5 4 Rund 30 Kilometer südlich von Manchester hat der First Light Pavilion das Besuchererlebnis am weltberühmten Jodrell Bank Observatorium komplett verändert: im grasüberwachsenen Kuppelbau in der exakten Größe und Wölbung des benachbarten Lovell Teleskops können Besucher in die Geschichte der Astronomie eintauchen. In einer interaktiven Ausstellung werden die Geschichten der berühmten Astronomen und Ingenieure zum Leben erweckt, die hier mit ihren bahnbrechenden Erfindungen unsere Sicht ins Universum veränderten. Der Betonguss für die Kuppelstruktur stellte für Projektleiter Ryan Southern von Kier Construction einen großen Moment im Projekt dar, der zur Sicherstellung seines Erfolgs viel sorgfältige Planung erforderte. Denn die Kuppel mit ihrem Durchmesser von 76,2 m ist in der Mitte 8 m hoch und muss ihr eigenes Gewicht sowie tonnenschweres Erdreich tragen. Das Erstellen der Holzschalung und das Einbringen der Stahlbewehrung waren eine große Leistung der Betonspezialisten. Dann musste die Kuppel bei perfektem Wetter in einem Zug gegossen werden. Dieser Betoniervorgang begann an einem idealen Tag um 6 Uhr am Eingang im Süden, von dort arbeitete sich das Team über die gesamte Weite der Kuppel in drei bis vier Meter breiten Streifen zur Nordseite hin. Das Gießen dauerte 10 Stunden und 15 Minuten und verbrauchte 381 Kubikmeter Beton. Die 2.500 Quadratmeter große Kuppel des Erlebniszentrums zeigte sich in ihrer vollen Pracht, um dann sicher verpackt zu werden. Für diesen Bereich war der Bauder Anwendungstechniker Anthony Symondson bereits in den frühen Anfängen dabei. „Wir haben mit Hassell Studio Architects zusammengearbeitet, als das Projekt 2017 mit ersten Konzeptentwürfen begann.“ Als es dann entworfen, berechnet, genehmigt war und gebaut werden konnte, übernahm Kier Construction als Generalunternehmer. Bauder wurde für den sicheren Dachaufbau unter der Graslandschaft mit einem Sicherheitsdach mit 20 Jahren Systemgarantie beauftragt. Besonders robuste und trittfeste Dampfsperrschweißbahn Zunächst grundierten die Mitarbeiter vom ausführenden Dachdeckerunternehmen LRL Roofing Solutions den Betonuntergrund mit Bauder Bitumenvoranstrich, um Staub zu binden und bestmögliche Haftung zwischen dem Betonuntergrund und der darüber liegenden Schicht zu schaffen. „Dann haben wir die Spezial Elastomerbitumen-Dampfsperrbahn Super AL-E als Behelfsabdichtung mit Notabdichtungsfunktion über der gesamten Betonkuppel vollflächig verschweißt“, so LRL-Projektleiter Michael Raistrick. „Über der Kuppelkrone haben wir die Dachbahnen jeweils gerade ausBeton verankerte Schubschwellen verhindern das Abrutschen der Platten. Abschnittsweise verklebten die Dachdecker hierin die geraden Platten mit PU-Schaumkleber streifenweise auf der gekrümmten Unterlage. „Wir erreichten eine durchschnittliche Auflagefläche von rund 50 Prozent“, berichtet Michael Raistrick. Zudem mussten circa 40 Prozent der Platten in Dreiecke geschnitten werden, damit sie den Rundungen besser folgen konnten. „Im unteren Bereich konnten die Elemente relativ großflächig verlegt werden, je weiter oben, umso mehr mussten wir schneiden. Gott sei Dank lässt sich das Material einfach verarbeiten.