FDF DachNews - Ausgabe 1/2024

Im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sind rund 600 Unternehmen des Öffentlichen Personenverkehrs und des Schienengüterverkehrs organisiert. Seit 1959 ist die Organisation in einem fünfgeschossigen Bürogebäude in Köln ansässig. Das Eckgebäude war 1957 als einfacher Stahlbetonbau im Stil der Nachkriegsmoderne errichtet worden. Die schmucklose Fassadengliederung mit ihren streng gerasterten Fensterzeilen schafft dabei einen deutlichen Kontrast zu dem doppelgeschossigen, entsprechend dem Verlauf der beiden Straßen in einem Winkel von 40 Grad über Eck verlaufenden Dachaufbau des Gebäudes. „Sargdeckel“-Konstruktion Nach rund 60-jähriger Nutzung musste das Dach zuletzt grundlegend modernisiert werden. Mit der Umsetzung des Projektes war das Kölner Dachdeckerunternehmen Rolf Knops beauftragt worden, das bereits seit etwa 20 Jahren mit unterschiedlichen Maßnahmen für den VDV tätig ist: „Eine Besonderheit des Daches ist die seinerzeit aus Brandschutzgründen im unteren Bereich des Daches umgesetzte 'Sargdeckel'- Konstruktion aus Stahlbeton, die oberhalb der Dachflächenfenster in die Waagerechte übergeht“, berichtet Hans-Gerd Knops, der das Unternehmen in dritter Generation führt. „Der vier Meter hohe Spitzboden oberhalb dieser Büroebene ist demgegenüber als Holzsparrenkonstruktion ausgebildet.“ Vor der Sanierung war der untere, betonierte Dachabschnitt mit einfachen HolzwolleLeichtbauplatten gedämmt worden. Nach Entfernung dieser „Sauerkrautplatten“ wurde jetzt eine kaltselbstklebende Bitumendampfsperre auf den Beton aufgebracht, über den Sparren kam alternativ eine Dampfbremse als winddichte Schicht zum Einsatz. „Direkt darüber konnten wir dann eine Aufsparrendämmung verlegen“, berichtet Hans-Gerd Knops. „Eine besondere Herausforderung stellte dabei die 60 Millimeter große, zuvor mit den Sauerkrautplatten ausgefüllte Höhendifferenz zwischen Betonschräge und Sparrenkonstruktion dar. Um hier einen einheitlichen Abschluss zu erhalten, haben wir auf dem Beton im unteren Dachbereich eine 140 Millimeter dicke Dämmung nach Statik-Vorgabe verdübelt und im oberen Bereich eine lediglich 80 Millimeter starke Dämmschicht auf den Sparren verschraubt.“ Eindeckung mit hochwertigen Röben Doppelmuldenziegeln Nach dem Verlegen der Dämmung wurden zunächst eine 4 x 6 Zentimeter starke Konterlattung und eine 3 x 5 Zentimeter starke Traglattung aufgebracht, bevor dann mit dem Verlegen der Tondachziegel begonnen werden konnte. In Absprache mit dem Bauherrn hatten sich die Dachdecker für den Röben-Tondachziegel ELSASS anthrazit entschieden: „Mit ihren beiden parallelen Mulden und den harmonischen Proportionen entsprechen die dunklen Doppelmulden-Ziegel weitgehend dem Vorbild historischer Dachpfannen“, begründet Hans-Gerd Knops die Materialwahl. „Entsprechend gut fügen sie sich in die vorhandene Bebauung ein. Hinzu kommt, dass das ausgeprägte Falzsystem eine hohe RegeneintragsSicherheit und damit einen dauerhaften Schutz gegen Wind und Wetter ermöglicht. Der große Verschiebespielraum von 80 Millimetern sorgt gleichzeitig für eine maximale Flexibilität.“ Als weitere Maßnahmen vor Ort erfolgten unter anderem die Neuverkleidung der vorhandenen Gauben mit Elementen aus Titanzink sowie die Vergrößerung der vorhandenen Dachfenster. Um eine optimierte Fensterunterkante mit schönem Ausblick auf den angrenzenden Stadtgarten zu erhalten und die neuen Klappschwingfenster in gewünschter Größe einbauen zu können, mussten die vorhandenen Öffnungen im „Sargdeckel“ dabei mithilfe von Betonsägetechnik vergrößert werden. Parallel dazu wurden neue Dachausstiegsfenster im Bereich des Sparrendaches eingesetzt. Sanierung: Sargdeckel mit Doppelmulde Bei der Dachsanierung des VDV-Bürogebäudes in Köln wurde die 360 qm große Dachfläche mit hochwertigen Röben Tondachziegeln ELSASS neu eingedeckt. Zuvor musste unter anderem die Höhendifferenz zwischen einer "Sargdeckel"-Betonkonstruktion im unteren Bereich des Daches und der darüber liegenden Sparrenkonstruktion mit unterschiedlichen Dämmstärken ausgeglichen werden. Bild oben: Nach dem Entfernen der alten Dämmung lag die Betonfläche rund 60mm hinter der Sparrenebene zurück Bild unten: Dämmung mit Sauerkrautplatten und Rinne auf der Simsabdeckung 15 Für den Einbau größerer Fenster wurde der Beton ausgesägt. Das Eckgebäude war 1957 als einfacher Stahlbetonbau im Stil der Nachkriegsmoderne errichtet worden. Nun sorgt der Röben-Tondachziegel ELSASS anthrazit für neuen Glanz. 