61730 zertifiziert. Mit einer Länge von 1,90 Metern sind sie exakt auf die Scharbreite von 530mm (+4/-2 mm) der RHEINZINK-Doppelstehfalzdeckung abgestimmt. Die Montage erfolgt mit einer patentierten Falz-/Modulklemme, die eine vertikale Klemmung direkt am Stehfalz ermöglicht. Die Befestigung der PV-Klemme ist unabhängig von der Haftpositionierung und beeinflusst nicht die thermische Längenausdehnung des Metalldachs – ein entscheidender Vorteil für die Langlebigkeit des gesamten Systems. Pro Modulseite werden, in Abhängigkeit der Windlasten, mindestens vier Klemmen pro Modulseite eingesetzt, die mit 6 Nm fixiert werden. Die Montagehöhe beträgt rund 40 mm, die Hinterlüftung von 30 mm für eine optimale Wärmeabfuhr. Das System eignet sich für Dachneigungen von 3 bis 60 Grad. RHEINZINK-PV wurde so konzipiert, dass es ohne Spezialwerkzeuge oder zusätzliche Unterkonstruktionen montiert werden kann. Dachhandwerker können die Installation mit gewohntem Werkzeug durchführen, während die elektrische Verschaltung durch den Solarteur oder Elektriker erfolgt. Die Kombination aus einfacher Handhabung, hoher Stabilität und präziser Passform macht das System besonders montagefreundlich und zuverlässig. Energiegewinnung trifft Nachhaltigkeit Mit RHEINZINK-PV wird das Dach zur Energiequelle – ohne Kompromisse in Gestaltung oder Funktion. Das System erfüllt die Anforderungen moderner Architektur und der Solarpflicht gleichermaßen und bietet Bauherren, Architekten und Handwerkern eine zukunftsweisende Lösung für nachhaltiges Bauen. Durch die Kombination aus hochwertigen Materialien, innovativer Technologie und ästhetischer Integration leistet RHEINZINKPV einen wichtigen Beitrag zur umweltfreundlichen Energiegewinnung. Verlag: Verlag Schensina, Marcus Schensina Erlengrund 282, 48308 Senden, • Telefon: 02597/99123-0 • E-mail: mail@schensina.de Chefredakteur: Marcus Schensina Herausgeber: FDF-Dienstleistungsgesellschaft mbH, Rathausstraße 5, 57234 Wilnsdorf Tel.: 02739 / 8932-0 Geschäftsführer: Heinz Slink www.fdf-dach.de Die in den DACH NEWS veröffentlichten Beiträge, Bilder und Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Ein Nachdruck, auch in Auszügen, ist nur mit schriftlicher Zustimmung des Verlages erlaubt. Namentlich oder anderweitig gezeichnete Beiträge sowie Zitate geben nicht in jedem Fall die Meinung der Herausgeber/Redaktion wieder. Alle Warenangaben und Daten (sie basieren auf Herstellerangaben) sind vorbehaltlich und ohne Gewähr. Irrtümer können nicht ausgeschlossen werden. Farbabweichungen zu den Originalfarben sind drucktechnisch bedingt. Zwischenzeitliche Modelländerungen sind möglich. Ein Modellanspruch ist ausgeschlossen. Rechtsansprüche - gleich welcher Art - können aus einer Veröffentlichung nicht abgeleitet werden. © Copyright by Verlag SCHENSINA Impressum MANAGEMENT Wer wissen will, ob Führung im eigenen Betrieb funktioniert, braucht keine große Analyse. Vier Fragen reichen, ehrlich beantwortet. Wer alle vier mit einem klaren Ja beantworten kann, führt. Wer zögert, hat seinen nächsten Schritt gefunden. Wissen Ihre Mitarbeitenden, woran sie gemessen werden, und erleben sie das als fair? Klarheit über Erwartungen ist die Grundvoraussetzung für Engagement. Wo sie fehlt, entsteht Unsicherheit. Treffen Sie Entscheidungen nach Wirkung oder nach Beziehung? Führungserfolg entsteht durch konkretes, beobachtbares Verhalten, nicht durch Sympathie oder Harmonie. Wer das eine mit dem anderen verwechselt, verliert langfristig beides. Arbeiten Sie diese Woche mehr an Ihrem Betrieb oder nur in ihm? Erfolgreiche Betriebe haben eines gemeinsam: Es existiert ein funktionierendes System. Die DNA des Diese vier Fragen sollten Sie sich stellen Gründers wurde in die Organisation übertragen, durch Strukturen, Regeln und klare Prozesse. Wissen Sie aktuell, wie es um den Betrieb steht? Wer weiß wo er steht, kann steuern. Wer es nicht weiß, reagiert nur. 2. 3. 4. 1. Erfolgreiche Betriebsführung
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