“ Natürlich wurden auch hier ressourcenschonend die abgeschnittenen Ecken an anderer Stelle wieder eingesetzt. Zweilagige Bitumenabdichtung Unter der intensiven Begrünung des Kuppeldachs kam nur eine zweilagige Bitumenabdichtung in Frage. Die Mehrlagigkeit macht das Abdichtungssystem zusätzlich sicher. Als erste Abdichtungslage auf der Wärmedämmung verlegten die Handwerker die kaltselbstklebende Spezial-Elastomerbitumenbahn BauderTEC KSA DUO auf den PIR-Elementen. Sie ließ sich ohne Brenner sauber verlegen. „Die Bahnen wurden ausgerollt, ausgerichtet, nach Bedarf zugeschnitten und nach dem Abziehen der unterseitigen Folie mit der Dämmung verklebt“, schätzt der LRL-Projektleiter die Bahn. „Die starke Klebekraft der Kaltselbstklebemasse sorgte sofort für eine sichere Verbindung. An sehr kalten Wintertagen half leichtes Anwärmen der Masse, damit sich die starke Klebekraft sofort voll entfalten konnte.“ Je nach Wetterlage wurde die variable Nahtverklebung rot mit Behelfsabdichtung auf blau ohne Behelfsabdichtung verschweißt oder blau auf rot kaltverklebt. Durchwurzelungsfeste Oberlage Um den Flachdachaufbau unter der Begrünung sicher abzuschließen, verschweißte das LRLTeam auf der ersten Abdichtungslage eine Elastomerbitumenschweißbahn mit integriertem Durchwurzelungsschutz. Die technischen Werte der BauderPLANT E liegen weit über den DIN-Anforderungen. Ebenso wie die 1. Abdichtungslage wurde auch die Oberlage über den Dachrand und die Schrägen nach unten verlegt. Jetzt war die Kuppel sicher verpackt. Wie jede Lage zuvor wurde auch die Oberlage kontrolliert. Das Abdichtungssystem konnte abgenommen werden, der Gründachaufbau beginnen. Das Gründachsystem für die Graslandschaft Für den Gründachaufbau verlegten die Dachdecker zunächst eine Trenn- und Gleitschicht, darauf eine 600g Faserschutzmatte zum Schutz der Abdichtung vor mechanischen Beschädigungen. Zur Aufkantung am Kuppelrand befestigten sie ringsum zwei Meter lange Hölzer im Beton, um die folgenden Wasserspeicherplatten mit Dränfunktion gegen das Abrutschen zu sichern. Die Hölzer wurden in die Abdichtung integriert, Unterbrechungen zwischen den Hölzern und Rinnenausbildung mit der Abdichtungsoberlage erlauben den notwendigen Wasserdurchlass. „Die 75mm hohe BauderGREEN WSP 75 ist mit 21,5 l/m2 ein Speicherwunder und ideal für intensive Dachbegrünungen“, erklärt Anthony Symondson. Zur Lagesicherung wurden die eps-Platten mit 125g Filtervlies überlappend abgedeckt und direkt mit der Vegetationstragschicht BauderGREEN Substrat IM verfüllt. Nach Kontrollgang und Abnahme dieser letzten Lage übergaben LRL und Bauder die sicher ausgerüstete Kuppel mit 30 cm Substrathöhe an die Landschaftsgärtner. Der First Light Pavilion konnte nun sorglos unter weiteren 40 cm Erde und einer Grasbegrünung in die Landschaft der Jodrell Bank eingegliedert werden. Vier bis sechs Mitarbeiter der LRL Roofing Solutions waren zwischen November 2020 und April 2021 auf den Rundungen der Kuppel unterwegs gewesen, bevor das Erlebniszentrum im Juni 2022 seinen halbmondförmigen Eingang für die Besucher öffnete. Der First Light Pavilion des Jodrell Bank Erlebniszentrums der Universität von Manchester möchte Besuchern Wissenschaft und Astronomie nahebringen. Aber auch das Gebäude an sich ist faszinierend: Der Kuppelbau verschwindet unter der tonnenschweren Graslandschaft. Möglich wurde dies durch eine wasserundurchlässige Stahlbetonkonstruktion, eingepackt in ein Bauder Sicherheitsdach mit 20 Jahren Systemgarantie. Wasserdichte Stahlbetonkuppel mit Bauder Sicherheitsdach Weltraumgeschichte unter Gras Als der Astronom und Physiker Bernard Lovell 1945 an die Universität von Manchester kam, suchte er für die Beobachtung kosmischer Strahlung einen von elektrischen Störungen freien Ort, den er in einer ehemaligen botanischen Forschungsstation der Universität in Jodrell Bank fand. Lovell entwarf hier das heute nach ihm benannte Radioteleskop. Bei seiner Fertigstellung 1957 war es mit seiner frei beweglichen Parabolantenne von 76,2 Metern Durchmesser und einer Gesamtmasse von 3.200 Tonnen das größte Radioteleskop der Welt, das auch sehr schwache Signale aus sehr weiten Entfernungen empfangen kann. Es feierte seinen ersten Erfolg mit der Entdeckung der Sputnik 1 Trägerrakete im Orbit und wurde ein Prestigeobjekt britischer Wissenschaft. 