14 BAUMETALLE Das denkmalgeschützte Märkische Gymnasium sowie die Stadthalle bilden die Märkische Schule in Bochum-Wattenscheid – ein bedeutendes architektonisches Ensemble aus den späten 1950er Jahren. Um die Bedürfnisse der Sportschule NRW zu erfüllen, wurde im Rahmen eines Wettbewerbs die Entscheidung getroffen, eine neue Dreifachturnhalle mit Mensa zu bauen. Für die Realisierung des Projekts war das angesehene Architekturbüro Harris + Kurrle Architekten aus Stuttgart zuständig. Die Schabos GmbH war für die handwerkliche Durchführung verantwortlich. Die Halle erhielt durch die Verwendung von 14 Tonnen RHEINZINKPRISMO rot mit einer Metalldicke von 0,7 mm eine widerstandsfähige und ästhetisch ansprechende Dachdeckung. Die Dachdeckung in Doppelstehfalztechnik mit RHEINZINK-PRISMO rot, welche für die Dreifachturnhalle der Märkischen Schule Bochum zur Anwendung kam, spielt eine entscheidende Rolle für die Realisierung der herausfordernden Dachgeometrie. Das Material wurde mit einer Metalldicke von 0,7 mm verlegt und insgesamt kamen 14 Tonnen zum Einsatz, um die ästhetischen und funktionalen Anforderungen des Projektes zu erfüllen. RHEINZINK-PRISMO rot ist bewährtes Titanzink mit einer farbig lasierten Beschichtung, durch die die zinktypische Struktur sichtbar bleibt. Gleichzeitig bietet die farbig pigmentierte Oberfläche Schutz bei unterschiedlichen Klima- und Umwelteinflüssen. Die lebendige Farbgebung verleiht dem Gebäude ein unverwechselbares und attraktives Aussehen, das sich gut in die umliegende Architektur integriert. Die hochwertige Beschichtung zeichnet sich durch eine dauerhafte Farbbeständigkeit aus, ohne Kompromisse für die gewohnt gute, klempnertechnische Verarbeitbarkeit. Daher war RHEINZINK-PRISMO die ideale Wahl, um sowohl die gewünschte Farbgebung des Gebäudes zu erreichen, als auch die komplexe Dachgeometrie dauerhaft funktionstüchtig bekleiden zu können. Um einen schlanken Gesamtaufbau zu gewährleisten, der gleichzeitig den brandschutztechnischen Anforderungen an die Nichtbrennbarkeit genügt, fiel die Wahl auf das ProdachDämmsystem von ROCKWOOL. Das unbelüftete Aufdach-Dämmsystem ist eine nahezu wärmebrückenfreie Distanzkonstruktion für Flachdächer mit Metalleindeckung. Spezielle Dämmplatten auf Steinwolle mit hochverdichteter Oberlage ermöglichen eine sichere Aufnahme der im Dämmstoff eingelassenen Befestigungsschienen, die mittels Systembefestigern auf der Tragkonstruktion fixiert werden. Die Befestigungsschienen dienen der Aufnahme der Edelstahlhafte für die Stehfalzschare. Die Verlegung der Dämmplatten mit einer Dicke von 180 mm und der erforderlichen Dampfsperre erfolgte auf 25 mm starken OSBPlatten. Diese vollflächige Unterkonstruktion ermöglichte die akkurate, luftdichte Verlegung der Dampfsperre – essenziell für die dauerhafte Funktionstüchtigkeit des unbelüfteten Dachaufbaus. Ebenso wichtig war es, die Dämmplatten während der Bauphase vor der Witterung zu schützen, um den Einbau von unerwünschter Feuchtigkeit zu vermeiden. Die Dämmplatten wurden sukzessive mit einer Kaltselbstklebebahn aus Elastomerbitumen abgedeckt. Die darauf verlegte Strukturmatte RHEINZINKAIR-Z dient als Feuchtigkeitspuffer für anfallendes Kondensat und hilft, Toleranzen auszugleichen, wie sie z. B. durch die Schraubenköpfe der Haftbefestigung entstehen. Eine besondere Herausforderung war die Ausbildung der Grate. Die spezielle Geometrie des Dachs mit der Gefällesituation und der resultierenden flachen Dachneigung von < 10° machte eine klassische Gratausbildung technisch unmöglich. Die einzige Möglichkeit bildete die durchgehende Verlegung der Schare über den Gratknickpunkt. Die Schare wurden auf dem Dach mit einem Rollformer hergestellt. Anschließend wurde der Knickpunkt mit einem extra für diesen Anwendungsfall von der Firma Schabos entwickelten Werkzeug erzeugt und die Falze in diesem Bereich aufgestellt und leicht gestreckt. Die bis zu 14 m langen Scharen konnten so problemlos über den Grat gelegt werden und es entstand ein ausgeprägter Knick. Der erforderliche Festhaftbereich wurde beidseitig entlang des Grats angeordnet, um die Ausdehnung in Richtung First, Ortgang und Kehle zu steuern. Farbiges Zinkdach für eine Schule in Bochum Die Dachentwässerung erfolgt über die Kehlen, ebenfalls hergestellt aus RHEINZINKPRISMO rot, hin zu Entwässerungspunkten an den Dachrändern mit einer Druckentwässerung. Zusätzlich wurde jeweils der erforderliche Notüberlauf angeordnet, aufwendig an die Geometrie angepasst aus geschweißten Edelstahlblechen.

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