2019 erklärte die UNESCO das Jodrell Bank Observatorium zum Weltkulturerbe. Der First Light Pavilion ist eine vom Heritage Lottery Fund unterstützte Initiative, um das Erbe an der Jodrell Bank zu erhalten und die Geschichte der Radioastronomie zu präsentieren. Hassell Architekten haben das 20,5 Millionen Pfund teure Besucherzentrum als grasbewachsenen Hügel entworfen, der sich in die Landschaft des 35 Hektar großen Arboretums einfügt und die Sicht auf das Lovell Teleskop freihält. Dieser Hügel verbirgt eine der größten Stahlbetonkuppeln, die in Europa gebaut wurden, eine Kuppel in Form und Größe des LovellTeleskops. Könnte man das Vermächtnis des Teleskops besser widerspiegeln? Die Idee war genial, der Weg dorthin war ein schwieriger, musste doch diese Kuppel erst in Beton gegossen und mit einigen Lagen Abdichtung, Wärmedämmung und Begrünungssystem belegt werden, bevor sie als Hügel unter der Graslandschaft verschüttet werden konnte. Hintergrund: Vom Teleskop zur Kuppel Für das Bauder Sicherheitsdach auf der Ortbetonkuppel des First Light Pavilion wurde der Aufbau wie folgt vorgenommen: Voranstrich Bauder Burkolit Plus, darauf die Dampfsperrbahn SuperAL-E, die Hochleistungs-Wärmedämmung BauderPIR FA-TE 140 und 160mm gefolgt von einer kaltselbstklebenden ersten Abdichtungslage BauderTEC KSA DUO und der wurzelfesten Oberlage BauderPLANT E. Auf diesem sicheren Abdichtungssystem folgte der Gründachaufbau für die intensive Begrünung mit der Trenn- und Gleitschicht BauderGREEN PE 02 und der Schutzschicht BauderGREEN FSM 600, gefolgt von der Wasserspeicher- und DränDer Dachaufbau in Kürze: Qualität in allen Lagen schicht BauderGREEN WSP 75, der Filterschicht BauderGREEN FV 125 und 30cm Vegetationstragschicht BauderGREEN Substrat für Intensivbegrünungen. Herzstück des Gründachs ist das 75 mm hohe Bauder Green WSP für intensive Dachbegrünung. ZweiteAbdichtungslage BauderPLANT E mit integriertem Durchwurzelungsschutz. Verlegte Wärmedämmung aus BauderPIR. gerichtet parallel verlegt, auf der verbleibenden Kuppelwölbung verlegten wir sie strahlenförmig in der Art eines Windrads: die Bahnen wurden einseitig gerade ausgerichtet, auf der anderen Seite auf Dreiecksform zugeschnitten.“ Dank der Beschieferung und ihrer hochreißfesten Aluminium-Glas-Kombinationsträgereinlage war die Dampfsperrbahn auf den Rundungen sehr trittfest und gut zu verarbeiten. Nachdem die Betonkuppel vollständig geschützt war, gingen die Verlegearbeiten in Abschnitten weiter. Hocheffiziente Wärmedämmung mit hoher Druckfestigkeit Jetzt war die Wärmedämmung an der Reihe. Hoher Wärmeschutz ist heute eine selbstverständliche Vorgabe. „Die Wärmedämmelemente BauderPIR FA TE aus Polyiso-Hartschaum sind unschlagbar in ihrer Dämmwirkung, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit“, so Anthony Symondson. Die gewählten 140 und 160mm dicken Wärmedämmelemente mit beidseitiger Deckschicht aus Aluminium haben eine WLS von 023 (EU 022) und sind besonders druckfest und extrem langlebig. PIR ist zudem sehr leicht, doch in den benötigten Mengen auf der starken Wölbung der 2.500 Quadratmeter großen Kuppeldachflächen wirkt die Schwerkraft; gemäß statischer Berechnung in regelmäßigen Abständen ringförmig im
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